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Zieht der Wochenmarkt ins Grüne?

Die Fläche rund um den Brunnen in der Adenauer-Anlage ist eine neue Alternative - 22.06.2011 11:00 Uhr

Lauschiges Fleckchen: Das Areal um den Fontänenbrunnen könnte man sich bei der Stadt gut als dauerhaften Standort für den Wochenmarkt vorstellen. © Hans-Joachim Winckler


Wirtschaftsreferent Horst Müller bestätigte auf FN-Anfrage, dass die Stadt dabei ist, diesen Standort „ernsthaft zu prüfen“. Zumal nach seinen Worten sämtliche Alternativen einen Haken haben: Von der Großen Freiheit würde der Markt wegen der Vielzahl von Veranstaltungen – vom New Orleans Festival bis zum Weihnachtsmarkt – gleich mehrfach im Jahr vertrieben.

In geringerem Maße gelte das auch für die Fläche um den Paradiesbrunnen auf der Kleinen Freiheit, die nicht nur von der Kirchweih in Beschlag genommen wird. Hinzu kommen kritische Stimmen – etwa aus dem Stadtplanungsamt –, die bemängeln, dass die Stände den Blick auf den von Max Grundig gestifteten Brunnen verstellen.

Der große Vorteil am Standort Adenauer-Anlage, so Müller: Der Markt müsste keiner einzigen Veranstaltung weichen. Daher könnte man „ansprechende, feste“ Verkaufsbuden installieren.

Knackpunkt Kosten

Dass das „Café am Park“ im Sommer einen kleinen Teil der Fläche für seine Außenbestuhlung beansprucht, sei kein Schaden. Im Gegenteil: Es würde den Markt um eine „Gastronomie-Komponente“ bereichern, meint Müller. „Das ganze Ambiente stelle ich mir sehr anheimelnd vor.“ Weiterer Pluspunkt: In der Adenauer-Anlage stünde der Markt nahe dem links und rechts der Rudolf-Breitscheid-Straße geplanten Einkaufsschwerpunkt.

Die Marktleute seien nach einem ersten Gespräch jedenfalls nicht abgeneigt gewesen. Doch zunächst muss die Stadtverwaltung eine entscheidende Frage beantworten: Wie hoch sind die Umbaukosten, um den Markt dort dauerhaft zu etablieren? Das Fontänenbecken müsste wohl verkleinert werden, sagt Müller, die Stadt würde es aber grundsätzlich gerne „als Mittelpunkt“ erhalten. Die Buden könnten rundherum gruppiert werden.

Die Kosten müssten natürlich in einem vertretbaren Rahmen bleiben, betont der Wirtschaftsreferent. Aber im Rathaus sei man – einschließlich des Oberbürgermeisters – der Meinung, es lohne sich, diese Variante zu prüfen.

Und wer hatte die Idee? Das Marktamt, sagt Müller, habe den Standort längst im Hinterkopf gehabt, aber den Gedanken nie weiterverfolgt. Unter anderem fürchtete man, die Stadt müsse bei einer derartigen Nutzung einen Teil der Fördergelder zurückbezahlen, die bei der Sanierung der Adenauer-Anlage geflossen waren.

Laut Müller hat nun – unter anderem – ein in den FN veröffentlichter Leserbrief den Anstoß gegeben, noch einmal genauer darüber nachzudenken. Inzwischen wisse man auch, dass die Fördermittel nicht zurückbezahlt werden müssten.

Ursprünglich hätte der Wirtschaftsausschuss am nächsten Montag eine Vorentscheidung über den Standort treffen sollen. Da aber die Kostenrechnung Müller zufolge Zeit beansprucht, werde man erst nach der Sommerpause beschließen. Müller räumt zwar ein, dass sich damit die Entscheidung erneut verzögert, betont aber, dass verlässliche Zahlen wichtiger seien als Eile.

Aktuell sind die Händler auf dem Bahnhofplatz zu finden. Dort werden sie auf eigenen Wunsch auch bis Mitte Juli bleiben. Auf der Freiheit ist ohnehin kein Platz. Anfang Juli steht ein Beachvolleyball-Turnier an, wenig später folgt das Fürth Festival.

  

Johannes Alles

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