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Donnerstag, 24.09.2020

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Ziele für 2035: Fürths neue Klimaschutzmanager legen los

In zwei Jahren soll ein umfassender Klimaschutzplan fertig sein - 16.09.2020 06:00 Uhr

Diana Perkins (li.) aus dem Umweltreferat hat Verstärkung bekommen: Theresa Dorn (re.) und Dominik Wiehl (nicht im Bild) sind jetzt als Klimaschutzmanager an Bord.

© Foto: Claudia Ziob


Corona hat die Klimaschutzdebatte zwar in den Hintergrund gedrängt. Davon aber will man sich im Fürther Rathaus nicht täuschen lassen: Neben der Bewältigung der Folgen der Pandemie werde die nachhaltige Entwicklung der Kleeblattstadt die zweite große Aufgabe der laufenden Stadtratsperiode sein, sagte Oberbürgermeister Thomas Jung am Montag beim Pressetermin am Jubiläumshain am Pegnitzufer. Sie habe oberste Priorität.



Der Termin war der offizielle Startschuss für die Erarbeitung eines umfassenden Klimaschutzkonzepts, die sich wohl über 24 Monate erstrecken wird. Ursprünglich hatte die Stadtspitze gehofft, sie bereits im Frühjahr in Angriff nehmen zu können. Doch erst jetzt sind die Spezialisten an Bord: die Klimaschutzmanager Theresa Dorn und Dominik Wiehl.

Mit ihnen sei das "Expertenteam" in Sachen Klimaschutz im Umweltreferat auf fünf Köpfe gewachsen, so Jung. Schon im vergangenen Jahr war Diana Perkins dazugestoßen, die als Projektbeauftragte fürs Aufgabenfeld "Zukunft.Umwelt.Fürth" die Themen Luftreinhaltung, Klimaschutz, Biodiversität und Umweltbildung federführend koordiniert.

Das sogenannte "Integrierte Klimaschutzkonzept" soll festhalten, welche Ziele Fürth bis 2035 erreichen möchte. Dabei beginne man keineswegs bei Null, betonte der OB ebenso wie Umweltreferent Mathias Kreitinger. Sie erinnerten an den Stadtratsbeschluss aus dem Juli 2019, Fürth zur Klimaschutzstadt zu entwickeln, und an das "Positionspapier" aus dem Dezember. Darin hatte das Umweltreferat dargelegt, was schon unternommen wurde und wird.

So hatte sich die Stadt zum Beispiel bereits für die Jahre 2010 bis 2020 einen "Klimaschutzfahrplan" gegeben. Man nahm sich etwa vor, mehr Gebäude energetisch zu sanieren und den ÖPNV sowie das Radwegenetz auszubauen, um bis Ende 2020 die CO2-Emissionen deutlich zu mindern: um 23 Prozent im Vergleich zum Wert von 1990. Das Ziel werde voraussichtlich erreicht, so Kreitinger.

Die Treibhausgasbilanz ist der erste Schritt

Gewissheit soll bald die Treibhausgasbilanz geben, die die Klimaschutzmanager als ersten Schritt angehen. Anschließend wollen sie ausloten, wo es weitere Einsparpotenziale gibt. Als Orientierung dienen zunächst die Pläne der Bundesregierung, sagt Kreitinger. Bis 2030 will sie die Treibhausgas-Emissionen um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren.

Im Frühjahr 2021 soll dem Stadtrat dann eine "fundierte Grundlage" vorgelegt werden, um konkrete Ziele für Fürth formulieren zu können. "Realistische und ambitionierte" Ziele, wie Theresa Dorn betont, die zuvor Beteiligungsprozesse für den Klimaschutzplan des Bundes mitgestaltet hat.

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"Fürth for future": 2000 Menschen demonstrieren für Klimaschutz

Mehr als 2000 Menschen sind am Freitagnachmittag im Rahmen des globalen Klimastreiks in Fürth auf die Straße gegangen. Mit bunten Schildern und Transparenten machten sie auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam. Die Menge zog vom Dreiherrenbrunnen am Rathaus vorbei bis zum Grünen Markt.


Beteiligung ist auch diesmal fest eingeplant: Dorn und ihr Kollege wollen Vereine, Verbände und Initiativen wie Families for Future, aber auch die Wirtschaft einbinden und mit ihnen einen Maßnahmenkatalog erstellen, mit dem sich die Ziele erreichen lassen. Es wird unter anderem um Mobilität gehen, um Stadtgrün, Erneuerbare Energien oder Abfall.

Man wolle die Menschen mitnehmen, sie nicht erschrecken, hatte Jung im Dezember betont. Bei den Grünen stieß das Tempo damals auf Kritik: Viel zu langsam komme man in Fürth voran, beklagten sie, rasch müssten verbindliche Vorgaben her.

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