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Zimmermannsscheune bleibt der Favorit

Zweiter Bauabschnitt am Kinderhaus im Zentrum, gleich ob als FZ-Domizil oder Bürgertreff, ist gestrichen - 06.03.2017 06:00 Uhr

Als Begegnungsstätte ist die Zimmermannsscheune seit 2002 im Gespräch, mehr als 2500 Euro zur Sicherung des maroden Gebäudes an der Burgfarrnbacher Straße sind im Etat 2017 allerdings auch nicht vorgesehen.

02.03.2017 © Foto: Thomas Scherer


Im Gegenteil: Zirndorf, das machte die Etatberatung deutlich, tut sich schwer, der Pflicht zu genügen. Zumal Zwingel genauso wie die Mehrheit des Stadtrats drängendere Aufgaben im Investitionsbereich sieht, als sich zusätzliche freiwillige Leistungen — "und nichts anderes wäre das", so Zwingel — aufzubürden. Beispielsweise den Bauhof, der in einer Immobilie aus den 1960er Jahren untergebracht ist, deren "desolater Zustand den Kollegen gegenüber nicht mehr zu verantworten ist", wie Ralf Klein als Leiter von Bauhof und Stadtgärtnerei aufzeigte. Auf seine Bitte beließ der Stadtrat Planungskosten für einen Bauhof-Neubau im Programm. Damit ist der Startschuss gegeben für eine Investition, die Zwingel zufolge in den nächsten Jahren mehrere Millionen Euro binden dürfte. "Und dann steht da kein Luxus-, sondern ein reiner Zweckbau."

Den Standort Schützenstraße für einen Treff der Generationen hat der Stadtrat gegen die Stimmen der Grünen zugunsten der Zimmermannsscheune an der Burgfarrnbacher Straße aufgegeben. "Wenn, dann ist die Zimmermannsscheune an der Schnittstelle zwischen Nordstadt und Zentrum der geeignetere Platz für diesen Zweck", so SPD-Fraktionschef Marcus Spath. Friedrich Meyer, der als Quartiersmanager sowohl in der Nordstadt als auch im Stadtzentrum engagiert ist und der anregte, ein Bürgerhaus am Kinderhaus in Erwägung zu ziehen, sieht das anders. Zur Akzeptanz der Bevölkerung, insbesondere Älterer, läge die Zimmermannsscheune zu abseitig — für Nordstadt und Altstadt gleichermaßen.

Allerdings ging es bei der Entscheidung eher um Zuschüsse. Für die brachliegende Zimmermannsscheune hat die Regierung von Mittelfranken bereits Fördergelder überwiesen. Die Stadt hat das Areal bereits 2002 im Zuge der Ausweisung der Nordstadt-West zum Sanierungsgebiet für das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" erworben.

Seitdem ist der denkmalgeschützte Klinkerbau mal leiser, mal lauter als Begegnungsstätte im Gespräch. Inzwischen ist er baufällig und mit Bauzaun abgesperrt. Auf dem 1200 Quadratmeter großen, dazugehörigen Gelände bietet das Jugendhaus offene Angebote für Kinder. Auch der Pfadfinder-Stamm Truchsess logiert vor der langgestreckten Scheune. Mehr als 2500 Euro für die Sicherung des Gebäudes sind im Etat heuer auch nicht vorgesehen. Doch nicht nur der Kinderhaus-Anbau ist in der Haushaltsberatung durchgefallen: Kaum eine der rund 100 Positionen im Investitionsprogramm ließ der Stadtrat ungeschoren.

Ohne Diskussion geschoben wurde die gute halbe Million für die Erweiterung der Obdachlosenunterkunft, auf die Ordnungsamtsleiter Thomas Rieß seit Jahren drängt. Selbst die Sanierung des Pavillontrakts der Mittelschule, bei dem es Stadtbaumeister Gerhard Klein zufolge mittlerweile darum geht, das Wasser außen vor zu halten, ist vertagt, ganz zu schweigen vom Ausbau der dortigen Mensa. Allerdings ist mit 100 000 Euro Planungskosten für den Neubau des Kindergartens Wintersdorf und weiteren 154 000 Euro für Umbau und Sanierung der dortigen Grundschule der Auftakt gesetzt, um Schule, Mittagsbetreuung und Kindergarten an einem Ort zu bündeln. Im Fröbelhaus soll eine neue Schulküche entstehen, so dass der Engpass in der Küche der Mittelschule ein Ende findet.

Genehmigt hat der Stadtrat 500 000 Euro zum Grunderwerb für ein Gewerbegebiet, das die Stadt seit längerem anstrebt, dessen Realisierung bis dato jedoch an den Preisvorstellungen potentieller Verkäufer scheiterte.

Durchgefallen ist auch die Toilettenanlage am Bahnhof: Die von Anfang an umstrittenen 60 000 Euro, die im Vorjahr dafür reserviert worden waren, hätten nicht gereicht, um eine ordentliche Anlage zu bekommen; den Nachschlag von 30 000 Euro, den sie gebraucht hätte, nahm die Stadtratsmehrheit zum Anlass, das Projekt in Gänze zu kippen.

Sabine Dietz

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