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Sonntag, 23.02.2020

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Zirndorf zapft Strom vom Dach

Mieter profitieren von neuer Kooperation - 03.12.2019 11:00 Uhr

Ohne Schirm ging bei der Einweihung nichts. Freilich hoffen die Verantwortlichen bei WBG und Stadtwerken künftig auf Sonnenschein, damit die neuen PV-Module möglichst viel Strom produzieren. © Thomas Scherer


Schon bald können die Mieter der Häuser "An der Weinleithe" 14 bis 20 und 22 bis 26 von der ökologischen Energiegewinnung profitieren.

Die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Zirndorf und die Stadtwerke Zirndorf gehen eine Kooperation mit dem Namen "Zirndorf Solar" ein. "Damit tragen beide städtische Firmen massiv zum Umweltschutz für unsere Region bei", erklärte Bürgermeister Thomas Zwingel. Der erzeugte Strom wird direkt in den mit Solarmodulen bestückten Häusern genutzt und spart damit Umweltressourcen sowie Kosten.

Energetische Sanierung

Die sieben Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 56 Wohneinheiten im WBG-Bestand in der Nordstadt werden derzeit energetisch saniert und außerdem um eine Etage aufgestockt. Im Frühjahr 2020 beginnen die Arbeiten an den Außenanlagen, Ende 2020 soll die Maßnahme abgeschlossen sein.

Neben der energetischen Sanierung werden Balkone angebracht und Bäder erneuert, die Haustechnik wurde modernen Ansprüchen angepasst. Zudem können die Bewohner ab Januar 2020 vom Mieterstrommodell profitieren.

Das Thema Umweltschutz und Energiewende ist in breiten Teilen der Bevölkerung angekommen. Ist die alternative Stromgewinnung aus erneuerbaren Energien kostengünstig umsetzbar, steht der ökologischen Entscheidung so gut wie nichts mehr entgegen. "Gerade bei der Modernisierung von Häusern steht die Frage, wie man ressourcensparende Stromgewinnung umsetzt, im Fokus", sagt WBG-Geschäftsführer Timo Schäfer.

Mit dem Modell "Zirndorf Solar" wird auf dem eigenen Dach Strom in Photovoltaikanlagen produziert und im Idealfall fast vollständig direkt verbraucht. Der "ökologische Fußabdruck" verbessere sich enorm und komme dem Umweltschutz für die gesamte Region zugute, so die Verantwortlichen. "Ein Preisvorteil entsteht, weil Netzentgelte eingespart werden und bei staatlichen Abgaben, Umlagen und Steuern", klärt Schäfer auf. Der von den Mietern nicht verbrauchte Strom wird gegen Vergütung ins allgemeine Netz eingespeist.

Der "grüne Strom" aus den Photovoltaikanlagen auf den Hausdächern deckt im Idealfall ein Drittel bis knapp die Hälfte des Stromverbrauchs ab. Wenn die Sonne nicht scheint, wird Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen, sodass die Bewohner zu keiner Zeit beunruhigt sein müssen. "Ein Versorgungsengpass entsteht nie", erläutert Timo Schäfer.

Für den Direktstromanteil von "Zirndorf Solar" gelten zudem vergünstigte Konditionen. Profitieren können alle WBG-Mieter, auf deren Wohnblock-Dach eine Solarstrom-Anlage installiert ist. Insgesamt wurden bisher 160 PV-Module mit einer Leistung von 54 kWp verbaut.

60 000 Euro pro Anlage

"Eine weitere baugleiche Anlage wird noch in diesem Jahr installiert", verspricht die zweite Bürgermeisterin Sandra Hauber. Die Kosten je Anlage belaufen sich auf etwa 60 000 Euro. Stadtwerke und die WBG stellten beim Ortstermin an der Weinleithe in Aussicht, künftig verstärkt zu prüfen, ob PV-Anlagen auf den Dächern infrage kommen und gegebenenfalls auch schnell zu handeln.

Thomas Scherer

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