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Zufriedener Rückblick bei den "Sachserern"

Langenzenner Schauspielgruppe feierte Erfolge im Ausweichquartier - 15.08.2019 10:00 Uhr

Im Langenzenner Rathaushof auf die schiefe Bahn geraten: Der Menschenfeind Rappelkopf (Rudolf Kelchner) drangsaliert mit seinem notorischen Misstrauen das Kammermädchen Lieschen (Daniela Reuther). Johanna Deffners Bühnenbild ermöglicht spannende Schauplatzwechsel. © Foto: Markus Kohler


Die Geister haben es in der Langenzenner Freilufttheatersaison heuer bunt getrieben. Während das Gespenst von Canterville im Klosterhof herumspukte, bezauberte im Rathaushof der vom 3. Bürgermeister Klaus Roscher verkörperte Alpenkönig. Neben Oskar Wildes Gruselkomödie der Klosterhofspiele hat auch die Hans-Sachs-Spielgruppe mit Ferdinand Raimunds Zauberspiel einen Publikumserfolg verzeichnet.

Die meisten der 15 Vorstellungen waren nahezu ausverkauft, sagt Vereinsvize Hans-Peter Seichter. Was allerdings auch kein allzu großes Kunststück war, bietet der Rathaushof doch nur etwa 200 Besuchern Platz. Damit ist er deutlich kleiner als das Stammquartier der Sachserer. Weil der Kulturhof, wie berichtet, für rund sechs Millionen Euro ausgebaut wird, ist das Ensemble in den Rathaushof umgezogen.

Heimelige Atmosphäre

Die beengten Verhältnisse haben dem Theatererlebnis nach Seichters Ansicht aber keineswegs geschadet. Und auch der Storch auf dem Dach hat mit seinem Klappern zur heimeligen Atmosphäre beigetragen. Hausregisseurin Gabriele Küffner, die seit 2004 mit dem Ensemble zusammenarbeitet, hat die schauspielerischen Fähigkeiten der Truppe erneut gut genutzt.

Dass sich die von Küffner ins Fränkische übertragene Geschichte eines von der Menschheit enttäuschten Zynikers sehen lassen konnte, bestätigte eine Neumarkter Besucherin dem Vereinsvize. Sie habe vergangenes Jahr an der Aufführung des Stückes von den Neumarkter SchlossSpielen mitgewirkt und sei schwer beeindruckt gewesen von der gänzlich anderen, aber eindrucksvollen Umsetzung in Langenzenn. Bis aus Berlin und Österreich sind die Besucher gekommen. Zu den Höhepunkten zählt Seichter die rauschende Premierenfeier. Aber auch die Tatsache, dass der für zwei Tage geplante Abbau der Bühne samt Alpenkulisse nach der letzten Vorstellung am 2. August dank zahlreicher Helfer in wenigen Stunden bewältigt wurde.

Glück hatten die Sachserer heuer selbst mit dem Wetter noch. Nur bei einer Vorstellung fiel der Applaus etwas magerer aus, weil es kurz vor Schluss zu regnen angefangen hatte. Was nächstes Jahr gespielt wird, steht noch nicht fest. Für ziemlich wahrscheinlich hält es Seichter aber, dass noch einmal der Rathaushof als Ausweichquartier herhalten muss. 

VOLKER DITTMAR

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