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Zwei Debüts im Fürther Stadttheater

Im Tanztheater-Abonnement der Spielzeit 2019/20 sind die Themen hochaktuell - 09.09.2019 06:00 Uhr

Zugkraft aus Kanada: Mit drei Choreografien kommt das Ballet BC Vancouver erstmals nach Fürth — im Januar 2020. © Wendy D.


Auch in der neuen Spielzeit geht das Stadttheater mit fünf (programmidentischen) Abo-Reihen an den Start. Mit der Kombi "Stadttheater Fürth" und "Tanz" ziehen Fans und solche, die es werden sollen, wohl auch 19/20 das attraktivste Los des Hauses.

Aus Birmingham stammt Tänzer und Choreograf Aakash Odebra. Er sammelt internationale Auszeichnungen zuhauf. 2011 gründete er die Aakash Odedra Company, einerseits als Instrument, um Solos bei anderen Choreografen in Auftrag geben zu können, andererseits, um an eigenen Kreationen zu arbeiten. "Ich wusste sofort, dass ich diese Produktion zu uns holen möchte", sagt Intendant Werner Müller, den die Begegnung mit #JeSuis, Odebras erster Ensemble-Choreografie, noch Monate später aufwühlt.

Inspiriert von südasiatischem, klassischem und zeitgenössischem Tanz, erforscht die Performance — Uraufführung war im Februar 2018 im NYU Abu Dhabi Arts Center — Unterdrückung in verschiedenen Kontexten. "Aakash Odedra und seine Tänzer nehmen uns mit an den Rand der Hölle, um dann in einem Triumph der Menschlichkeit aus dem Inferno zurückzukehren", schrieb ein Kritiker nach der Aufführung in Edinburgh. Der erste von fünf Fürther Abenden ist am 5. November.

Ebenfalls erstmals am Stadttheater ist das Ballet BC Vancouver, Kanada, das auf die in der Vorsaison stürmisch gefeierten Landsleute von Les Ballets Jazz de Montréal folgt. Seit 2009 leitet die Forsythe-Schülerin Emily Molnar die Truppe, die den Fürthern drei Choreografien — schrill, zart und melancholisch — von Sharon Eyal und Gai Behars, Aszure Barton (Hauschoreografin in Montréal von 2005 bis 2008) und Crystal Pite präsentiert (15.-19. Januar).

2009 debütierte die Kibbutz Contemporary Dance Company, Israel in Fürth, zuletzt überwältigte das Ensemble das Stadttheater-Publikum im Mai 2015 mit einem "Tanz-Akt, der Kraft mit gewaltiger Energie vereint" (FN). Vom 25. bis 29. März gibt es ein Wiedersehen, abermals zeigt Chefchoreograf Rami Be’er seine Handschrift. Mit der Arbeit "Asylum", uraufgeführt 2018, mischt er sich ein in die Debatte um die afrikanischen Flüchtlinge im Land und deren Abschiebung. "Tanz bedeutet nicht einfach reine Bewegung oder reine Ästhetik oder Anordnung. Ich glaube, wir können mit Tanz ein paar Fragezeichen setzen", äußerte Be’er in einem Interview mit der Deutschen Welle.

Einem Tanztheater-Enthusiasten Nederlands Dans Theater 2, Den Haag vorzustellen ist, als erkläre man einem Fußballfreak, wer der FC Bayern ist. Die klassisch ausgebildeten Tänzer, alle zwischen 17 und 22 Jahre jung, werden aus den weltbesten Nachwuchstalenten ausgewählt; diesmal kommen sie mit drei Choreografien, die dritte steht noch nicht fest, nach Fürth. "Wir sagen uns Dunkles" ist eine Arbeit des deutschen Choreografen Marco Goecke, und in "FIT" fragt Alexander Ekman — seine Arbeit "Powerhouse" zeigte in der Vorsaison die Compagnie des Staatstheaters Nürnberg — nach Passformen und Angepasstheit. Ob das wirklich passt, wissen die Fürther im Zeitfenster 12. bis 16. Mai.

Abo-Neubestellungen — das Tanztheater kostet zwischen 96 und 164 Euro — nimmt das Stadttheater Fürth (Königstraße 116) schriftlich oder persönlich bis 5. Oktober entgegen. Im Spielplanheft zur Saison 2019/20 gibt es den Bestellzettel und weitere Informationen. 

Matthias Boll

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