Donnerstag, 23.05.2019

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Zwei Millionen für eine Südstadt-Perle

Die infra lässt sich die Sanierung der denkmalgeschützten Direktorenvilla etwas kosten - 12.02.2014 11:00 Uhr

Früher einmal residierte hier der Direktor der Stadtwerke, heute beherbergt das Gebäude in der Leyher Straße Büroräume. Fest steht: Eine Sanierung ist überfällig. © Hans-Joachim Winckler


Liegt es auch daran, dass in der jüngeren Vergangenheit viel Porzellan zwischen Stadt und Denkmalschutz zerschlagen worden ist? Beim Ortstermin mit der Presse jedenfalls überschlagen sich Fürths Oberbürgermeister und der infra-Chef beinahe vor Begeisterung. Thomas Jung nennt die Direktorenvilla an der Leyher Straße eines der „imposantesten Denkmäler“ der Südstadt. Hans Partheimüller beteuert seine „Liebe zum Gebäude“.

Das Haus Leyher Straße 69 mit den auffälligen Kaminköpfen und dem Mansardgiebeldach ist tatsächlich etwas Besonderes. Gebaut wurde es Anfang des 20. Jahrhunderts, als die damaligen Stadtwerke von der Theresienstraße in die Südstadt zogen. Zunächst beherbergte es Büroräume sowie eine Wohnung des Direktors. Später wurde es von der Verwaltung komplett in Beschlag genommen. So blieb es bis heute. In den rund 25 Zimmern finden sich unter anderem Büros, der Betriebsarzt und der Betriebsrat.

„In der letzten Zeit haben wir am Gebäude nur Flickschusterei betrieben“, sagt infra-Chef Partheimüller, eine Sanierung sei überfällig. Ein Verkauf komme deshalb nicht infrage, weil die infra als „wachsendes Unternehmen“ die Fläche und das Gebäude dringend benötige.

WBG ist an Bord

Als Partner für dieses Projekt hat sich der Fürther Energieversorger eine weitere städtische Tochter ausgesucht: die Wohnungsbaugesellschaft WBG. „Unsere infra-Leute können Umspannwerke bauen“, sagt Partheimüller augenzwinkernd, eine Denkmalsanierung überlasse man aber lieber Fachleuten. Rolf Perlhofer, Technischer Leiter der WBG, will noch in diesem Sommer mit den Arbeiten beginnen, im Frühjahr 2015 soll alles fertig sein. Außen, sagt Perlhofer, sei das alte Gemäuer gut erhalten, es handle sich sogar noch um den Originalputz. Innen sei in den vergangenen Jahrzehnten hingegen viel verändert worden. Perlhofer will neuere Einbauten herausreißen und die alten Wände erhalten.

Um das Gebäude zu modernisieren, muss es unter anderem neu verkabelt werden. Die zahlreichen längst nicht mehr benötigten Kaminschächte – das Haus ist inzwischen ans Fernwärmenetz angeschlossen – will Perlhofer für neue Leitungen nutzen. „Dann müssen wir nicht so viele Wände aufschlagen.“ Natürlich wird auch energetisch saniert: Um den Denkmalschutz nicht zu missachten, wird die WBG auf eine Innendämmung zurückgreifen, neue Fenster gibt es obendrein. Außerdem soll das bislang nicht nutzbare dritte Stockwerk, das Dachgeschoss, ausgebaut werden. 

JOHANNES ALLES

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