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Mittwoch, 26.06.2019

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Fürth: Millionen vom Freistaat, City-Center vor Verkauf

Neue Hoffnungen - 25.11.2009

Leere Gänge soll es im «neuen» City-Center nicht mehr geben. Nach dem Verkauf wird das Fürther Einkaufszentrum grundlegend umgebaut. © Linke


Zumindest die altehrwürdigen Räumlichkeiten der Quelle-Verwaltung werden in den nächsten Jahren neu besiedelt. Das Landesamt für Statistik wird von München nach Fürth verlagert, unter großem Protest der dortigen Beschäftigten. Das bayerische Kabinett hat am vergangenen Wochenende endgültig beschlossen, was zuvor in Gesprächsrunden für ein Struktur-Hilfsprogramm für die Städte Nürnberg und Fürth zwischen den Spitzen beider Städte und der Staatsregierung vorbesprochen worden war. Im Fürther Rathaus wird gehofft und erwartet, das nur ein Bruchteil der Münchner Statistiker den Umzug nach Fürth mitmachen wird, so dass der lokale Arbeitsmarkt davon profitiert.

Lob für die Staatsregierung

Nicht nur wegen der Ämterverlagerung kann sich Fürth als Gewinner des Strukturpakets fühlen. Wie berichtet, fördert der Freistaat auch die Errichtung eines Nanopartikelzentrums mit elf Millionen Euro, vier Millionen Euro fließen in die Erweiterung des Fraunhofer-Instituts, weitere vier Millionen in den zweiten Bauabschnitt des Gewerbehofes «Complex» an der Südwesttangente. Weiterhin wird der Fördersatz für Soziale-Stadt-Programme von 60 auf 80 Prozent erhöht und Unternehmen, die in Fürth investieren wollen, bekommen einen Extra-Förderbonus von 15 Prozent.

Kein Wunder, dass SPD-OB Jung den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) für «sein schnelles und entschlossenes Handeln» lobt. Dank dieser Maßnahmen «können wir wieder optimistischer in die Zukunft blicken, denn es kommt dadurch auch dringend benötigte Arbeit nach Fürth.» Wirtschaftsreferent Müller indes stellt die Rolle von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) heraus, der sich sehr für Fürth eingesetzt habe, und bekennt: «Wir können uns nicht beschweren.»

Und nun hat Müller noch eine weiteres Problem vom Tisch, vorerst jedenfalls. Denn nach monatelangen Verhandlungen sind seit gestern nun alle Vollmachten der 351 Eigentümer des maroden Innenstadt-Einkaufszentrums City-Center für den Verkauf an den portugiesischen Investor Sonae Sierra zusammen. «Da fällt mir schon ein Stein vom Herzen», sagt Müller und bekennt, dass er vor einem Jahr nicht daran geglaubt habe, dass dies möglich ist. Jetzt aber ist der Weg für ein neues Fürther Innenstadt-Einkaufszentrum frei.

Nun könne überlegt werden, wann der Kaufvertrag unterschrieben wird, wann Sonae Sierra das City-Center übernimmt und mit dem Umbau beginnt. In der nächsten Woche finde ein entsprechendes Gespräch statt, so Müller. «Wir haben auch nicht mehr viel Zeit zu verlieren.» Denn Fürth als Einkaufsstadt brauche ein attraktives Einkaufszentrum. Die Geschäftswelt und die Bürger warteten auf ein solches Signal.

Im Sommer war das ebenfalls von Sonae Sierra geplante Projekt «Neue Mitte» an einem einzigen verkaufsunwilligen Grundstückseigentümer gescheitert. Daraufhin begann das Unternehmen sich für das stark sanierungsbedürftige City-Center zu interessieren. Laut Müller wäre es für die Stadt und auch für ihn persönlich der «Super-GAU» gewesen, wenn nun auch dieses Projekt gescheitert wäre.

Nun aber neigt sich die fast 30-jährige Geschichte des City-Centers dem Ende zu. Denn mit dem Umbau wird auch der Name des Einkaufszentrums verschwinden. Müller kann sich gut vorstellen, dass die Fürther Bürger in einem Wettbewerb über den künftigen Namen des neuen Einkaufszentrums entscheiden. Der Investor sei jedenfalls dafür offen. Und er sei froh, dass Sonae Sierra nicht jedes Einkaufszentrum gleich betitelt, wie etwa die «Arcaden» in Erlangen. Somit habe Fürth eine Chance auf ein weiteres Alleinstellungsmerkmal.«» 

Stephan Sohr

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