Montag, 23.11.2020

|

Fürth sucht Nutzung für 8600 Quadratmeter in bester Lage

Seit Jahren steht es leer: das ehemalige Seniorenheim in der Rosenstraße - 28.10.2019 06:00 Uhr

Das Areal, auf dem früher die Gebäude der Brauerei Grüner standen, umfasst die Rosenstraße 16-20 (links) sowie die Gartenstraße 13 und 13 a.

25.10.2019 © Foto: Hans-Joachim Winckler


Im Dezember 2017 zog das Seniorenheim Curanum von der Rosenstraße ans Kavierlein. Seitdem ist die alte Unterkunft verwaist. Stolze 6400 Quadratmeter in bester Innenstadtlage, dazu kommen noch einmal 2200 Quadratmeter in Form von 24 Apartments, in denen damals ebenfalls Senioren gewohnt haben.

Was wird daraus? Diese Frage stellt man sich auch im Fürther Rathaus. Fest steht: Der Komplex, der sich über die Adressen Rosenstraße 16-20 und Gartenstraße 13 und 13 a erstreckt, gehört nicht der Stadt, sondern seit einigen Wochen der Alpha-Gruppe des Nürnberger Immobilienunternehmers Gerd Schmelzer. Nach den Worten von Fürths Wirtschaftsreferent Horst Müller hatte zwar die Stadt ebenfalls kurz darüber nachgedacht, die alte Curanum-Residenz zu erwerben, schreckte aber vor dem hohen Kaufpreis zurück. Trotzdem plant man nun, das Gebäude zu nutzen – als Mieter, oder besser gesagt, als Teilmieter. In der jüngsten Stadtratssitzung brachte die SPD die Idee eines "Familien-Informationshauses" ins Spiel. Gleich mehrere Nutzer könnten dort eine gemeinsame Heimat finden: Mütterzentrum, Frauenhaus, Beratungsstellen von Stadt und Wohlfahrtsverbänden, Tages- oder Kurzzeitpflege sowie generationenübergreifende Wohnprojekte.

Die Verwaltung soll nach dem Willen der Genossen prüfen, ob das Gebäude dafür geeignet wäre. Im besten Fall könnte das Rathaus eine Etage für städtische Beratungsstellen wie Familienstützpunkt, Bündnis für Familien oder Schwangerenberatung mieten und als Vermittler nichtstädtischen Einrichtungen wie dem Frauenhaus helfen, in dem Objekt Unterschlupf zu finden.

Die Antwort auf die Frage nach dem Warum liefern die Sozialdemokraten gleich mit: Junge Familien, die nach Fürth ziehen, "erwarten ein attraktives Angebot an Beratung und Unterstützung", heißt es. Die Stadt könne das zwar leisten, allerdings fehle ein Familien-Informationshaus, um alles zu bündeln. Der Komplex sei dank seiner Lage im Stadtzentrum dafür bestens geeignet. Nach Angaben der SPD leiden die potenziellen Nutzer allesamt unter Raumnot. In der Rosenstraße hätten sie ausreichend Platz.

Einen zusätzlichen Vorschlag machen die Grünen: Neben dem Familien-Informationshaus könnte ein Teil des Gebäudes als Jugendherberge oder Hostel dienen. Ein günstiges Übernachtungsangebot für junge Menschen und Familien fehle noch in Fürth. Das Gebäude mit vielen Zimmern, Großküche und Speisesaal sei dafür ideal. Rathauschef Thomas Jung ergänzte die Ideensammlung im Stadtrat noch darum, dass man im Keller Musikbands Proberäume zur Verfügung stellen könnte. Er machte aber klar: "Die Stadt kann das Gebäude auf keinen Fall komplett mieten, sondern nur Teilbereiche."

Bei der Alpha-Gruppe steht man all dem aufgeschlossen gegenüber. In dem Komplex sei vieles denkbar – betreutes Wohnen, ein Hotel, aber auch eine Nutzung durch die Stadt Fürth, sagt der Objektverantwortliche Max Müller und fügt hinzu: "Wir sind ein langfristiger Investor und damit auch ein guter Partner."

5

5 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Fürth