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Montag, 20.05.2019

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Fürther City-Center auf der Zielgeraden

Bald soll das Drama ein Ende haben - 11.11.2009

Viele Leerstände und hoher Sanierungsstau: «Das City-Center wird sich aus eigener Kraft nicht erholen können», sagt der Fürther Wirtschaftsreferent Horst Müller. Er hofft, dass der Verkauf bald in trockenen Tüchern sein wird. © Scherer


Dies sei in Abstimmung mit dem kaufwilligen Investor Sonae Sierra geschehen, betont Müller. Wie berichtet, will das portugiesische Unternehmen seit langem in Fürth ein Innenstadt-Einkaufszentrum bauen, doch das Projekt «Neue Mitte» war letzten Endes an einem einzigen verkaufsunwilligen Hauseigentümer gescheitert. Seitdem will Sonae Sierra das City-Center kaufen, sanieren und wieder mit Leben, sprich: Geschäften füllen. Denn die Leerstände mehren sich zusehends.

Dass die Frist nun ein weiteres Mal verlängert wurde, liege an technokratischen und logistischen Problemen, erklärt Müller. So habe einer der Eigentümer die Anteile an seinen Sohn überschrieben, der aber als Golfprofi um die Welt tourt und seine Unterschrift noch nicht leisten konnte; dass die Fristverlängerung noch zu erfolgversprechenden Nachverhandlungen beim Kaufangebot führen könnte, schließt Müller «definitiv» aus. «Es wird eine Gleichbehandlung aller geben. Sonst bricht alles zusammen.» Dem Vernehmen nach wird Sonae Sierra eine Summe von nicht mehr als 30 Millionen Euro für das sanierungsbedürftige Einkaufszentrum bezahlen.

Bis 23. November müssen nun alle Unterschriften vorliegen, dann könnte schon im Januar der Verkauf notariell beurkundet werden. Und Sonae Sierra will offenbar schnell mit dem Umbau beginnen. Dass der Verkauf doch noch scheitern könnte, will Müller sich erst gar nicht vorstellen. «Wir sind auf der Zielgeraden.» Er sei optimistisch, aber nicht euphorisch – das Scheitern der «Neuen Mitte» hat bei Müller Spuren hinterlassen. Dennoch hält er es für schlicht undenkbar, dass am Ende wieder ein einzelner Eigentümer ein ganzes Projekt zum Kippen bringt. Schließlich hätten dann alle anderen 350 City-Center-Eigner ebenfalls das Nachsehen. Und damit die ganze Stadt. Käme nach dem Aus für die «Neue Mitte» auch für ein neues City-Center das Stoppzeichen, wäre dies der «Super-Gau». 

Stephan Sohr

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