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Fürths Lohnert-Sportplatz wird kein Denkmal

Stadtheimatpflegerin enttäuscht — Rundlaufbahn muss generalsaniert werden - 29.12.2018 16:00 Uhr

Mit ihren Schatten spendenden Bäumen ist die Anlage beliebt bei Schulen. Auf dem Lohnert-Sportplatz findet unter anderem das Lauffest der mittelfränkischen Förderzentren statt. © Archivfoto: Hans Winckler


Sehr bedauerlich und für sie nicht nachvollziehbar sei die Entscheidung des Landesamts für Denkmalpflege, sagte Stadtheimatpflegerin Karin Jungkunz auf FN-Nachfrage. Zusammen mit ihrem Stellvertreter Lothar Berthold hatte sie das Gelände in der Südstadt bereits vor geraumer Zeit dem zuständigen Experten gezeigt, um es unter Schutz stellen zu lassen. Andernfalls, so ihre Befürchtung, könnte die 1929 eröffnete Sportstätte an der Schwabacher Straße eines Tages womöglich zum begehrten "Filetstückchen" für Bauträger werden.

Das Landesamt aber lehnte es schließlich ab, den Sportplatz mit dem markanten Gebäude zum Denkmal zu erklären – weil nicht mehr alles im Original erhalten sei, so Jungkunz. So wurden etwa Umkleidekabinen und Sanitäranlagen modernisiert. "Aber es gibt noch viel, was an den guten, alten Sportplatz erinnert", sagt sie. Die Wohnung des Hausmeisters zum Beispiel oder das Treppenhaus im Gebäude. Auch von außen sehe das Haus noch so aus wie auf alten Fotografien.

Die nächste Veränderung allerdings steht bevor: Weil erhebliche Mängel festgestellt wurden, kann die Laufbahn – sie besteht aus einer 100-Meter-Sprintstrecke und einer zirka 360 Meter langen Rundlaufbahn mit vier Spuren – nicht mehr benutzt werden. Die alten Tennenbeläge sind stark überwuchert, die Randeinfassungen bewachsen und marode. Das Entwässerungssystem zwischen dem Rasenspielfeld, das in einem guten Zustand ist und erhalten bleibt, und der Laufbahn funktioniert nicht mehr. Und die Bandenwerbung ist baufällig.

Sorge um Bäume

Die Stadtspitze rechnet damit, dass die Sanierung 435 000 Euro kosten wird. Die Tennenbeläge sollen dabei durch zeitgemäße Kunststoff-Sportbeläge ersetzt werden. Weil im Süden und Norden der Laufbahn mächtige Eichen stehen, hatten sich die Grünen im Stadtrat dafür stark gemacht, sie nur noch zweispurig anzulegen, um den Wurzelbereich der Bäume zu schützen. Durchsetzen konnten sie sich aber nicht: Eine vierspurige Bahn sei für den Sport die beste Lösung, sagte Sportreferent Markus Braun. "Alles andere wäre aus sportlicher Sicht ein Schildbürgerstreich." Denn: Gerade weil es hier schattige Bäume gibt, werde die Anlage gerne von Schulen für Laufwettbewerbe genutzt – dafür nehmen sie auch in Kauf, dass die Bahn nicht die normgerechte Länge von 400 Metern besitzt und die Läufer entsprechend ein (dann markiertes) Stück über die Runde hinaus laufen müssen.

Das Grünflächenamt habe versichert, dass man die Bahn auch vierspurig baumschonend erneuern könnte, sagt Braun. Die Mehrheit der Stadträte ließ sich davon überzeugen. Fest steht bereits, dass die Rundlaufbahn ihre Länge behalten wird. Sie auf 400 Meter auszudehnen, ist wegen des wertvollen Baumbestands, aber auch wegen des vorhandenen Gebäudes nicht möglich.  

Claudia Ziob

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