Gefährlich für Wälder und Wiesen: Die größten Schädlinge der Region

15.4.2019, 20:47 Uhr
Der Wald ist ein hochsensibles und faszinierendes Ökosystem. Wie Zahnrädchen laufen alle Mechanismen, klimatische Bedingungen und die Lebensweise ihrer Bewohner ineinander und verschmelzen zu einem lebendigen Wald. Doch so abhängig das Ökosystem von seinen einzelnen Bestandteilen ist, so schnell gerät es ins Ungleichgewicht. Dr. Jürgen Schmidl vom Department Biologie FAU Erlangen-Nürnberg ist sich deshalb sicher: Der wahre Schädling des Waldes ist nicht der Borkenkäfer oder der Kieferspanner, sondern letztendlich der Mensch selbst. Der Befall von sogenannten Ecosystem engineers, die der Volksmund gerne Schädlinge nennt, ist nämlich nur die unweigerliche ökologische Konsequenz auf ein Ungleichgewicht der Natur. Trockenheit wird so zum echten Gefahrenfaktor für den Wald.
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Der Wald: Ein lebendiges Ökosystem

Der Wald ist ein hochsensibles und faszinierendes Ökosystem. Wie Zahnrädchen laufen alle Mechanismen, klimatische Bedingungen und die Lebensweise ihrer Bewohner ineinander und verschmelzen zu einem lebendigen Wald. Doch so abhängig das Ökosystem von seinen einzelnen Bestandteilen ist, so schnell gerät es ins Ungleichgewicht. Dr. Jürgen Schmidl vom Department Biologie FAU Erlangen-Nürnberg ist sich deshalb sicher: Der wahre Schädling des Waldes ist nicht der Borkenkäfer oder der Kieferspanner, sondern letztendlich der Mensch selbst. Der Befall von sogenannten Ecosystem engineers, die der Volksmund gerne Schädlinge nennt, ist nämlich nur die unweigerliche ökologische Konsequenz auf ein Ungleichgewicht der Natur. Trockenheit wird so zum echten Gefahrenfaktor für den Wald. © Yvon Boelle

Der Eichenprozessionsspinner tritt in warm-trockenen Regionen auf und bevorzugt lichte Eichenwälder, Bäume in Gärten oder Parks. In besonders trockenen Jahren vermehrt er sich auch in Massen. Seit 1995 ist eine starke Zunahme dieser früher seltenen Schmetterlings in Unter- und Mittelfranken sowie in Oberfranken zu beobachten, teilt das Landesamt für Wald- und Forstwirtschaft mit. Abgesehen davon, dass sich die Raupe ab Juni an den Blättern satt frisst, löst sie beim Menschen durch ihre giftigen Haare Allergien aus.
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Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner tritt in warm-trockenen Regionen auf und bevorzugt lichte Eichenwälder, Bäume in Gärten oder Parks. In besonders trockenen Jahren vermehrt er sich auch in Massen. Seit 1995 ist eine starke Zunahme dieser früher seltenen Schmetterlings in Unter- und Mittelfranken sowie in Oberfranken zu beobachten, teilt das Landesamt für Wald- und Forstwirtschaft mit. Abgesehen davon, dass sich die Raupe ab Juni an den Blättern satt frisst, löst sie beim Menschen durch ihre giftigen Haare Allergien aus. © privat

Im Volksmund als
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Buchsbaumzünsler

Im Volksmund als "Raupe Nimmersatt" bekannt, ist der Schädling alles andere als nett: Der Zünsler frisst überall Buchshecken und -kugeln kahl. Dabei arbeitet sich die Raupe vom Stamm im Inneren des Strauchs nach außen vor. Nicht mal der Winter kann dem Insekt etwas anhaben. Es überlebt Temperaturen von bis zu minus zwölf Grad. Mittel im Kampf gegen den Schädling gibt es viele: ob Fallen, Algenkalk oder Globuli. Ist der Busch nicht mehr zu retten, hilft nur noch, das Grünzeug abzuschneiden und es in einer Plastiktüte zu entsorgen. Mehr Infos zum Buchsbaumzünsler finden Sie hier. © Stefan Hippel

Für manche Heilpflanze, für andere Parasit: Die Mistel ist ein tückischer Baumbewohner. Sie haftete sich still und heimlich an einen Wirt, den Baum, und breitet sich von dort hartnäckig aus. Sie verbindet sich außerdem mit dem Wassersystem des Baumes. Bei starkem Befall können ganze Bäume absterben, die Früchte der Mistel sind für manche Tiere giftig. Manche Menschen schätzen die Mistel allerdings in der Naturheilkunde.
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Die Mistel

Für manche Heilpflanze, für andere Parasit: Die Mistel ist ein tückischer Baumbewohner. Sie haftete sich still und heimlich an einen Wirt, den Baum, und breitet sich von dort hartnäckig aus. Sie verbindet sich außerdem mit dem Wassersystem des Baumes. Bei starkem Befall können ganze Bäume absterben, die Früchte der Mistel sind für manche Tiere giftig. Manche Menschen schätzen die Mistel allerdings in der Naturheilkunde. © Georg Wolf

Der Schwammspinner gilt als Schmetterling. Den Forstschaden richten bei dieser Art allerdings die Raupen an. Sie fressen die jungen Blätter in den Baumkronen, was mehrere Probleme nach sich zieht. Zum einen werden die Bäume entlaubt, zum anderen verringert sich durch das Abfressen der Schatten und damit die Feuchtigkeit und Kühle auf dem Boden der Bäume. Auch hieran merkt man: Jedes Glied in der Kette des Ökosystems Wald löst Folgen aus.
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Der Schwammspinner

Der Schwammspinner gilt als Schmetterling. Den Forstschaden richten bei dieser Art allerdings die Raupen an. Sie fressen die jungen Blätter in den Baumkronen, was mehrere Probleme nach sich zieht. Zum einen werden die Bäume entlaubt, zum anderen verringert sich durch das Abfressen der Schatten und damit die Feuchtigkeit und Kühle auf dem Boden der Bäume. Auch hieran merkt man: Jedes Glied in der Kette des Ökosystems Wald löst Folgen aus. © Edgar Pfrogner

Der Kiefernwald kann durch den sogenannten Kiefernspanner bedroht werden. Dieses Insekt zählt zur Schmetterlingsart. Der Falter hat meist gelbliche Vorderflügel mit dunkelbrauner Spitzenhälfte und macht sich an den Nadeln der Kiefer zu schaffen. Der Kiefernspanner kann pro Jahr auf eine ganze Generation kommen, weswegen er sich gefährlich schnell im Wald ausbreiten kann.
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Der Kiefernspanner

Der Kiefernwald kann durch den sogenannten Kiefernspanner bedroht werden. Dieses Insekt zählt zur Schmetterlingsart. Der Falter hat meist gelbliche Vorderflügel mit dunkelbrauner Spitzenhälfte und macht sich an den Nadeln der Kiefer zu schaffen. Der Kiefernspanner kann pro Jahr auf eine ganze Generation kommen, weswegen er sich gefährlich schnell im Wald ausbreiten kann. © Edgar Pfrogner

Entdeckt man dieses seltsame Zelt im Wald, kann das auf die Kieferneule, auch Forleule genannt, hindeuten. Der Nachtfalter gilt als Forstschädling. Die Kieferneule kann sich rasant schnell vermehren. Mit dieser Insektenfalle wird versucht, die Kieferneule zu fangen.
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Die Kieferneule

Entdeckt man dieses seltsame Zelt im Wald, kann das auf die Kieferneule, auch Forleule genannt, hindeuten. Der Nachtfalter gilt als Forstschädling. Die Kieferneule kann sich rasant schnell vermehren. Mit dieser Insektenfalle wird versucht, die Kieferneule zu fangen. © Unbekannt

An dieser Illustration erkennt man das Hauptmerkmal des Bockkäfers: Die langen, dünnen Fühler. Der Bockkäfer befällt zum Beispiel Fichten und Kiefern. Klassifizieren lässt sich die Art des Bockkäfers dabei gar nicht so leicht. Weltweit gibt es über 26.000 Arten, 200 davon in Mitteleuropa. Das Krabbeltierchen ernährt sich von Holz, je nach Art von lebendem oder totem. Die Massenvermehrung führt zu enormen Waldschäden,
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Der Bockkäfer

An dieser Illustration erkennt man das Hauptmerkmal des Bockkäfers: Die langen, dünnen Fühler. Der Bockkäfer befällt zum Beispiel Fichten und Kiefern. Klassifizieren lässt sich die Art des Bockkäfers dabei gar nicht so leicht. Weltweit gibt es über 26.000 Arten, 200 davon in Mitteleuropa. Das Krabbeltierchen ernährt sich von Holz, je nach Art von lebendem oder totem. Die Massenvermehrung führt zu enormen Waldschäden, "saubere Waldwirtschaft", sprich das Abholzen der betroffenen Bäume, gilt als das nachhaltigste Mittel zur Beseitigung. © Germanisches Nationalmuseum

Er ist bekannt und gefürchtet: Der Borkenkäfer. Dabei ist Borkenkäfer nicht gleich Borkenkäfer. Es gibt tatsächlich über 150 verschiedene Arten. Bekannt ist zum Beispiel der Buchdrucker. Das Insekt dringt über die Rinde in den Baum ein. Dort legt er seine Brutgänge ab und vermehrt sich sprunghaft weiter. Die beste Methode, um dem Borkenkäfer Herr zu werden, ist befallene Bäume zu fällen, um so die restliche Population zu schützen. Borkenkäferbefall ist auch immer ein Zeichen für ein Ungleichgewicht. So bedient sich der Wirt bei trockenen und schwachen Bäume, da diese angreifbarer sind. Vor allem Kiefern und Fichten sind betroffen.
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Jährlich grüßt der Borkenkäfer

Er ist bekannt und gefürchtet: Der Borkenkäfer. Dabei ist Borkenkäfer nicht gleich Borkenkäfer. Es gibt tatsächlich über 150 verschiedene Arten. Bekannt ist zum Beispiel der Buchdrucker. Das Insekt dringt über die Rinde in den Baum ein. Dort legt er seine Brutgänge ab und vermehrt sich sprunghaft weiter. Die beste Methode, um dem Borkenkäfer Herr zu werden, ist befallene Bäume zu fällen, um so die restliche Population zu schützen. Borkenkäferbefall ist auch immer ein Zeichen für ein Ungleichgewicht. So bedient sich der Wirt bei trockenen und schwachen Bäume, da diese angreifbarer sind. Vor allem Kiefern und Fichten sind betroffen. © Lino Mirgeler

Meistens betrifft Borkenkäferbefall eher die Waldwirtschaft, aber das Insekt kann auch Hobbygärtnern zu schaffen machen. Als Zersetzer kann er zum Beispiel in gelagertes Holz eintreten. Am Baum erkennt ihn zum Beispiel an den etwa drei bis fünf Millimeter großen Eintrittspforten in der Rinde des Baumes. Die Bohrgänge in der Rinde können ebenfalls ein Indiz sein. Am besten geschützt sind gesunde, fitte Bäume. Sie können unterdes in der Lage sein den Schädling selbst durch Harz auszurotten. Die zunehmende Trockenheit der Wälder wird folglich zur Bedrohung.
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Der beste Schutz ist ein gesunder Baum

Meistens betrifft Borkenkäferbefall eher die Waldwirtschaft, aber das Insekt kann auch Hobbygärtnern zu schaffen machen. Als Zersetzer kann er zum Beispiel in gelagertes Holz eintreten. Am Baum erkennt ihn zum Beispiel an den etwa drei bis fünf Millimeter großen Eintrittspforten in der Rinde des Baumes. Die Bohrgänge in der Rinde können ebenfalls ein Indiz sein. Am besten geschützt sind gesunde, fitte Bäume. Sie können unterdes in der Lage sein den Schädling selbst durch Harz auszurotten. Die zunehmende Trockenheit der Wälder wird folglich zur Bedrohung. © Oliver Berg

Im feuchten Sommer treiben Schnecken, oft Nacktschnecken, ihr Unwesen in den Gärten. Vor allem die sorgsam gehegten Salatköpfe und das Gemüse fallen den schleimigen Wesen zu Opfer. Bevor der eifrige Hobbygärtner nun allerdings zum Giftstoff greift, sollte man eines beachten: Schnecken gehören zum Ökosystem dazu und sind durchaus sinnvolle Bewohner des Gartens. Sie sind zum Beispiel Teil der Humusbildung, weil sie verwesende Pflanzenreste fressen und ausscheiden. Bessere Mittel gegen Schnecken sind zum Beispiel jene: Kaffeesatz auf die Erde, Schneckenzäune aus dem Baumarkt, ein
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Die Schnecke

Im feuchten Sommer treiben Schnecken, oft Nacktschnecken, ihr Unwesen in den Gärten. Vor allem die sorgsam gehegten Salatköpfe und das Gemüse fallen den schleimigen Wesen zu Opfer. Bevor der eifrige Hobbygärtner nun allerdings zum Giftstoff greift, sollte man eines beachten: Schnecken gehören zum Ökosystem dazu und sind durchaus sinnvolle Bewohner des Gartens. Sie sind zum Beispiel Teil der Humusbildung, weil sie verwesende Pflanzenreste fressen und ausscheiden. Bessere Mittel gegen Schnecken sind zum Beispiel jene: Kaffeesatz auf die Erde, Schneckenzäune aus dem Baumarkt, ein "Zaun" um das Beet aus Sägemehl streuen oder das simple Einsammeln der Schnecken. © Rudolph Bauer /Leserfoto

Blattläuse sind die wohl häufigsten Schädlinge in fränkischen Gärten. Von ihnen sind etwa 650 Arten bei uns heimisch. Der klebrige Honigtau auf den Blättern, aber auch zerlöcherte Blätter sind Indizien. Hobbygärtner, denen etwas an der Natur liegt, sollten auch bei diesem Befall auf Chemikalien verzichten. Ein Sud aus Brennnessel auf die Pflanzen zu sprühen, ist eine gute Methode dem Problem Herr zu werden. Ansonsten helfen Sprühmischungen mit Öl, das Aufhängen eines Nistkastens oder Nützlinge wie Marienkäfer. Chemikalien hingegen zerstören meist nur die eigentliche Pflanze und den Boden selbst und wird außerdem zur Gefahr für Bienen.
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Die Blattlaus

Blattläuse sind die wohl häufigsten Schädlinge in fränkischen Gärten. Von ihnen sind etwa 650 Arten bei uns heimisch. Der klebrige Honigtau auf den Blättern, aber auch zerlöcherte Blätter sind Indizien. Hobbygärtner, denen etwas an der Natur liegt, sollten auch bei diesem Befall auf Chemikalien verzichten. Ein Sud aus Brennnessel auf die Pflanzen zu sprühen, ist eine gute Methode dem Problem Herr zu werden. Ansonsten helfen Sprühmischungen mit Öl, das Aufhängen eines Nistkastens oder Nützlinge wie Marienkäfer. Chemikalien hingegen zerstören meist nur die eigentliche Pflanze und den Boden selbst und wird außerdem zur Gefahr für Bienen. © Bernd Böhner