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Genuss und Natur: Bekommt Fürth einen neuen Stadtplatz?

Altstadtverein legt Ideen fürs Umfeld der alten Feuerwache vor - 16.01.2019 06:00 Uhr

Würde man die Anbauten entfernen, könnte die hübsche Rückseite der Feuerwache zur Geltung kommen und sich der Helmplatz, der bisher einer breiten Straße gleicht, kräftig ausdehnen. © Hans-Joachim Winckler


Es tut sich gerade eine riesige Chance für die Kleeblattstadt auf. Das sehen zurzeit etliche Menschen und Initiativen so; sie hoffen, dass im alten Quartier der Feuerwehr einmal Platz sein wird für Kunst, Kreativität, Nachhaltigkeit, für die Jugend oder ein Bürgerzentrum. Am Donnerstag, 31. Januar, will die Initiative "Fürth Ort" dazu auch Vorschläge von Bürgern sammeln.

Der Altstadtverein aber hat noch mehr im Blick, wenn er von der großen Chance spricht: Nachdenken müsse man nicht nur über das Innenleben der Räume, die mit dem Auszug der Berufsfeuerwehr voraussichtlich im Jahr 2020 frei werden. Neu gestaltet werden kann auch die Umgebung.

"Was auch immer da reinkommt: Es sollte mitgedacht werden, was mit dem öffentlichen Raum davor und dahinter passiert", sagt der Fürther Architekt Christofer Hornstein. Vor einigen Jahren kämpfte er mit der Bürgerinitiative "Bessere Mitte" gegen das Einkaufszentrum, das der Investor Sonae Sierra in der Rudolf-Breitscheid-Straße errichten wollte. Heute gehört Hornstein der AG Stadtbild des Altstadtvereins an.

Dass sie den Henry-Kissinger-Platz – das ist der Platz vor den Toren der alten Wache – nach dem Umzug der Feuerwehr umgestalten möchte, hat Fürths Stadtspitze bereits vor einiger Zeit angekündigt. Hornstein und seine Mitstreiter wollen sich nun frühzeitig einbringen. Sie raten, hier mit "hoher Sensibilität" vorzugehen und größer zu denken: Nicht nur der Kissinger-Platz könne aufgewertet werden, auch aus dem Helmplatz könne man viel, sogar sehr viel machen, meinen sie und sprechen von einem "neuen großen Stadtplatz", mit einer neuen Verbindung zum Wiesengrund.

Erste Anregungen

Die Neugestaltung der Plätze sollte auf die künftige Nutzung der Gebäude abgestimmt werden, sagt Hornstein. Es sei also Geduld gefragt. Erste Anregungen aber hat die AG Stadtbild schon zu Papier gebracht, um einen Denkprozess in Gang zu setzen.

Henry-Kissinger-Platz: Der Platz vor der Wache sollte möglichst einheitlich gepflastert und mit einer Baumreihe von der vielbefahrenen Königstraße abgegrenzt werden. So bleibe genug Raum, um den Ort auch gastronomisch oder bei Festen für eine Bühne zu nutzen. Ohne die Möglichkeit zur gastronomischen Nutzung (etwa durch ein Café, das in einem Teil der Wache entsteht) hätte der Platz nach Ansicht der AG Stadtbild wegen der Straße wenig Aufenthaltsqualität.

Helmplatz: Der Name Helmplatz wird in Fürth nicht einheitlich gebraucht. Manche meinen damit den Platz vor der Gaststätte "Zum Tannenbaum" (gleich neben dem "Jean-Mandel-Platz" am Jüdischen Museum). Die AG hingegen spricht vom Areal neben und hinter der Feuerwache, das bis zum Eichamt reicht und bisher wie eine breite Straße wirke. In ihm stecke unheimlich viel Potenzial.

Eines der Tore der alten Feuerwache wiederum könnte zu einem öffentlichen Durchgang werden, der zum Helmplatz führt.


Würden die "hässlichen Funktionsanbauten" auf der Rückseite der Feuerwache entfernt werden, könnte hier ein großer neuer Stadtplatz entstehen, der dann von allen Seiten von "sehr ansprechenden historischen Fassaden" begrenzt wäre. Weil es kaum Wohnbebauung gibt, böte er sich für Innenstadt-Veranstaltungen an.

Über Stufen und eine Rampe könnten Passanten außerdem zum Wiesengrund gelangen, in Richtung Karlsteg könnte man einen Fußweg am Pegnitz-Ufer entlang anlegen. Von der Altstadt her würde man damit eine attraktivere Verbindung zu den Talauen schaffen. Ideal fände die AG zudem einen öffentlichen Durchgang vom Henry-Kissinger-Platz durch die Wache hindurch – womöglich durch eines der Tore, vielleicht vorbei an Kunst, die in der Halle ausgestellt wird. . .

Wolfsgruberareal: Was hier entsteht, wird in einigen Jahren von der Kapellenstraße aus als "Eingangstor" der Stadt wahrgenommen werden, sagt Hornstein. "Dieses Areal wird Fürth prägen." Entsprechend besonnen müsse die Bebauung geplant werden. Sehr gut gefallen ihm die Pläne für das Hotel, das an der Wolfsgrubermühle entstehen soll.

Weil sich in den nächsten Jahren der gesamte Komplex – Feuerwache, Eichamt, Heinrich-Schliemann-Gymnasium und Wolfsgruberareal – wandeln wird, sollte man ihn als Gesamtheit betrachten und besondere Mühe in die Planung stecken, findet Hornstein. Er wünscht sich daher auch, dass die Stadtspitze einen umfassenden Planungsprozess beginnt und auf einen Workshop setzt, in dem Experten und Bürger ein Konzept entwickeln, statt auf einen reinen Architektenwettbewerb. "Ich würde mich freuen, wenn hier das Maximum herausgeholt werden würde", sagt Hornstein. An der Gebhardtstraße habe man diese Chance verpasst.

Claudia Ziob

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