Grippe, Noroviren, Borreliose: Die häufigsten Infektionskrankheiten

22.11.2020, 06:04 Uhr
Gegen Masern, Mumps und Röteln kann man sich impfen lassen, entsprechend gering sind inzwischen die Fallzahlen. Für Masern besteht seit dem 1. März 2020 sogar eine Impfpflicht für die Aufnahme in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kinderkrippe, Kindergarten, Hort oder Schule. Im Jahr 2019 gab es laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) insgesamt 75 Masern-Fälle in Bayern. Mumps wurde in 163 Fällen nachgewiesen, Röteln zwei Mal.
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Masern

Gegen Masern, Mumps und Röteln kann man sich impfen lassen, entsprechend gering sind inzwischen die Fallzahlen. Für Masern besteht seit dem 1. März 2020 sogar eine Impfpflicht für die Aufnahme in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kinderkrippe, Kindergarten, Hort oder Schule. Im Jahr 2019 gab es laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) insgesamt 75 Masern-Fälle in Bayern. Mumps wurde in 163 Fällen nachgewiesen, Röteln zwei Mal. © Marius Becker/dpa

Das Hantavirus wird vor allem von Mäusen an Menschen übertragen.  Die Übertragung auf den Menschen erfolgt laut LGL entweder über die Atemwege durch das Einatmen virushaltiger Stäube oder Aerosole oder durch Schmierinfektionen über die Hände nach Kontakt mit lebenden oder toten Nagetieren bzw. deren Ausscheidungen. Besondere Vorsicht ist deshalb geboten bei Tätigkeiten in Räumen (Schuppen, Keller, Dachböden, Gartenhäuschen), in denen Mäuse hausen. Eine Infektion kann zu schwerem Fieber, Blutungsneigung und sogar Nierenversagen führen. 2019 wurden in Bayern 293 Infektionen bei Menschen nachgewiesen. 
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Hantavirus

Das Hantavirus wird vor allem von Mäusen an Menschen übertragen.  Die Übertragung auf den Menschen erfolgt laut LGL entweder über die Atemwege durch das Einatmen virushaltiger Stäube oder Aerosole oder durch Schmierinfektionen über die Hände nach Kontakt mit lebenden oder toten Nagetieren bzw. deren Ausscheidungen. Besondere Vorsicht ist deshalb geboten bei Tätigkeiten in Räumen (Schuppen, Keller, Dachböden, Gartenhäuschen), in denen Mäuse hausen. Eine Infektion kann zu schwerem Fieber, Blutungsneigung und sogar Nierenversagen führen. 2019 wurden in Bayern 293 Infektionen bei Menschen nachgewiesen.  © Friso Gentsch, dpa

Häufigster Erreger der Lungenerkrankung Tuberkulose ist die Spezies Mycobacterium tuberculosis, die erstmals 1882 durch Robert Koch beschrieben wurde. 2019 gab es 747 nachgewiesene Infektionen in Bayern, davon 116 in Mittelfranken und damit im Verhältnis zur Einwohnerzahl am häufigsten im Freistaat.
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Tuberkulose

Häufigster Erreger der Lungenerkrankung Tuberkulose ist die Spezies Mycobacterium tuberculosis, die erstmals 1882 durch Robert Koch beschrieben wurde. 2019 gab es 747 nachgewiesene Infektionen in Bayern, davon 116 in Mittelfranken und damit im Verhältnis zur Einwohnerzahl am häufigsten im Freistaat. © Rainer Jensen, dpa

Hepatitis C machte zuletzt vor allem dadurch von sich reden, dass ein Narkosearzt in der Donau-Ries Klinik in Donauwörth 63 Patienten mit dem Virus angesteckt haben soll. Eine Erkrankung kann im Verlauf zu schweren Leberschädigungen führen. 2019 wurden 1047 Fälle in Bayern bekannt. Eine Impfung gegen Hepatitis C gibt es bislang nicht.
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Hepatitis C

Hepatitis C machte zuletzt vor allem dadurch von sich reden, dass ein Narkosearzt in der Donau-Ries Klinik in Donauwörth 63 Patienten mit dem Virus angesteckt haben soll. Eine Erkrankung kann im Verlauf zu schweren Leberschädigungen führen. 2019 wurden 1047 Fälle in Bayern bekannt. Eine Impfung gegen Hepatitis C gibt es bislang nicht. © Stefan Puchner/dpa

Salmonellen-Infektionen entstehen vor allem durch den Verzehr von damit belastetem Geflügelfleisch, aber auch durch das Verspeisen von Muscheln oder Eiern. Meist beschränkt sich eine Erkrankung auf Durchfall. Manchmal kommen aber auch noch Fieber oder Erbrechen hinzu. Der weitaus größte Anteil an Infektionen bleibt wohl unentdeckt. 2019 wurden in Bayern 1802 Fälle bei Menschen nachgewiesen.
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Salmonellose

Salmonellen-Infektionen entstehen vor allem durch den Verzehr von damit belastetem Geflügelfleisch, aber auch durch das Verspeisen von Muscheln oder Eiern. Meist beschränkt sich eine Erkrankung auf Durchfall. Manchmal kommen aber auch noch Fieber oder Erbrechen hinzu. Der weitaus größte Anteil an Infektionen bleibt wohl unentdeckt. 2019 wurden in Bayern 1802 Fälle bei Menschen nachgewiesen. © colourbox.de

Hepatitis B wurde 2019 in 1921 Fällen nachgewiesen - obwohl gegen die Infektion gut und zuverlässig geimpft werden kann. Für Kinder und bestimmte Risikogruppen wird eine Impfung empfohlen. Die Zahl der bekannten Infektionen in Bayern hat sich zuletzt stark erhöht, zum einen wegen einer geänderten Falldefinition, zum anderen aber auch, weil Asylsuchende standardmäßig auf Hepatitis B getestet werden. Vor einigen Jahren traten nur etwas mehr als 100 Fälle pro Jahr in Bayern auf. Mögliche Krankheitssymptome sind Oberbauchbeschwerden, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit oder Gelbsucht. Eine chronische Leberentzündung kann folgen.
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Hepatitis B

Hepatitis B wurde 2019 in 1921 Fällen nachgewiesen - obwohl gegen die Infektion gut und zuverlässig geimpft werden kann. Für Kinder und bestimmte Risikogruppen wird eine Impfung empfohlen. Die Zahl der bekannten Infektionen in Bayern hat sich zuletzt stark erhöht, zum einen wegen einer geänderten Falldefinition, zum anderen aber auch, weil Asylsuchende standardmäßig auf Hepatitis B getestet werden. Vor einigen Jahren traten nur etwas mehr als 100 Fälle pro Jahr in Bayern auf. Mögliche Krankheitssymptome sind Oberbauchbeschwerden, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit oder Gelbsucht. Eine chronische Leberentzündung kann folgen. © Bodo Marks (dpa)

Auch der Keuchhusten konnte noch immer nicht ausgerottet werden. 2019 gab es in Bayern 2533 Fälle, davon mit 1636 bekannten Infektionen einen massiven Ausbruch in Oberbayern. Es wird empfohlen, den Impfschutz im Erwachsenenalter noch einmal aufzufrischen. Keuchhusten ist hoch ansteckend. Bereits eine geringe Keimmenge von nur etwa 100 Keimen kann zur Ansteckung führen. Die Erkrankung ist geprägt von heftigen Hustenanfällen, häufig gepaart mit dem Auswurf von zähem Schleim und anschließendem Erbrechen. Vor allem bei Säuglingen kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen wie Lungen-, Ohren- und Nebenhöhlenentzündung, Inkontinenz, Rippenbrüche sowie Blutungen am Auge oder selten sogar Hirnblutungen. 
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Keuchhusten

Auch der Keuchhusten konnte noch immer nicht ausgerottet werden. 2019 gab es in Bayern 2533 Fälle, davon mit 1636 bekannten Infektionen einen massiven Ausbruch in Oberbayern. Es wird empfohlen, den Impfschutz im Erwachsenenalter noch einmal aufzufrischen. Keuchhusten ist hoch ansteckend. Bereits eine geringe Keimmenge von nur etwa 100 Keimen kann zur Ansteckung führen. Die Erkrankung ist geprägt von heftigen Hustenanfällen, häufig gepaart mit dem Auswurf von zähem Schleim und anschließendem Erbrechen. Vor allem bei Säuglingen kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen wie Lungen-, Ohren- und Nebenhöhlenentzündung, Inkontinenz, Rippenbrüche sowie Blutungen am Auge oder selten sogar Hirnblutungen.  © Andreas Morlok/pixelio.de

Bevor es eine Impfung gegen Rotaviren gab, wurden bundesweit pro Jahr 20.000 Säuglinge ins Krankenhaus eingeliefert, weil sie so starke Brechdurchfälle hatten, dass die Erkrankung zu einem bedrohlichen Flüssigkeits- und Salzverlust geführt hatte. Seit 2013 wird für Säuglinge ab einem Alter von sechs Wochen empfohlen, dass sie eine Schluckimpfung mit einem Lebendimpfstoff bekommen. Seither hat sich die Zahl der schweren Erkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern erheblich verringert. 2019 konnten Rotaviren 3692 Mal bei Menschen in Bayern nachgewiesen werden.
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Rotaviren

Bevor es eine Impfung gegen Rotaviren gab, wurden bundesweit pro Jahr 20.000 Säuglinge ins Krankenhaus eingeliefert, weil sie so starke Brechdurchfälle hatten, dass die Erkrankung zu einem bedrohlichen Flüssigkeits- und Salzverlust geführt hatte. Seit 2013 wird für Säuglinge ab einem Alter von sechs Wochen empfohlen, dass sie eine Schluckimpfung mit einem Lebendimpfstoff bekommen. Seither hat sich die Zahl der schweren Erkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern erheblich verringert. 2019 konnten Rotaviren 3692 Mal bei Menschen in Bayern nachgewiesen werden. © picture alliance / dpa

Borreliose wird durch Zecken übertragen, etwa zehn bis 20 Prozent der Tiere tragen das Bakterium in sich. Typisch bei einer Infektion ist eine wachsende Rötung um die Stichstelle.  Später können das Nervensystem und die Gelenke stark beeinträchtigt werden. Borreliose ist durch Antibiotika recht gut behandelbar, anders als FSME, das ebenfalls durch Zecken übertragen wird. Durch eine FSME-Infektion kann es zu Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündungen kommen. 2019 gab es in Bayern 4259 Fälle von Borreliose und 202 nachgewiesene FSME-Infektionen.
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Lyme Borreliose

Borreliose wird durch Zecken übertragen, etwa zehn bis 20 Prozent der Tiere tragen das Bakterium in sich. Typisch bei einer Infektion ist eine wachsende Rötung um die Stichstelle.  Später können das Nervensystem und die Gelenke stark beeinträchtigt werden. Borreliose ist durch Antibiotika recht gut behandelbar, anders als FSME, das ebenfalls durch Zecken übertragen wird. Durch eine FSME-Infektion kann es zu Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündungen kommen. 2019 gab es in Bayern 4259 Fälle von Borreliose und 202 nachgewiesene FSME-Infektionen. © Patrick Pleul, dpa

Namentlich vielen wohl eher unbekannt, rangiert die Campylobacter-Infektion doch auf Rang drei der häufigsten meldepflichtigen Infektionen in Bayern. 7645 Fälle wurden nachgewiesen. Die spiralförmigen Stäbchenbakterien führen zu Durchfällen. Sie sind der in Deutschland häufigste Grund für durch mit Bakterien besetzte Lebensmittel ausgelöste Durchfälle. Häufig wird die Infektion von starkem Fieber begleitet.
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Campylobacter

Namentlich vielen wohl eher unbekannt, rangiert die Campylobacter-Infektion doch auf Rang drei der häufigsten meldepflichtigen Infektionen in Bayern. 7645 Fälle wurden nachgewiesen. Die spiralförmigen Stäbchenbakterien führen zu Durchfällen. Sie sind der in Deutschland häufigste Grund für durch mit Bakterien besetzte Lebensmittel ausgelöste Durchfälle. Häufig wird die Infektion von starkem Fieber begleitet. © Pixabay

Händewäschen hilft, der zweithäufigsten Infektionsart in Bayern vorzubeugen: dem Norovirus. 10.068 Infektionen wurden 2019 nachgewiesen. Eine Infektion ist durch starke Durchfälle und heftiges Erbrechen gekennzeichnet. 
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Norovirus

Händewäschen hilft, der zweithäufigsten Infektionsart in Bayern vorzubeugen: dem Norovirus. 10.068 Infektionen wurden 2019 nachgewiesen. Eine Infektion ist durch starke Durchfälle und heftiges Erbrechen gekennzeichnet.  © Horst Linke

Die häufigste meldepflichtige Infektionskrankheit ist die Influenza, die sich durch hohes Fieber und ein schweres Krankheitsgefühl deutlich von harmloseren grippalen Infekten unterscheidet. Vor allem bei Älteren und Menschen mit chronischen Krankheiten kann die Grippe zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Ihnen wird deshalb auch eine Impfung empfohlen, die allerdings jedes Jahr wiederholt werden muss, weil sich die im Umlauf befindlichen Influenza-Viren immer wieder ändern. Im Jahr 2019 wurden in Bayern 46.984 Influenza-Infektionen nachgewiesen.
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Influenza

Die häufigste meldepflichtige Infektionskrankheit ist die Influenza, die sich durch hohes Fieber und ein schweres Krankheitsgefühl deutlich von harmloseren grippalen Infekten unterscheidet. Vor allem bei Älteren und Menschen mit chronischen Krankheiten kann die Grippe zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Ihnen wird deshalb auch eine Impfung empfohlen, die allerdings jedes Jahr wiederholt werden muss, weil sich die im Umlauf befindlichen Influenza-Viren immer wieder ändern. Im Jahr 2019 wurden in Bayern 46.984 Influenza-Infektionen nachgewiesen. © Franziska Gabbert, dpa-mag