Altmühlsee: Stelzenhäuser und Event-Insel kommen

18.9.2020, 05:57 Uhr
Aus ihr soll ein ganz besonderer Veranstaltungsort werden: Die kleine Insel vor dem Hundestrand am Altmühlsee wird dafür mit einer Brücke erschlossen.

Aus ihr soll ein ganz besonderer Veranstaltungsort werden: Die kleine Insel vor dem Hundestrand am Altmühlsee wird dafür mit einer Brücke erschlossen. © Foto: Zweckverband Altmühlsee

In Wald ging es um die Errichtung von zwölf Stelzenhäusern nahe dem Abenteuerspielplatz, wofür der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden muss. Jörg Bierwagen vom Ingenieurbüro Christofori und Partner (Heilsbronn) informierte das Gremium über die während der frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung eingegangenen 64 Stellungnahmen. Die nahmen die Räte zur Kenntnis und beauftragten die Geschäftsstelle, die Vorschläge in die Pläne einzuarbeiten.

Die wichtigsten Punkte: Die Regierung in Ansbach sieht das sogenannte Anbindegebot als erfüllt an; es schreibt im Grundsatz vor, dass neue Gewerbegebiete an Siedlungen angedockt werden müssen. ZVA-Vorsitzender Karl-Heinz Fitz, den diese Vorschrift, wie er einräumte, "sehr beschäftigt" hatte, dankte der Regierung für dieses Signal.

Der Gunzenhäuser Rathauschef ging zudem auf eine Stellungnahme des Kreisjugendrings und der Pfadfinder ein, der um die Möglichkeit bangt, an dieser Stelle weiter Zeltlager zu veranstalten. "Die Pfadfinder sollen nicht vertrieben werden", stellte Fitz klar, sondern weiter einen Zeltplatz nutzen können.

Nur Bund Naturschutz gegen Stelzenhäuser

Handlungsbedarf sieht der ZVA bei der Satzung der das Gebiet mit Wasser versorgenden Reckenberg-Gruppe. Die hindert Bauherren nämlich daran, gesammeltes Regenwasser etwa für Toilettenspülungen zu verwenden. Das sei "widersinning im Sinne einer Minderung des Wasserverbrauchs", hieß es, hier müsse man auf eine Änderung der entsprechenden Paragrafen hinwirken.

Gegen die Stelzenhäuser sprach sich allein der Bund Naturschutz aus, der das Areal als "naturschützend wertvoll" und als Lebensraum von Ringelnattern und Eidechsen einstuft. Ein Argument, dem der Planer nicht folgte: Seine Gutachter hätten "keine relevanten Arten festgestellt".

In Muhr am See gab es im Verfahren keine Einwendungen gegen das Vorhaben, die ehemalige Gaststätte "Mönchswald" direkt an der B 13 in eine Tagespflegeeinrichtung zu verwandeln und daneben einen Neubau zu erstellen, der barrierefreies Wohnen ermöglicht. Auch sein Gemeinderat stehe hinter dem Vorhaben, bestätigte Bürgermeister Dieter Rampe.

In Schlungenhof, wo die dem Hundestrand vorgelagerte Insel mit einer Brücke erschlossen und zur Event-Location entwickelt werden soll, gab es gegen diese Pläne "keine rechtsverbindlichen Einwände", so ZVA-Geschäftsleiter Daniel Burmann. Das Landratsamt mahnte lediglich Schallschutzmaßnahmen an, damit der zu erwartende "Freizeitlärm" nicht zu den Wohnmobilstellplätzen hinüberdringt. Für die sollen neue, zusätzliche Stellplätze geschaffen werden, das Areal liegt allerdings laut Burmann im Überschwemmungsgebiet, weshalb das Vorhaben aus dem Verfahren herausgenommen wird.

"Ein anständiges Gebäude" Rad- und Bootsverleih

Auf Zustimmung im ZVA stieß auch das Vorhaben, nahe Muhr am See ein Gebäude für einen Rad- und Bootsverleih zu errichten. "Es soll ein anständiges Gebäude werden statt einer Gartenlaube", erklärte Burmann. Durch die flache Bauweise werde der Blick zum See "weitgehend erhalten".

Auch für ein ganz besonderes Gebäude muss der Bebauungs- und Grünordnungsplan geändert werden: für die Bootshalle in Schlungenhof, in der schon möglichst bald zwei Römergaleeren ihr Domizil finden sollen. Eines der Schiffe, die F.A.N., kreuzte schon mehrfach über den Altmühlsee, ein weiteres soll unter der Regie des Erlanger Geschichtsprofessors Boris Dreyer in der Halle gebaut werden, in einer Art gläserner Werkstatt und mit Unterstützung handwerklich begabter Freiwilliger.

Zwischen dem Wasserwirtschaftsamt und dem Bootshafen wird das Gebäude entstehen, für das – bei zunächst geschätzten 90 000 Euro Baukosten – ein Zuschuss von 45.000 Euro bei der Regierung von Mittelfranken beantragt wurde. Allerdings musste Daniel Burmann bereits einräumen: "Mit den 90 000 Euro werden wir wohl nicht ganz hinkommen."

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