Erschreckende Bilanz

Amphibienschutzzäune: Bund Naturschutz stellt Totalausfall fest

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8.5.2022, 15:00 Uhr
Viel weniger Amphibien als in den vergangenen Jahren fanden die Helfer von der BN-Ortsgruppe Gunzenhausen, hier mit Vorsitzender Alexandra Kresse, in den bereitgestellten Eimern vor.

© BN-Ortsgruppe Gunzenhausen, NN Viel weniger Amphibien als in den vergangenen Jahren fanden die Helfer von der BN-Ortsgruppe Gunzenhausen, hier mit Vorsitzender Alexandra Kresse, in den bereitgestellten Eimern vor.

Die Laichzeit der Amphibien ist vorbei, die Freiwilligen des örtlichen Bund Naturschutzes konnten die Amphibienschutzzäune abbauen. Ihre Bilanz allerdings fiel alles andere als erfreulich aus.

Die Amphibien zu schützen ist ein wichtiges Ziel der Naturschützer in Gunzenhausen. Dazu stellten sie an verschiedenen Stellen Zäune und Eimer auf. Die Frösche, Kröten und andere Amphibien sollten so daran gehindert werden, vielbefahrene Straßen zu überqueren und stattdessen in die Eimer fallen.

Sehr geringe Ausbeute

Die BN-Helfer wollten sie dann zu ihren Laichgewässern tragen. „Keiner will überfahrene Kröten auf den Straßen“, erklärt die hiesige BN-Ortsgruppenvorsitzende Alexandra Kresse den Sinn der Rettungsaktion.

In diesem Jahr allerdings war die Ausbeute der geretteten Tiere sehr gering. „Im Prinzip sind die Zahlen ein Totalausfall. Amphibien waren fast nicht vorhanden“, stellte Denis Glotz, einer der freiwilligen Helfer, fest. Daraus zieht er den Schluss, dass man im nächsten Jahr wohl kaum Amphibien in den Gewässern sehen werde. Das sei eine wirkliche Tragödie. Die Ursache sei aber nach wie vor unklar.

Alexandra Kresse ist ebenfalls sprachlos. In den vielen Jahren ihres Einsatzes stelle die diesjährige Ausbeute einen neuen Tiefpunkt dar. Die Diplombiologin hatte auch keine einfache Erklärung parat. „Es geht ja niemand umher und lässt die Kröten verschwinden“, meinte sie Kresse kopfschüttelnd.

Mehr Klimaschutz

Wahrscheinlich gebe es mehrere Ursachen: „Trockenheit, Pestizide und vielleicht auch etwas natürliche Populationsschwankung“, zählt Kresse auf. Aber im Prinzip werde die eigentliche Ursache zu oft ignoriert: Der Klimawandel und die fortschreitende Umweltzerstörung zeigten eben Wirkung. Vielleicht lebe man bald in einem Land ohne Frösche und Kröten. Die Folgen seien dramatisch, merkte Kresse an.

Das einzige Mittel dagegen sei eine Intensivierung der Klimaschutz- und Biodiversitätsmaßnahmen. Die Politik müsse weiter alles in ihrer Macht stehende tun, um der Klima- und Artenkrise entgegenzuwirken, heißt es in der Pressemitteilung der BN-Ortsgruppe Gunzenhausen.

Die nächste Sitzung der BN-Ortsgruppen ist am Freitag, 20. Mai, um 19 Uhr im Hotel „Adlerbräu“. Interessierte sind willkommen.