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Montag, 20.01.2020

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Artur Auernhammer hofft auf mehr Organspender

CSU-Bundestagsabgeordneter aus Oberhochstatt stimmt für Widerspruchsregelung - 15.01.2020 16:36 Uhr

Schon seit rund zehn Jahren ist Artur Auernhammer (links) Inhaber eines Organspendeausweises. Die Initiative von Gesundheitsminister Jens Spahn, bei der Organspende künftig auf eine Widerspruchsregelung zu setzen, fand bei ihm sofort offene Ohren. © Büro Artur Auernhammer


Gesundheitsminster Jens Spahn hat sich schon länger die Änderung des Transplantationsgesetzes auf die Fahnen geschrieben. Der CDU-Politiker setzt auf die Widerspruchsregelung. Demnach würden alle Bürger potentielle Organspender – außer, sie legen dagegen ihr Veto ein. Wie der  hiesige CSU-Bundestagsabgeordnete die geplante Änderung sieht und wie er abstimmen wird, darüber hat der Altmühl-Bote mit Artur Auernhammer gesprochen.

Herr Auernhammer, wie stehen Sie zu der von Jens Spahn vorgeschlagenen Widerspruchsregelung?

Ich begrüße diesen Vorschlag und werde auch mit ihm dafür stimmen.

Warum?

Für mich ist wichtig, dass wir beim Thema Organspende weiterkommen. Viel zu viele Menschen warten in Deutschland händeringend auf eine Organspende. Ich habe selbst einen Organspendeausweis, aber es zeigt sich, das der bisherige Ansatz nicht weit genug führt. Wir müssen verhindern, dass Organe illegal organisiert werden, wir brauchen eine gute Regelung für Deutschland.

Ist die Widerspruchsregelung denn überhaupt mit unseren demokratischen Grundregeln, ist sie mit Artikel 1 des Grundgesetzes vereinbar? Werden nicht die Selbstbestimmungsrechte des Individuums damit beschnitten?

Es kann sich ja jeder selbst entscheiden, es kann sich jeder dagegen aussprechen, seine Organe zu spenden. Jeder kann Nein sagen. Diese Freiheit ist ja gegeben. Ich sehe deshalb keinen Widerspruch darin.

Es gibt aber auch Menschen, die am Öffentlichen Leben nicht teilhaben, die womöglich überhaupt nicht mitbekommen, dass sie nun Widerspruch gegen eine Organspende einlegen müssten.

Wir müssen eine noch stärkere Informations- und Aufklärungskampagne fahren. Jeder kommt irgendwann einmal zum Arzt. Und da muss er dann darauf hingewiesen werden, dass er Widerspruch einlegen kann. Jeder bekommt ja seit geraumer Zeit auch immer wieder einen Organspendeausweis von seiner Versicherung zugeschickt. So lief es bei mir. Niemand wird gegen seinen Willen zur Organspende herangezogen.

Eine große Motivation, Jens Spahn zu unterstützen, war für mich der Fall der kleinen Aria aus Ellingen. Die musste extra in die USA fliegen, um ein neues Herz zu bekommen. Und was ich derzeit auch erlebe: Unwahrscheinlich viel Zuspruch, persönlich, per Post oder E-Mail, dass wir da jetzt endlich etwas machen. Etwa von einer Frau, deren Mann seit drei Jahren auf ein Herz wartet. Es ist wichtig, dass wir jetzt als Politiker auch einmal konkret handeln.

Im Raum steht auch die Sorge, dass damit dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet werden könnte, dass Organe zu früh entnommen werden könnten.

Mir ist wichtig, dass man den Missbrauch gänzlich unterbindet. Wir wissen nicht, was es jetzt schon alles an Missbrauch gibt. Wenn wir mehr Organe haben, dann ist der Weg in die Illegalität nicht mehr notwendig. Es ist ja bekannt, dass man international, wenn man genug Geld hat, etwa eine Niere kaufen kann. Was ich noch anmerken möchte: Es gibt diesmal bei uns keinen Fraktionszwang. Das wird eine spannende Abstimmung. Hoffentlich zugunsten der vielen Menschen, die auf ein Organ warten.

 

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