Bagger rücken altem Klinkerbau in Gunzenhausen zu Leibe

31.7.2015, 08:00 Uhr
Eine Sanierung des alten Klinkerbaus in der Krankenhausstraße wäre zu aufwändig gewesen, weshalb nun die Bagger anrückten. Im geplanten Neubau wird eine Wohngruppe der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Bezzelhaus untergebracht werden.

Eine Sanierung des alten Klinkerbaus in der Krankenhausstraße wäre zu aufwändig gewesen, weshalb nun die Bagger anrückten. Im geplanten Neubau wird eine Wohngruppe der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Bezzelhaus untergebracht werden. © Marianne Natalis

Bis Ende nächster Woche wird von dem Gebäude laut einem Mitarbeiter der ausführenden Firma Erdbau Bräunlein aus Absberg nichts mehr zu sehen sein.

Das Haus wurde 1897 vom jüdische Kaufmann Elias Gutmann errichtet und wechselte, wie Stadtarchivar Werner Mühlhäußer auf Anfrage mitteilt, 1908 für 11 000 Mark den Besitzer. Der Getreidehändler Lazarus Bergmann nannte es fortan sein Eigen, bis es 1920 vom Pferdehändler Samuel Schimmel gekauft wurde. 1931 schließlich erwarb Georg Schömig das Anwesen und betrieb dort fortan einen Großhandel für Getreide, Landesprodukte und Düngemittel.

Seit 1964 steht der Landkreis Gunzenhausen als Besitzer im Grundbuchamt. Bis zum Neubau des Kreiskrankenhauses auf dem Reutberg waren Personal und Verwaltung des früheren Krankenhauses (heute Stadtbücherei) in dem Haus untergebracht.

Mittlerweile ist es schon seit langen Jahren ein Teil des Bezzelhauses. Nun entsprach es nicht mehr den Anforderungen, eine Sanierung wäre aber viel zu aufwändig gewesen. Mit dem Neubau für die Verselbstständigungswohngruppe soll direkt im Anschluss an den Abriss begonnen werden. Wie Frank Schuldenzucker, der Leiter der Kinder- und Jugendhilfe Bezzelhaus, erläutert, werden dort neun Jugendliche ein vorübergehendes Zuhause finden. Im ersten Stock sind Zimmer geplant, die zu einer Wohngruppe gehören. Im zweiten Stock entstehen drei Einzimmer-Appartements. Hier können sich die jungen Bewohner auf ihr selbstständiges Leben vorbereiten. Die Wohnungen sind mit einer eigene Küche ausgestattet, damit die Jugendlichen lernen, sich selbst zu verpflegen. Die geplanten Investitionskosten liegen bei 1,28 Millionen Euro. Und diese Grenze soll auch nicht überschritten werden, betont Schuldenzucker.

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