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"Christoph 65": Seit fünf Jahren Rettung aus der Luft

Von Dinkelsbühl aus fliegt der Helikopter zu seinen Einsätzen - 10.03.2020 08:16 Uhr

Mit der Stationierung von „Christoph 65“ wurde einer der letzten weißen Flecken im Luftrettungsnetz Deutschlands geschlossen.

09.03.2020 © Diane Mayer


Der Verbandsvorsitzende des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, der Ansbacher Landrat Dr. Jürgen Ludwig, und Sven Uhmann, Stationsleiter der Lufttrettungsstation Dinkelsbühl, bezeichnen die Stationierung von "Christoph 65" als zukunftsweisende Entscheidung.

Durch den Rettungshubschrauber, der nicht in einem Ballungsraum sondern nahe am Patienten stationiert wurde, sei einer der letzten "weißen Flecken" im Luftrettungsnetz in Deutschland geschlossen worden. Gleichzeitig leiste der Rettungshubschrauber damit auch einen großen Beitrag zur Chancengleichheit und zur medizinischen Absicherung im ländlichen Raum.

 

"Die aktuellsten Zahlen zeigen erneut, dass sich das jahrelange Bemühen, einen Rettungshubschrauber in unserer Region zu stationieren, gelohnt hat", betont Ludwig. Im vergangenen Jahr hob der Helikopter 1528 Mal zu Einsätzen ab. Zusätzlich zu den 1116 Einsätzen innerhalb Bayerns hatte "Christoph 65" 412 Einsätze in Baden-Württemberg. "Wir sind dankbar, dass es neben dem bodengebundenen Rettungsdienst und den Notärzten in unserer Region mit diesem Rettungshubschrauber eine wichtige Ergänzung im Rettungswesen gibt", so der Landrat in einer Pressemitteilung.


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Am häufigsten musste "Christoph 65" zu Verletzungen nach Unfällen (38 Prozent) ausrücken. Dazu gehören Freizeit-, Sport-, Schul- und Verkehrsunfälle. Dahinter folgen mit 22 Prozent Notfälle im Bereich Herz-Kreislauf wie Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen. In sieben Prozent der Fälle diagnostizierten die Lebensretter aus der Luft neurologische Notfälle wie zum Beispiel einen Schlaganfall. Bei ebenfalls sieben Prozent war ein Notfall des Atmungssystems wie akute Atemnot oder Asthma die Ursache.

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Bundesweit arbeiten für die ADAC Luftrettung, die ein Tochterunternehmen der ADAC Stiftung ist, fast 1100 Menschen – darunter rund 160 Piloten, etwa 250 Notfallsanitäter (TC HEMS) und rund 600 Notärzte. In der Regel besteht das Team einer Station aus drei Piloten, fünf Notfallsanitätern und 15 Notärzten. In Dinkelsbühl sind es aufgrund der abgesetzten Lage der Station und der Einbindung verschiedener Kooperationspartner drei Piloten, 14 Notärzte, 6 Notfallsanitäter (TC-HEMS) und 13 Luftraumbeobachter.

"Jeder an seiner Position und mit seinen Kompetenzen ist für das Rettungswesen von großer Bedeutung und trägt zu diesen hohen Versorgungsstandards bei", erklärt der Verbandsvorsitzende. Die Entwicklung des Einsatzaufkommens erfordere es jedoch, regelmäßig zu prüfen und gegebenenfalls entsprechend die Vorhaltung der einzelnen Rettungsmittel anzupassen. So wurden zuletzt in Neunstetten, einem Ortsteil der Stadt Herrieden, und Wolframs-Eschenbach ein Rettungswagen-Stellplatz in Betrieb genommen sowie in Bad Windsheim ein weiterer Krankentransportwagen stationiert.


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Das Rettungswesen als öffentliche Aufgabe der Daseinsfürsorge und Gesundheitsvorsorge ist in Bayern eine den Landkreisen und kreisfreien Städten übertragene Aufgabe. Um diese Aufgabe landesweit einheitlich und homogen zu erfüllen, schließen sich die im selben Rettungsdienstbereich (RDB) liegenden Landkreise und kreisfreien Städte zu einem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) zusammen.

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Im Bereich des RDB Ansbach sind dies die Landkreise Ansbach und Neustadt a. d. Aisch – Bad Windsheim sowie die kreisfreie Stadt Ansbach (ZRF Ansbach). Zu den zentralen Aufgaben des ZRF Ansbach zählen die Sicherstellung der Notfallrettung, des Notarztdiensts, des Krankentransports, der Betrieb einer integrierten Leitstelle sowie seit dem Jahr 2015 die Sicherstellung der Luftrettung vom Standort Dinkelsbühl-Sinbronn aus.

Als Standort für "Christoph 65" war damals auch zeitweise der Flugplatz Gunzenhausen im Gespräch gewesen, doch zerschlugen sich damals die Hoffnungen der hiesigen Kommunal- und Regionalpolitiker. Eigentlich hatte Landrat Gerhard Wägemann ein gemeinsames Vorgehen mit den Ansbacher Verantwortlichen erhofft, im Sinne des Standorts Gunzenhausen.

 


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