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Das Gunzenhäuser Waldbad bleibt heuer geschlossen

Gründe sind die vielen Auflagen und das zu erwartende, hohe Defizit - 05.06.2020 06:01 Uhr

Der Sprungturm ist vor allem bei den jungen Badegästen sehr beliebt. Nur jeweils ein Besucher dürfte ihn unter Corona-Auflagen besteigen oder er müsste, wenn das nicht klappt, gesperrt werden. © Stadtwerke Gunzenhausen


Mit "bösen und teils beleidigenden Schreiben" seien sowohl die Geschäftsführer der Stadtwerke als auch er selbst in den vergangenen Tagen aufgefordert worden, das Waldbad am Limes zu öffnen, so Fitz in einer Pressemitteilung. Warum das nicht passiert, begründete der Bürgermeister nun ausführlich. Er machte dabei zum einen die vielen Auflagen, mit denen zu rechnen ist, geltend, zum anderen spielte bei der Entscheidung auch das zu befürchtende Defizit von rund 600 000 Euro und mehr eine entscheidende Rolle.

Als selbst "leidenschaftlicher Schwimmer" vermisse auch er die sportliche Betätigung, normalerweise ziehe er in der Freibadsaison jeden Morgen seine Bahnen. Deshalb habe er das Thema Freibad auch in der jüngsten Sitzung des Aufsichtsrats der Stadtwerke Anfang letzter Woche angesprochen.

Zu diesem Zeitpunkt habe noch die gesetzlich angeordnete Schließung der Freibäder gegolten, erst danach habe Ministerpräsident Markus Söder verkündet, dass die Einrichtungen ab 8. Juni wieder öffnen dürften.

Die erforderliche Änderung der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung stand, so der Verwaltungschef in seinem Schreiben, aber noch aus. Ebenso wenig habe das vom Innenministerium angekündigte Rahmenhygienekonzept Sport vorgelegen. Fitz geht aber davon aus, dass auf jeden Fall die Zahl der Gäste begrenzt werden muss, etwa durch eine Kontingentierung der Tickets. Maximal 96 Personen dürften sich dann im Schwimmbereich des Bades aufhalten, im Spiel- und Spaßbecken höchstens 43 Badegäste. Die Münchner Bäder hätten schon angekündigt, dass Tickets drei bis vier Tage vorher digital erworben werden müssen und auch das Pleinfelder Bad sieht eine Bestellung von Eintrittskarten im Internet vor. Saisonkarten wird es nicht geben.

Kinder unter 14 Jahren werden Freibäder vermutlich nur in Begleitung von Erwachsenen besuchen dürfen, die Duschen bleiben wohl geschlossen, ebenso die Umkleidekabinen. Weitere Auflagen dürften sein, dass nur eine begrenzte Anzahl von Personen gleichzeitig den Toilettenbereich nutzen und nur jeweils eine Person auf den Sprungturm darf. Darüber hinaus sei ein verstärkter Personaleinsatz notwendig. Dazu erwartet Fitz noch weitere Vorgaben, die er aber nicht alle aufzählen wollte.

Im vergangenen Jahr kamen rund 57 000 Gäste ins Waldbad, damals betrug das Defizit nach Worten des Bürgermeisters 300 000 Euro. Sollte das Freibad heuer noch öffnen, betrüge das Defizit nicht zuletzt wegen des wesentlich höheren Sach- und Personalaufwands rund 580 000 Euro – sofern man für Juli und August ähnliche Besucherzahlen wie im Vorjahr annehmen könnte. Die zu erreichen ist aber eher unwahrscheinlich, weshalb das Minus eher bei rund 650 000 Euro anzusetzen sei. Geld, das letztendlich die Stadt aufbringen müsste.

An schönen Sommertagen besuchen zwischen 700 und 2200 Gäste die Einrichtung am Rande des Burgstallwalds. Durch die gesetzlichen Vorgaben könnten sich aber höchstens 139 Besucher gleichzeitig im Bad aufhalten, bei einem "Drei-Schicht-Betrieb" wären es maximal 417 Besucher, die das Bad täglich nutzen könnten.

Für Fitz sprechen all diese Umstände dafür, dass ein "vertretbarer Betrieb" des Waldbades in diesem Sommer "nicht möglich ist". Zu dieser Einsicht sind übrigens auch die Geschäftsführer der Weißenburger Stadtwerke gekommen. Eine Öffnung des Limesbads in der momentanen Situation und mit den damit verbundenen Vorgaben sei nicht machbar, so der aktuelle Stand in der Großen Kreisstadt.

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