Sonntag, 08.12.2019

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"Die ersten Kiga-Plätze, die Geld bringen"

Die neue Waldkindergartengruppe im KiFaZ Wilhelm Löhe hat sehr positive Auswirkungen - 04.02.2019 15:15 Uhr

Dank der Waldgruppe gibt es nun für den Ersatzneubau des Kinder- und Familienzentrums Wilhelm Löhe auch mehr staatliche Zuschüsse. Stadt und Kirchengemeinde können deshalb weniger Eigenmittel einplanen. © Foto: Horst Kuhn


Schon mehrfach wurde im Stadtrat über den Baukostenzuschuss der Stadt Gunzenhausen für den Ersatzneubau des Kinder- und Familienzentrums Wilhelm Löhe beraten. Die Baumaßnahme läuft bereits seit Sommer vergangenen Jahres, der Neubau soll Mitte 2019 fertig werden, die Zuschüsse sind alle bewilligt. Doch nun hat sich mit der Waldkindergartengruppe, die das evangelische Familienzentrum im Herbst eröffnen will, eine ganz neue Situation ergeben, schilderte Stadtkämmerer Werner Stützer die Lage in der jüngsten Sitzung.

Auch eine Waldkindergartengruppe braucht ein Dach über dem Kopf. Manche Einrichtungen haben hier einen Bauwagen, andere haben im Wald ein jurteähnliches Zelt als Basis. Die neue Gruppe im KiFaZ soll bei Bedarf in dessen Räumen unterkommen, sprich, wenn es das Wetter nicht zulässt, dann bleibt die Waldgruppe einfach im Haus.

Deshalb soll der vierte Gruppenraum, der sich in einem Anbau befindet, weiterhin als solcher erhalten bleiben. Ursprünglich sollte er für andere Zwecke umgewidmet werden, die Kirchengemeinde hätte deshalb 35 000 Euro an den Freistaat zurückzahlen müssen, denn für die damalige Erweiterung flossen staatliche Zuschüsse. Dieses Geld kann die Kirchengemeinde nun behalten.

Mit der Waldgruppe werden im KiFaZ 15 Kindergartenplätze zusätzlich geschaffen — die Zahl der im Rahmen des Neubaus zu fördernden Plätze erhöht sich deshalb von 85 auf 100. Gleichzeitig, erläuterte Stützer im Stadtrat, ist auch mehr Hauptnutzfläche förderfähig: Statt bisher 663 sind es nun 759 Quadratmeter — und damit die gesamte Hauptnutzfläche des Ersatzneubaus, die, wie es der Zufall will, genau 758,6 Quadratmeter umfasst. Entfallen kann so auch der freiwillige Zuschuss der Stadt Gunzenhausen für die 60 Quadratmeter, die bisher vom Freistaat nicht gefördert worden wären.

Mehr Fördermittel als erwartet

Konkret bedeutet das, so die frohe Botschaft Stützers, dass die Stadt Gunzenhausen insgesamt 200 000 Euro weniger, nämlich nun knapp 900 000 Euro Eigenmittel, aufbringen muss. Aber auch der Bauherr, die evangelische Kirchengemeinde, kann sich über 60 000 Euro mehr Fördergelder und die eingesparten 35 000 Euro freuen.

Das sind "die ersten Kindergartenplätze, die uns Geld bringen", brachte es der CSU-Fraktionsvorsitzende Manfred Pappler auf den Punkt und zollte dem "Rechenkünstler am Rathaus" Respekt. Aber auch für das KiFaZ war er voll des Lobes, dessen Leiterin Diana Leickert immer wieder neue Ideen, wie etwa die Waldgruppe, aufgreife und verwirkliche.

"Sind wir froh, dass wir mit so geringem Aufwand 15 neue Kindergartenplätze schaffen können", meinte auch die SPD-Fraktionsvorsitzende Angela Schmidt. Plätze, die die Stadt laut Bürgermeister Fitz auch "gut brauchen kann". Denn es gebe Signale, dass viele Eltern angesichts des vom Freistaat beschlossenen Kindergartenzuschusses von 100 Euro überlegen, ihre Buchungszeiten zu erhöhen. Da könnte es also schon wieder "eng werden", auch trotz des von der Lebenshilfe geplanten neuen Kindergartens in der Südstadt. Angela Schmidt erinnerte zudem daran, dass ja auch das Wohngebiet "Sonnenwiese" in Frickenfelden weiteren Bedarf nach sich ziehen werde.

Ein weiteres Thema war der Breitbandausbau in Gunzenhausen. Einstimmig votierten die Stadträte dafür, die letzten verbliebenen "weißen Flecken" in der Altmühlstadt nun auch mit Glasfaserkabel zu versorgen. Sie folgten damit dem Empfehlungsbeschluss des Bauausschusses (wir berichteten). Der Auftrag geht für stattliche knapp eine Million Euro an die Deutsche Telekom.

Insgesamt warten in der Altmühlstadt noch 41 Gebäude auf einen Glasfaseranschluss. Nicht alle werden allerdings in den Genuss kommen, denn die vorhandenen Fördermittel reichen dafür nicht aus. Realisiert werden sollen nun in den nächsten vier Jahren 33 Anschlüsse, darunter das See- und Surfzentrum Schlungenhof, die Unterwurmbacher Trocknung, die Tierkörperbeseitigungsanstalt oder auch die Taubenhalle. Weiterhin ohne vernünftigen Anschluss ans world wide web müssen etwa die Kirche St. Michael in Unterasbach oder die Obdachlosenunterkunft in Gunzenhausen auskommen. Die Stadt investiert rund 200 000 Euro in den Ausbau, die restlichen 800 000 werden mit Fördergeldern, in der Hauptsache über das sogenannte "Höfebonus"Programm, finanziert.

Auch den Ausbau der Wiesenstraße mit dem Gehweg Meisenweg hat der Stadtrat auf den Weg gebracht. Die Arbeiten wurden einstimmig an die Windsbacher Firma Gustav Meyer, die mit rund 442 000 Euro das günstigste Angebot abgegeben hat, vergeben.

man

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