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Durchbruch für Hesselbergbahn

Dank der neuen Fahrgastprognose rückt die Reaktivierung in den Bereich des Möglichen - 21.06.2014 10:00 Uhr

Für die Bahnlinie Gunzenhausen-Wassertrüdingen und damit auch für den Wassertrüdinger Bahnhof rückt eine Renaissance des Personenverkehrs näher. Das Schwarzkopf-Werk (rechts) hält schon länger an der Bahnverbindung nach Gunzenhausen fest, und zwar für seine Gütertransporte. © Peter Tippl


Grund dieser für Wassertrüdingens Bürgermeister Günther Babel „höchst erfreulichen Nachricht“ war die neueste Prognose für die Fahrgastzahlen, denn die magische Richtmarke von 1000 täglichen Fahrgästen wurde um zehn Personen überschritten. Nach internen Beratungen des Innenministers mit Fachleuten aus seinem Ressort, Vertretern des Verkehrsverbunds VGN und Politikern aus den drei angrenzenden Landkreisen im Bürgersaal der Stadt stellte dieses Gremium der Öffentlichkeit im Medienraum des Museums „Fluvius“ die neue Situation vor.

Der Freistaat Bayern hatte mit den Landkreisen Weißenburg-Gunzenhausen, Ansbach und Donau-Ries vor zwei Jahren eine Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Hesselbergbahn in Auftrag gegeben. Daraus war zwar der Schwellenwert von 1000 Fahrgästen (910 Reisende pro Werktag) nicht erreicht worden, doch wurde eine Klausel zur jährlichen Fortschreibung vereinbart. Und diese griff nun, denn die Bevölkerungs- und Arbeitsplatzzahlen flossen ein, und sowohl Gunzenhausen als auch Wassertrüdingen „stehen bestens da“, so der Innenminister. Mit der nun aktuell vorliegenden Prognose des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg kann ein Fahrgastaufkommen von 1010 Reisenden pro Werktag erwartet werden, allerdings nur auf dem Streckenabschnitt von Gunzenhausen nach Wassertrüdingen. Der Streckenabschnitt über Oettingen nach Nördlingen liegt mit knapp 700 Reisenden noch weit unter der notwendigen Ziellinie.

Ausgegrenzt werde dieser Streckenabschnitt allerdings nicht, denn es wird unter Leitung von Oberregierungsrat Florian Liese vom bayerischen Innenministerium eine projektbegleitende Arbeitsgruppe mit kommunalpolitischen Vertretern aller drei Landkreise, des Verkehrsverbunds, der Bahn und weiterer Fachbehörden gegründet. Ein erstes Treffen wird noch vor der Sommerpause stattfinden, gab Joachim Herrmann bekannt, denn „wir wollen konsequent und engagiert dranbleiben“.

In diesem Gremium werden Themen wie der künftige Infrastrukturbetreiber, notwendige Anpassungen im Bahnhof Gunzenhausen, Realisierung der umsteigefreien „Durchbindung“ bis Pleinfeld und Finanzierung mit Kostenschätzungen aufgearbeitet. Insgesamt, so gab der Innen- und Verkehrsminister bekannt, werde ein Betrag von fünf Millionen Euro für die Ertüchtigung des gesamten Streckenabschnitts von Gunzenhausen nach Nördlingen benötigt. Auf den nun im ersten Schritt realisierbaren nördlichen Abschnitt zwischen Gunzenhausen und Wassertrüdingen entfallen dabei Kosten von zwei Millionen Euro.

„Ein guter Tag für die gesamte Region“, beschrieb Landtagsabgeordneter Manuel Westphal das vorgelegte Ergebnis, ebenso die stellvertretenden Landräte Robert Westphal und Kurt Unger. Beide betonten wie ihr Stellvertreterkollege aus Donau-Ries, Reinhold Bittner, den Wunsch nach der vollständigen Reaktivierung bis Nördlingen. Die Menschen kennen keine Bezirks- oder Landesgrenzen, so Bittner, denn viele schwäbischen Bürgerinnen und Bürgern arbeiten bei Schwarzkopf, kommen zu Festlichkeiten oder gehen in Wassertrüdingen zur Schule.

Der Fixtermin 24. Mai 2019 mit der Eröffnung der Landesgartenschau verleiht nach Ansicht von Günther Babel dem Vorhaben eine große Dynamik. Für Minister Joachim Herrmann sei des demnach „höchste Eisenbahn“ zu handeln. 

Peter Tippl

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