Dienstag, 18.02.2020

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Ein gebrauchter Abend für die "Gunners"

Handball, Bezirksoberliga: Niederlage für den TV gegen Wendelstein - 09.02.2020 17:49 Uhr

Niedergerungen: Gegen den TSV Wendelstein (rechts mit Christian Kalisch) erwischten die ersatzgeschwächten Gunzenhäuser um Kacper Szmal nicht ihren besten Tag und mussten eine überraschende Niederlage einstecken. © Foto: Mathias Hochreuther


Christian Rieger suchte einem positiven Ansatz - und nach einigem Suchen fand der Trainer der Gunzenhäuser Handballer nach der Niederlage am Samstagabend in der gut gefüllten Halle der Stephani-Schule sogar deren drei: Erstens, es hat sich keiner verletzt. Zweitens, Jugendspieler Timon Maragos hat seine ersten Einsatzminuten in der Bezirksoberliga der Herren absolviert. Und drittens, das 26:30 (8:16) gegen den Tabellenletzten vom TSV Wendelstein wird die "Gunners" auch nicht mehr in den Abstiegskampf der Bezirksoberliga reißen. Das war es dann aber auch mit positiven Erkenntnissen, "ein gebrauchter Abend zum Vergessen", sagte der Trainer zu den 60 Minuten zuvor.

Freilich hatten sie im Lager der Altmühlstädter mit den nächsten Punkten gerechnet; immerhin waren die Wendelsteiner als Schlusslicht mit einer aus ihrer Sicht wenig erbaulichen Bilanz von 13 Niederlagen aus 14 Partien angereist. Gunzenhausen dagegen hatte als Aufsteiger im Lauf der Runde fleißig Punkte gesammelt und war eigentlich nie in echten Abstiegsnöten. TV-Trainer Rieger hatte zwar im Vorfeld auch auf die personell nicht gerade rosige Lage hingewiesen, doch solche Situationen hatten sie ja schon des Öfteren überstanden beim TV.

"Total versemmelt"

Doch was dann am Samstagabend speziell in der ersten Hälfte folgte, war ernüchternd. "Das haben wir total versemmelt, nichts hat geklappt", haderte Christian Rieger mit den ersten 30 Minuten, nach denen der Gast mit einer deutlichen 16:8-
Führung in die Kabine ging. Ausgangspunkt waren für Rieger die vielen Ausfälle, speziell im Rückraum (Nikolaj Hüttel, Benjamin Franz, Mateusz Albingier), und angeschlagenen Akteure (Lukas Hanselman, Kacper Szmal).

So entschuldigte der Coach dann auch die beinahe schon alberne Bilanz vom Strich – fünf Siebenmeter bekamen die Hausherren im ersten Durchgang zugesprochen, alle fünf wurden vergeben – ein Stück weit mit Blick auf die Statistik der abwesenden Schützen: Nikolaj Hüttel kann in dieser Spielzeit bislang eine Erfolgsquote von 86 Prozent (30 von 35) bei Siebenmetern aufweisen, Benjamin Franz gar 95 Prozent (20 von 21) und Mateusz Albingier (11 von 12) immer noch 92 Prozent.

"Beschissener Handball"

Die vielen Ballverluste und das hektische Agieren führt Christian Rieger aber auch auf eine gewisse, nun ja, Eigenwilligkeit beim ein oder anderen seiner Akteure zurück. "Im Wissen um die vielen Ausfälle trainierst du unter der Woche und denkst dir bei Taktik und Systemen etwas – und dann wissen es manche im Spiel besser", moserte der Trainer, der auf den Lerneffekt setzt: "Mal schauen, wie sie es beim nächsten Mal umsetzen." Und was Rieger außerdem ärgerte: "Wenn wir unsere Chancen nutzen, sind wir sogar mit dem beschissenen Handball, den wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, zur Pause noch dabei."

Haben sie aber nicht, und acht Treffer Rückstand waren dann auch im zweiten Durchgang trotz eines insgesamt zwölffachen Torschützen Armin Butz nicht mehr aufzuholen gegen eine Wendelsteiner Mannschaft um einen starken Torhüter Alexander Geilhöfer, die sich trotz der frustrierenden Tabellensituation offenbar noch lange nicht aufgegeben hat. "Zum Ende der zweiten Hälfte hin hat es besser funktioniert, kämpferisch kann ich sowieso keinem einen Vorwurf machen", sagte Rieger, der auch mit ansehen durfte, wie sein Sohn Justus nach 44 Minuten und 24 Sekunden den ersten Gunzenhäuser Siebenmeter des Abends verwandelte. Es war der Treffer zum 15:21, am Ende bejubelte Wendelstein nach dem 30:26 den ersten Auswärtssieg der Saison.

Trotz der ein oder anderen positiven Erkenntnis, die sich noch finden ließ, war die Stimmungslage bei den "Gunners" logischerweise ganz anders. Als Timon Maragos die Kiste "Einstandsbier" heranschleppte, hellten sich die Mienen zumindest etwas auf. Und verletzt hatte sich ja auch keiner...

TV: Kosar, Beck (beide Tor), Saller (2), Rieger (4/1), Maragos, Huber, Teufel (1), Szmal (1), Feuchtmaier (2), Butz (12), L. Hanselmann (2), Lüther (2).

MATHIAS HOCHREUTHER Altmühl-Bote E-Mail

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