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Samstag, 24.08.2019

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Fränkische Seenland-Königin blickt auf Amtszeit zurück

Katharina Strobl: "Begeisterung für die Heimat ist das Wichtigste" - 12.08.2019 05:58 Uhr

Ortstermin in zivil: Die noch amtierende Seenland-Königin Katharina Strobl genießt ein Fußbad im Igelsbachsee und lässt sich dabei vom regnerischen Wetter die gute Laune nicht verderben. © Lukas Egner


Unter anderem war sie dabei auf verschiedenen Tourismusmessen, Presseterminen und Empfängen zur Stelle. Im Herbst dankt sie nun ab und eine neue Bewerberin kann das Amt übernehmen. Im Gespräch mit dem Altmühl-Boten erzählt sie über Erlebnisse und Erfahrungen, die sie als Seenland-Königin machen durfte und was sie ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg geben würde.

Katharina Strobl übernahm 2017 das Amt von Miriam Seelig und kommt aus der Gemeinde Röttenbach im Landkreis Roth. Wenn sie nicht gerade das Fränkische Seenland repräsentiert, arbeitet die 23-Jährige bei der Sparkasse Mittelfranken Süd in Roth als Kundenberaterin. Zu den Tätigkeiten ihres adeligen Amts gehören vor allem die Repräsentation des Seenlands als Tourismusstandort. Dabei besucht sie im Winter vor allem Verbraucherschauen wie die Touristikmessen in Nürnberg oder München. Im Sommer hingegen geht es öfter an die frische Luft. Dann stehen Termine wie die Eröffnung der Schifffahrt auf dem Großen Brombachsee an. Auch sportlich ist die Königin unterwegs: Beim Rothseetriathlon geht sie mit an den Start und dieses Jahr steht auch erstmals der Seenlandmarathon in ihrem privaten Terminkalender, den sie mit fünf weiteren Freunden bestreitet.

"Man darf sich das Amt der Seenlandkönigin nicht als Vollzeitjob vorstellen. Viel eher sind die Termine so gelegt, dass man noch ganz normal arbeiten kann, also vornehmlich am Wochenende", erzählt Strobl. Auch für Freizeitaktivitäten hätte sie noch genug Zeit.

Naturschutz gehört dazu

Auf die Frage nach den Grundvoraussetzungen, die man für ein solches Amt mitbringen sollte, hat die "adelige Frau" auch direkt eine Antwort parat: "Eine gewisse Begeisterung für die eigene Heimat ist wohl das wichtigste. Diese Leidenschaft muss man den Menschen als Repräsentantin schließlich auch vermitteln können. Deshalb sollte man seine Region kennen und wissen, wo man was erleben kann." Des Weiteren findet sie, dass mittlerweile auch ein Gespür für den Umwelt- und Naturschutz dazu gehört. Als Gesicht des Seenlands, in dem es so viel schöne Natur gibt, dürfe man deren Verschmutzung nicht zulassen und habe deshalb auch eine Verantwortung, den Bürgern dies zu vermitteln.

Drei Geheimtipps aus dem Seenland hat die Röttenbacherin auch parat: Zum einen seien die Kneippanlagen am Brombachsee zu empfehlen. Die hier zu findende Ruhe sei einzigartig. Und: "In Altenheideck in der Nähe von Heideck gibt es auch eine Burgruine, die viele nicht kennen", erklärt Strobl im Gespräch. Von dieser Ruine aus könne man bei klarem Himmel bis nach Nürnberg sehen. Zudem finde dort Ende August ein Burgfest statt, dass sie nur jedem empfehlen könne. Und außerdem gebe es da noch eine Aussichtsplattform in Kaltenbuch nahe der Gemeinde Bergen, von der aus man einen wunderschönen Blick über die Region hätte.

Katharina Strobl aus Röttenbach trägt noch bis zum Herbst die Krone der 2. Fränkischen Seenlandkönigin. Sie gab der Region in den vergangenen beiden Jahren ein charmantes Gesicht. © Gerhard Durst


Über die Frage, ob es denn auch für männliche Bewerber möglich sei, sich als Repräsentant des Seenlands zu bewerben, muss Strobl kurz nachdenken. "An sich ist das keine schlechte Idee. Wir fordern immer die Gleichbehandlung von Männern und Frauen, da kann es nicht schaden, dass auch mal ein Mann dieses Amt ausführt." Außerdem, ergänzt sie, habe es so etwas ja schon gegeben. Als Beispiel nennt sie da den früheren Bierprinzen der Region. Trotzdem gebe es eine "Königinnencommunity", die im Austausch mitteinander steht und eine männliche Version davon habe sich einfach noch nicht etabliert. Sie stehe der Idee allerdings aufgeschlossen gegenüber, schließlich könne ein Mann ihre Aufgaben genauso gut ausführen.

Zu den Aufgaben einer Königin gehört es selbstverständlich auch, sich mit allerlei Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ablichten zu lassen. Dass dazu häufig auch Politiker zählen, sieht Strobl in keinster Weise als Problem: "Ich repräsentiere die Region. Dazu gehört es auch, sich mit Politikern der verschiedensten Parteien fotografieren zu lassen." So besuchte sie mit anderen Königinnen zum Beispiel auch den bayerischen Landtag. "Ich trete aus meinem Amt mit einem lachenden und einem weinenden Auge", sinniert die Seenland-Königin in Gedanken an ihre baldige Abdankung. "Ich habe während meiner Amtszeit vieles erlebt, was ich nie wieder vergessen werde.

Zwar hat sich nach fast drei Jahren auch eine gewisse Routine bei mir eingestellt, aber man lernt so viele neue Leute kennen und es gibt immer Spannendes zu entdecken", resümiert Strobl. Gleichzeitig ergänzt sie, dass sie nun ihr Fernstudium der Betriebswirtschaftslehre abschließen und auf jeden Fall irgendwo hin Reisen möchte.

"Offen für Neues sein"

Zum Abschluss hat die amtierende Königin noch ein paar Tipps für alle Bewerberinnen, die in diesem Jahr scharf auf die Krone sind: "Man sollte in jeder Situation entspannt bleiben und offen für Neues sein. Wichtig ist auch eine Affinität für die hiesige Kultur und Natur. Und man sollte gut mit Menschen können und öffentliche Auftritte nicht scheuen."

Die fünf Bewerberinnen, die es ins öffentliche Voting geschafft haben, kann man online unter www.fraenkisches-seenland.de/fraenkische-seenlandkoenigin/voting einsehen. Von den drei Finalistinnen wird dann am 19. Oktober auf der MS Brombachsee die neue Seenland-Königin für 2020 bis 2022 bestimmt. 

Lukas Egner E-Mail

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