Gunzenhausen: Die BRK-Rettungswache zieht um

13.3.2021, 12:18 Uhr
Die BRK-Rettungswache am Reutberg hat ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Deshalb wird nun in der Nürnberger Straße neu gebaut, eventuell kann die Einrichtung bereits zum Jahresende umziehen.

Die BRK-Rettungswache am Reutberg hat ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Deshalb wird nun in der Nürnberger Straße neu gebaut, eventuell kann die Einrichtung bereits zum Jahresende umziehen. © Foto: Marianne Natalis

Denn die Wache erhält ein größeres, zeitgemäßges Domizil in der Nürnberger Straße. Die Pläne, bestätigte Rainer Braun auf Anfrage des Altmühl-Boten, sind "weit gediehen". Schon Ende des Jahres, hofft der Kreisvorsitzende des BRK Südfranken, können die ehrenamtlichen Helfer in den Neubau zwischen der Hering AG und dem Anhänger-Outlet ziehen. Einen wichtigen Schritt dafür hat das Projekt jetzt genommen: Der Stadtratsausschuss für Bauangelegenheiten, Stadtentwicklung und Umwelt hat einstimmig das gemeindliche Einvernehmen erteilt – und damit auch die notwendigen Befreiungen vom geltenden Bebauungsplan.

Aus allen Nähten geplatzt

Denn in dem Gewerbegebiet sind laut Stadtbaumeisterin Simone Teufel "Anlagen für gesundheitliche Zwecke" eigentlich ausgeschlossen. Nichts einzuwenden gab es auch gegen das vorgesehene Blechdach.


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Die Rettungswache platzt schon seit längerem aus allen Nähten. Die Ausstattung mit Personal und Fahrzeugen wurde in der Vergangenheit "immer umfänglicher", berichtet Braun, allein mit "Bordmitteln" konnten sich das Rote Kreuz nicht mehr behelfen, die Räumlichkeiten sind an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen.

"Das ging zu Lasten des Ehrenamts", macht Braun deutlich. Und gerade in Gunzenhausen seien ja wahrlich "keine Karteileichen" am Werk, hier gebe es eine "außerordentlich aktive Gemeinschaft".

Im Notfall ist wichtig, dass die Helfer in einem adäquaten Zeitraum vor Ort sind. Diese sogenannten Hilfsfristen werden in Gunzenhausen Richtung Theilenhofen, Dittenheim oder Gnotzheim sogar übererfüllt, in Richtung Brombachsee "sind wir aber mit etwas kurzer Hose unterwegs", formuliert es Braun salopp, hier können die Fristen nicht immer ganz eingehalten werden. Das hat die jüngste Untersuchung des Münchner Instituts für Notfallmedizin gezeigt, das Rettungswachen regelmäßig auf Herz und Nieren prüft. Dieses Ergebnis gab nun mit den Ausschlag für den Neubau.

Zwei zusätzliche Fahrzeuge

Zudem erhält die Gunzenhäuser Rettungswache zwei zusätzliche Fahrzeuge. Und das Brombachseegebiet wird nun noch von der neuen Rettungswache in Spalt, die Anfang März eröffnet wurde, mitversorgt. Der neue Standort in der Nürnberger Straße hat auch den Vorteil, dass die Rettungswagen bei einem Notfall nicht mehr durch ein Wohngebiet rasen müssen, sondern sehr schnell auf der B 466 und der B 13 sind.

"In erster Linie", betont Braun, sind es aber die ebenfalls bescheinigten, nicht mehr ausreichenden Räumlichkeiten, die den Neubau nötig machen. Nach den Empfehlungen aus München hat der Rettungszweckverband der Verlegung der Wache zugestimmt. Das BRK baut nicht selbst, sondern hat einen Investor gefunden, der die Fahrzeughalle samt Unterkunft gemäß den Bedürfnissen des BRK errichtet und dann an die Helferorganisation vermietet. Untergebracht werden soll in dem Gebäude auch eine Praxis. Welcher Arzt hier einziehen wird, steht laut Braun noch nicht fest.

Das rund 40 Jahre alte Gebäude am Reutberg wird nach dem Umzug ausschließlich von den ehrenamtlichen Helfern des BRK genutzt. Dort werden beispielsweise weiterhin die Erste-Hilfe-Kurse und die Schulungen für Ersthelfer stattfinden.

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