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Sonntag, 21.07.2019

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Gunzenhausen gehen viele Lichter auf

25 000 Euro investierte die Stadt für eine neue innovative Beleuchtung in Aha - 14.06.2019 17:50 Uhr

55 neue Lampen zwischen Wassergasse und Surfzentrum: Darüber freuen sich Thomas Hinterleitner, Karl-Heinz Fitz und ZVA-Geschäftsführer Daniel Burmann (v. li.). © Foto: Jürgen Eisenbrand


Marianne Eichhorn lächelt, ihre Augen strahlen, sie hat beste Laune. Und einen guten Grund dafür: "Vor 40 Jahren", sagt sie, "war ich zum ersten Mal beim Gunzenhäuser Bürgermeister, um ihm zu sagen, dass wir auf dem Weg vom Reitsteg nach Aha eine Straßenbeleuchtung brauchen." Das dieser Wunsch jetzt endlich in Erfüllung ging, macht die 78-Jährige regelrecht glücklich: "Ich freue mich ganz, ganz arg!"

Rund 30 ihrer Mitbürger aus dem Ortsteil Aha waren, auf Einladung von Ortssprecher Harald Romanowski, erschienen, um bei der offiziellen Vorstellung der 25000-Euro-Investition dabei zu sein. Und sie sparten nicht mit Applaus, als Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, Vize-Bauamtsleiter Thomas Hinterleitner und Romanowski die innovative Beleuchtungs-Lösung vorstellten.

Auf 900 Metern Streckenlänge ließ die Stadt sechs hochwasserfeste Straßenlampen montieren, die ihre Energie dank eingebauter Solarmodule aus Sonnenlicht beziehen. Die dunkelgrauen, massiv wirkenden Lampen gerieten zwar dadurch teurer als herkömmliche, allerdings sparte man allein durch den Verzicht auf Stromleitungen laut Fitz rund 50000 Euro.

Wenn es dunkel wird, geben die Laternen die in Akkus gespeicherte Energie wohldosiert wieder ab: Ist niemand auf der Straße, die auch Teil des Altmühl-Radwegs ist, unterwegs, strahlen sie mit nur etwa 35 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit. Taucht aber ein Fußgänger oder Radfahrer auf, reagiert der Annäherungssensor der Lampe – und sie leuchtet mit voller Kraft.

Dank dieser pfiffigen, stromsparenden Technik sei gewährleistet, so Hinterleitner, dass den Lampen auch in trüben Winterwochen immer genügend Energie zur Verfügung stehe, um den Passanten ein Licht aufgehen zu lassen. Dies habe nicht zuletzt ein zwölfmonatiger Langzeit-Test ergeben, bei dem die Stadt zwei unterschiedliche Lampentypen auf ihre Tauglichkeit überprüft habe.

Gefälliger, aber anfälliger

Dabei habe, so Romanowski, bei der Entscheidung für das nun aufgestellte Modell auch dessen Robustheit eine Rolle gespielt: "Die zweite Lampe war zwar gefälliger, aber auch anfälliger für Vandalismus", sagte der Ortssprecher. So hat tatsächlich jemand ein besonderes Vergnügen dabei empfunden, deren Leuchten mit Steinen zu zerschießen.

Romanowski pries die ausgewählte Lampe zudem als "insektenfreundlicher": Die kleinen Krabbler könnten sich an den LED-Leuchtkörpern "nicht verbrennen", und wenn sie nachts nur mit 35 Prozent Leistung leuchte, "zieht sie schon gar nicht so viele Insekten an". Den "Ausleuchtungswahnsinn", der an manchen Gebäuden zu beobachten sei, "brauchen wir hier nicht", stellte Romanowski fest. Hier gehe es um die Sicherheit der Fußgänger in dunklen Nächten, denn bislang sei man auf dem Heimweg von Gunzenhausen "auf den ersten 200 Metern regelrecht blind unterwegs gewesen, ehe man endlich die Funzel in der Unterführung kurz vor Aha gesehen hat".

Es werde Licht: Nach Jahrzehnten des Wartens bekamen die Bürger von Aha nun endlich eine Beleuchtung entlang des Fuß- und Radwegs nach Gunzenhausen. Das ganze Dorf freut sich darüber. © Foto: Jürgen Eisenbrand


Er jedenfalls finde die jetzt gefundene Lösung "klasse" und sei "begeistert". Zumal, wie einige Bürger aus Aha ergänzten, nun auch Radl-Pendler und Schulkinder sich im Winter endlich nicht mehr durch die stockfinstere Nacht tasten müssten.

Auch am anderen Ende der Stadt ist es seit Kurzem nachts ein wenig heller als bislang: Zwischen der Wassergasse und dem Surfzentrum Schlungenhof ließ der Zweckverband Altmühlsee (ZVA) auf 1,8 Kilometern Länge 55 LED-Lampen aufstellen – die gleichen, wie sie vorher die Stadt schon in der Wassergasse montiert hatte. Kostenpunkt: 130000 Euro, von denen die Regierung von Mittelfranken 60 Prozent übernimmt, weil es sich um eine "öffentliche touristische Infrastruktureinrichtung" handelt.

Mit den stromsparenden Lichtspendern (jeweils 13,5 Watt, ab 22.30 Uhr nur noch die Hälfte) soll "die Stadt näher an den See heranrücken – und umgekehrt", sagt Bürgermeister Karl-Heinz Fitz bei der Vorstellung der Baumaßnahme, die Ende Mai abgeschlossen worden war.

Die Lampen schalten sich, wie auch die sonstige Straßenbeleuchtung in Gunzenhausen, automatisch bei Dämmerung ein, am See kann sie, wenn etwa Veranstaltungen auf der Seebühne stattfinden, allerdings abschnittsweise manuell abgeschaltet werden.

Fitz, der auch Vorsitzender des ZVA ist, kommentierte die Uferwegbeleuchtung mit den gleichen Worten wie die Akku-Leuchten von Aha: "Damit ging ein langgehegter Wunsch in Erfüllung." Und er hörte sich dabei fast so erfreut an wie Marianne Eichhorn. 

JÜRGEN EISENBRAND

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