10°

Dienstag, 07.07.2020

|

Gunzenhausen: Hallenbad und Saunadorf öffnen wieder

Zahl der zugelassenen Besucher richtet sich nach den Garderobenschränken - 24.06.2020 05:57 Uhr

Roland Dücker (links), der kaufmännische Geschäftsführer der Stadtwerke, und Bäderleiter Martin Renk präsentieren zwei der zahlreichen Hinweisschilder mit den Regeln, die von den Bade- und Saunagästen beachtet werden müssen. © Erich Neidhardt


Nachdem das Freibad heuer geschlossen bleiben wird (wir berichteten), sollen die Badefans wenigstens im Juramare ihrem Hobby frönen können. Bei der Frage, welches der beiden Gunzenhäuser Bäder heuer öffnen wird, fiel die Wahl auf das Hallenbad. "Weil wir dann wetterunabhängig sind", begründete Roland Dücker in einem Gespräch mit unserer Zeitung schwerpunktmäßig die bei den Stadtwerken als Betreiber der beiden Freizeitbäder gefällte Entscheidung. Dabei hatte man nicht nur die Einheimischen im Blick, sondern auch die Urlaubsgäste, die bei schönem Wetter gern die Seen aufsuchen, an regnerischen und kühlen Tagen aber für eine Alternative durchaus dankbar sind.

"Wenn wir in Gunzenhausen nur das Freibad hätten, dann hätten wir es aufgemacht", sagte Roland Dücker. Wegen der Corona-bedingt unklaren Lage habe man hier allerdings nicht wie sonst schon im zeitigen Frühjahr die nötigen Vorkehrungen getroffen. Diese nähmen bis zu sechs Wochen in Anspruch mit der Folge, dass das Bad bei einem späten Start der Vorarbeiten heuer höchstes zweieinhalb Monate in Betrieb gewesen wäre. Dies, so Roland Dücker, hätte angesichts der Alternative Juramare keinen Sinn gemacht. Auch hätte der hohe Personaleinsatz in Corona-Zeiten keinen Parallelbetrieb erlaubt. Es sei klar gewesen, dass die Stadtwerke angesichts der vielen Auflagen heuer nur ein Bad öffnen können.

Laut Dücker und Renk ist es den Stadtwerken wichtig, in der Altmühlstadt mit dem Juramare wenigstens ein Schwimmangebot zu haben. Dass dies möglich ist, darüber sei man froh – trotz des höheren Aufwands an Personal und durch zusätzliche Maßnahmen. Nach dem grünen Licht aus München für die Hallenbäder sowie Wellness- und Saunabereiche am Dienstag letzter Woche folgte zum Wochenende hin das dazugehörige Sicherheits- und Hygienekonzept, das im Juramare mit Saunadorf mit aller Gründlichkeit umgesetzt wird. Vor der Wiedereröffnung am Donnerstag war die Freizeiteinrichtung für einen reibungslosen Bade- und Saunabetrieb bereits technisch auf Vordermann gebracht worden.

Bad schon ab 7 Uhr offen

Geöffnet ist das Hallenbad dienstags bis freitags von 7 bis 19 Uhr sowie an Samstagen und Sonntagen von 9 bis 19 Uhr. Weil derzeit noch kein Schulschwimmsport stattfindet, gibt es unter der Woche die Möglichkeit des Frühschwimmens. Normalerweise wird erst um 10 Uhr aufgesperrt. Am Montag, der sonst der "Vereinstag" ist, bleibt das Hallenbad geschlossen. Er ist derzeit der "Grundreinigungstag" und es wird noch abgestimmt, ob dieser Tag in näherer Zukunft wieder den Vereinen reserviert sein wird. Ebenfalls am Montag geschlossen bleibt das Saunadorf. Es steht den Besuchern an den übrigen Wochentagen sowie am Samstag und Sonntag von 9 bis 19 Uhr zur Verfügung.

In der Zunftstube finden normalerweise bis zu 70 Personen Platz. Wegen der geltenden Abstandsregeln dürfen hier derzeit nur etwa 20 Gäste gleichzeitig saunieren. © Erich Neidhardt


Für den Bad- oder Saunabesuch verzichten die Stadtwerke auf ein Online-Buchungssystem. Vielmehr kann jeder direkt kommen. Wer sich unsicher ist und wissen will, wie viel gerade los ist, kann einfach anrufen. Wie in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens gibt es eine Kontaktdatenerfassung. Um Warteschlangen im Eingangsbereich zu vermeiden, sollte – wenn möglich – ein vorgefertigtes Formular per Internet (www.juramare.de) ausgedruckt und ausgefüllt mitgebracht werden. Die Eintrittspreise und die Kartenstruktur, ganztags oder nach bestimmter Zeit, sind bei Bad und Sauna unverändert.

Die Anzahl der Menschen, die sich gleichzeitig im Hallenbad und im Saunadorf aufhalten dürfen, richtet sich nach der Anzahl der Garderobenschränke. Maximal die Hälfte darf belegt sein, im Hallenbad also 175 und im Saunabereich 65. Generell muss in allen Bereichen, also auch im Schwimmbecken, ein Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten werden. Zonen, wo dies nicht möglich ist, wie etwa in manchen Sammelumkleiden, bleiben geschlossen. Die Haartrockner vor Ort dürfen nicht benutzt werden. Auch sind selbst mitgebrachte Föhns nicht erlaubt. Das Händedesinfizieren ist Pflicht. Kinder unter zwölf Jahren dürfen nur in Begleitung Erwachsener kommen.

Mit Maske zur Umkleide

Solange die Besucher Straßenkleidung tragen, ist eine Mund-Nasen-Bedeckung notwendig. Sie darf erst nach dem Umkleiden abgelegt werden. Die Maskenpflicht entfällt also in der Schwimmhalle und den dazugehörigen Aufenthaltsbereichen, Duschen und Toiletten. Auch in den Saunen darf die Maske erst in der Garderobe abgenommen werden. Bevor es ins Bad oder in die Sauna geht, ist Duschen angesagt. Die erforderliche räumliche Distanz ist in der überwiegenden Zahl der Duschkabinen gegeben.

Um die Kontakthäufigkeit zu unterbinden, gibt es eine Wegführung. Außerdem erinnern Hinweisschilder an die geltenden Regeln. Dücker und Renk appellieren dringend an die Besucher, sich an diese zu halten – zur eigenen Sicherheit und zum Schutz der anderen. Jeder stehe hier in der Veranwortung. Auf dem Tagesplan der Mitarbeiter steht eine mehrmalige Reinigung und Desinfektion aller relevanten Bereiche. Die eh schon hohen Hygienestandards werden laut Martin Renk also noch einmal verschärft.

Und: Alles, was Luft verwirbelt, unterbleibt. Es gibt in den Saunen derzeit also keine Aufgüsse und Attraktionen wie die Sprudelliegen, der Whirlpool oder der Wasserfall bleiben aus. Die Lüftungsanlage wird so eingestellt, dass ein ständiger Luftaustausch ausschließlich mit Außenluft erfolgt. Wer sich krank fühlt oder Kontakt zu Covid-19-Erkrankten hatte, darf Bad und Saunabereich nicht besuchen.

Dass viele Bade- und Saunagäste schon in den Startlöchern stehen, zeigten Anfragen in den vergangenen Tagen. Auch das Personal, dessen Kurzarbeit am Donnnerstag zu Ende geht, ist laut Roland Dücker und Martin Renk froh, dass wieder etwas Normalität einkehrt und der Badebetrieb wieder aufgenommen werden kann. Die Mitarbeiter wurden im Vorfeld der Wiedereröffnung auf das Hygienekonzept und die gängigen Regeln geschult und stehen den Gästen wie immer bei Fragen hilfreich zur Seite.

Die Stadtwerke werden den laufenden Betrieb genau im Auge behalten und – wo nötig – noch an den Stellschrauben drehen, kündigten Dücker und Renk an. Man lege größten Wert darauf, dass alle Vorgaben eingehalten und befolgt werden. "Es ist schon ein großer Aufwand und nicht wirklich wirtschaftlich, aber es ist uns wichtig, den Gästen vor Ort wieder etwas anbieten zu können und ihnen ein schönes Erlebnis im Bad und im Saunadorf zu ermöglichen ", so Roland Dücker zusammenfassend. Nachgefragt werden kann ab Donnerstag auch wieder das Massage- und Kosmetikangebot im Juramare. Der Gastrobereich bleibt hingegen derzeit noch geschlossen.

Erich Neidhardt E-Mail

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Gunzenhausen