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Gunzenhausen schönt die Job-Bilanz

Die Arbeitslosenquote in Altmühlfranken sinkt leicht, damit ist der Landkreis eine Ausnahme - 01.07.2020 17:10 Uhr

Flaute im metallverarbeitenden Gewerbe: Aus dieser Branche flattern der Arbeitsagentur derzeit besonders viele Arbeitslosmeldungen ins Haus.

© Carsten Rehder/dpa


Trotz der schwierigen Situation haben wieder mehr Menschen eine Beschäftigung gefunden: rund 750. "Dennoch haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie, verbunden mit strukturellen Entwicklungen, die vor der Krise eingesetzt haben, den regionalen Arbeitsmarkt weiter im Griff. So ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 2646 Personen gestiegen", erklärt Claudia Wolfinger, die Leiterin der Arbeitsagentur Ansbach-Weißenburg.

Über fast alle Wirtschaftsbereiche hinweg sind Arbeitslosmeldungen zu beobachten, vor allem aus dem verarbeitenden Gewerbe (222) – hier insbesondere aus der Metall- und Elektroindustrie –, aus dem Handel (120) und der Zeitarbeit (97).

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zunahme bei Menschen unter 25 Jahren (988 statt 600 Arbeitslose) und Ausländern (2019 statt 1240) besonders hoch. Bei den älteren Arbeitnehmern über 50 Jahren war ein Plus von 27,4 Prozent zu verzeichnen.

Die Quote im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen liegt bei 3,7 Prozent – 0,1 Punkte weniger als im Mai. Damit ist Altmühlfranken der einzige Landkreis im Agenturbezirk, in dem sich die Quote im Vormonatsvergleich leicht verbessert.

Positive Entwicklung

Ursächlich dafür ist die etwas positivere Entwicklung im Geschäftsstellenbereich Gunzenhausen, wo die Zahl der Menschen ohne Job binnen Monatsfrist von 720 auf 693 sank; vor einem Jahr allerdings waren es lediglich 476. Die Quote sank in der Altmühlstadt von 3,5 auf 3,4, vor zwölf Monaten lag sie bei 2,7 Prozent. In Weißenburg bleibt sie mit 3,9 Prozent unverändert zum Vormonat. Im Vorjahresvergleich steigt die Quote im Landkreis um 1,2 Prozentpunkte. Die Zahl der Arbeitslosen liegt mit 1983 um 32 unter dem Vormonats- und um 620 über dem Vorjahreswert.

Insgesamt haben im März und April rund 860 Betriebe Kurzarbeit angezeigt, im Mai kamen 80 Anzeigen hinzu, im Juni weitere 31.

Die Arbeitgeber meldeten im Laufe des Monats mit 144 neuen Arbeitsstellen zwar 43 mehr als im Mai, aber immer noch 107 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt sind im Land-kreis mit 905 freien Stellen 69 weniger im Bestand als im Juni 2019.

"Besonders erfreulich ist, dass die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin groß ist", sagt Wolfinger zur Lage im gesamten Agenturbezirk. Das Angebot an Ausbildungsstellen übersteige die Nachfrage deutlich: "Aktuell können die 866 Bewerber, die derzeit noch keine Ausbildung haben, noch aus rund 2000 unbesetzten Lehrstellen wählen. Insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, im Handel und auf dem Bau gibt es noch viele freie Ausbildungsplätze."

Junge Menschen, die aktuell noch keinen Ausbildungsplatz haben, sollten sich rasch bei der Berufsberatung melden, rät Wolfinger. Gleichzeitig sollten Betriebe, die ausbilden wollen, ihre Ausbildungsverträge jetzt auch abschließen: "Corona ist irgendwann vorbei, doch der Bedarf an Fachkräften bleibt, und ein Auszubildender von heute ist die Fachkraft von morgen."

Nach der Lockerung der Pandemiemaßnahmen nimmt die Zahl der offenen Stellen wieder leicht zu. So wurden im Juni 788 neue gemeldet, 168 (27,1 Prozent) mehr als im Vormonat. Mit einem Minus von 35,5 Prozent unterschreitet das Angebot jedoch deutlich das Vorjahresniveau. Vor allem im Handel (106), im Gesundheits- und Sozialwesen (89) sowie im Gastgewerbe (40) wurden wieder mehr Stellen gemeldet als noch im Mai.

Weiter moderat angestiegen ist die Kurzarbeit. Im März und April hatten bereits 4239 Betriebe angekündigt, voraussichtlich die Arbeitszeit der Beschäftigten zu reduzieren. Im Mai taten dies weitere 386, und im Juni kamen noch einmal 164 dazu. Hinter diesen 4789 Betrieben stehen bis zu 89 885 potenziell betroffene Beschäftigte. "Die Spanne der Arbeitszeitverringerung reicht dabei von 10 bis 100 Prozent. Wie viele Betriebe bislang tatsächlich kurzarbeiten oder kurzgearbeitet haben, wissen wir erst, wenn die Unternehmen abgerechnet haben, dafür haben sie drei Monate Zeit", erläutert Wolfinger.

Im Landkreis Ansbach bleibt die Arbeitslosenquote mit 2,9 Prozent auf Vormonatsniveau. Verglichen mit dem Vorjahr liegt sie um 0,9 Prozentpunkte höher. Die Quote im Landkreis Roth steigt im Vergleich zum Mai um 0,2 Punkte und liegt bei 2,9 Prozent (Vorjahr: 1,9).

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