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Dienstag, 15.10.2019

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Gunzenhausen: "Schwierig, eine gute Hausleitung zu finden"

Der Christliche Verein junger Menschen (CVJM) ist neuer Betreiber der Gunzenhäuser Jugendherberge - 12.06.2019 05:54 Uhr

Ein markantes Gebäude, direkt an der Altmühl: Hier ist die Gunzenhäuser Jugendherberge beheimatet, die seit Kurzem einen neuen Träger hat. © Foto: Isabel-Marie Köppel


Die Jugendherberge der Altmühlstadt hat einen neuen Träger. Der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) hat bereits seit Anfang April den Betrieb in der Spitalstraße 3 übernommen. Eigentümer der Immobilile bleibt allerdings weiterhin die Stadt Gunzenhausen.

Der selbstständige Unternehmer Matthias Thomfohrde, der die Jugendherberge jahrelang geleitet hat, kann der Aufgabe nicht mehr nachkommen. Im September 2018 erlitt er schwere Verletzungen bei einem Fahrradunfall. "Wir wollten ihm alle Optionen offen lassen, aber seine gesundheitliche Situation ist leider nicht so, wie wir es uns gewünscht hätten", sagt Bürgermeister Karl-Heinz Fitz.

So musste die Stadt relativ kurzfristig umdisponieren als zum Jahreswechsel klar wurde, dass Thomfohrde nicht zurückkehren kann. Die Anfrage kam für den CVJM zunächst ungelegen, da er gerade den Wechsel des Herbergsvaters in Wernfels zu bewerkstelligen hatte, der 42 Jahre lang als solcher tätig war. "Es ist schwierig eine gute Hausleitung zu finden", weiß Michael Götz, Generalsekretär des CVJM.

Die Stadt Gunzenhausen habe dem Verein aber stets Vertrauen entgegengebracht. Zudem war es ihr wichtig, dass die Herberge professionell weitergeführt wird.

Sprung ins Hauptamt

Götz ist froh über die gute Zusammenarbeit. Besonders freut es den Nürnberger, dass ein langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter nun den Sprung ins Hauptamt gewagt hat. Uwe Berger ist seit Anfang April der Leiter der Jugendherberge in Gunzenhausen. "Ich habe schon überlegt, ob ich mich in Herberger umbenennen lassen soll", witzelt der gebürtige Markt Erlbacher.

Ab Juli erhält der 33-Jährige Unterstützung von Alex Pfeifer, der als sein Stellvertreter fungieren wird. Obwohl die Besatzung noch nicht vollständig ist, laufe der Betrieb sicher. Bis Weihnachten, schätzt er, wird die Testphase vorbei sein und alles rund laufen. Neben Berger besetzt der neue Chefkoch Majedin Aldirani noch eine Vollzeitstelle. Fünf Teilzeitjobs entfallen auf Reinigungskräfte. Die Zusammenarbeit im Team aus neuen und alten Arbeitskräften funktioniere gut, lobt Berger.

Auf der Burg Wernfels bei Spalt arbeitet der CVJM zudem viel mit Bundesfreiwilligendienstlern. So sollen auch in Gunzenhausen ab August vier Stellen mit zwei Ägypterinnen und zwei Tadschiken besetzt werden. Das CVJM-Netzwerk ist mit rund 45 Millionen Mitgliedern groß und international.

Michael Götz (rechts), Generalsekretär des CVJM; Uwe Berger, neuer Leiter der Jugendherberge; Amtsleiter Klaus Stephan und Bürgermeister Karl-Heinz Fitz sind froh, sich gefunden zu haben. © Foto: Isabel-Marie Köppel


Bisher wurde die Jugendherberge an der Altmühl nur saisonal betrieben. Etwa 12 000 Übernachtungen hatten sie letztes Jahr, so Fitz. Der CVJM strebt einen Ganzjahresbetrieb an und steckt sich ein Ziel von 20 000 Übernachtungen. Zwar arbeitet der Verein als gemeinnützige Organisation nicht gewinnorientiert, dennoch muss der Betrieb der Jugendherberge wirtschaftlich sein. Außerdem wollen sie die Arbeitsplätze ganzjährig sichern. Und auch die Stadt mit ihren Restaurants und Geschäften soll davon profitieren.

Nur für Mitglieder

Wer sich in der Herberge einquartieren will, muss beim Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) Mitglied sein. Aber keine Sorge, wer vorbeikommt und das nicht ist, kann das vor Ort online nachholen. "Das dauert nur zwei Minuten", sagt Berger. Die Mitgliedschaft kostet für eine Familie 22,50 Euro im Jahr. Sogenannte Junioren von 18 bis 26 Jahren zahlen (zusätzlich) sieben Euro jährlich. Am Buchungssystem hat sich durch die Übernahme nichts geändert.

Überrascht sind Berger und Götz von den vielen spontanen Besuchern, die hier einfach anklopfen. "Das ist ungewohnt. In Wernfels buchen die Leute zweieinhalb Jahre vorher", erklärt der Generalsekretär. Die Bezeichnung Jugendherberge ist dabei etwas irreführend. Denn willkommen ist jeder. Ein Alterslimit gibt es nicht. Götz möchte erreichen, dass die Menschen Gastfreundschaft und die Liebe Gottes, die ihnen wichtig ist, dort erfahren. Eine neue Zielgruppe erhofft er sich durch das CVJM-Netzwerk. 30 bis 40 Prozent der Übernachtungen sind in Wernfels darauf zurückzuführen.

Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite der Jugendherberge.

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