Zum zweiten Mal in Folge

Gunzenhäuser Kirchweih erneut abgesagt

24.7.2021, 08:56 Uhr
Lebkuchenherzen bieten die Schausteller im Rahmen der Aktion

Lebkuchenherzen bieten die Schausteller im Rahmen der Aktion "Stadt erleben - Erlebnis Stadt" bereits jetzt in Gunzenhausen an. Die eigentliche Kirchweih auf dem Schießwasen ist jedoch erneut gestrichen.   © Wolfgang Dressler, NN

Eine "Entscheidung der Vernunft" nannte es Bürgermeister Karl-Heinz Fitz in der Sitzung des Kulturausschusses und stieß dort auf volle Zustimmung. Angesichts der derzeitigen Regeln und der steigenden Inzidenzzahlen hat sich die Stadt Gunzenhausen nun zu einer Absage des Volksfests durchgerungen. Mit der Aktion "Stadt erleben - Erlebnis Stadt" kommt wenigstens ein bisschen Kirchweihflair in die Stadt.

Prognosen geben keinen Grund zur Hoffnung

Was Lockerungen bei Großveranstaltungen betrifft, hat sich in den vergangenen Wochen nicht allzu viel getan, berichtete der Leiter der städtischen Tourist-Information und "Kirchweihbürgermeister" Wolfgang Eckerlein. Und die Prognosen für den Herbst geben wenig Grund zur Hoffnung: Gesundheitsminister Jens Spahn hat jüngst sogar eine 800-Inzidenz an die Wand gemalt. Nach dem aktuellen Stand der Dinge sind für Veranstaltungen draußen maximal 1500 Menschen zugelassen. Abgesehen von dem enormen Aufwand mit Einlasskontrollen und ähnlichem, die das mit sich brächte, haben Wirte und Schausteller bereits signalisiert, dass sie bei diesen Besucherzahlen nicht auf ihre Kosten kämen. Schließlich besuchen laut Eckerlein schon an normalen Kirchweihtage etwa 8500 Menschen den Festplatz.


Die Entscheidung hatte sich bereits im Mai angebahnt


Unabhängig davon geben es die Corona-Regeln momentan auch gar nicht her, denn "Volksfeste sind nach wie vor untersagt", erläuterte Eckerlein in der Sitzung des Stadtratsausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur. Die Stadt konnte die Entscheidung, die in Abstimmung mit den Festplatzorganisatoren, der Familie Zöllner, gefällt wurde, laut Fitz auch nicht weiter hinauszögern.

Festwirt hat bereits umgeplant

Auf der Homepage des Festzeltbetriebs Widmann ist die Gunzenhäuser Kirchweih bereits abgesagt, berichtete Eckerlein, der Wirt des Bierzelts bietet stattdessen einen Wirtsgarten mit bis zu 500 Plätzen an. Ein Biergarten in dieser Größenordnung würde laut Eckerlein aber "der Harmonie" in der Stadt schaden. Denn schließlich wurden auch die hiesigen Gastronomen lange genug von der Pandemie gebeutelt, eine solche Konkurrenz würde für viel Unruhe sorgen. Außerdem tue man mit solchen "halbherzigen Lösungen" der Gunzenhäuser Kirchweih "keinen Gefallen".


So feierten die Gunzenhäuser vor 25 Jahren Kirchhweih


Eine Alternative finden die Gunzenhäuser ab Freitag, 30. Juli, im Falkengarten. Dort öffnet der Wirt des Weinzelts, Horst Gruber, wieder einen Biergarten. Zudem hat Eckerlein auch ein kleines Kulturprogramm zusammengestellt. Das reicht von fränkischen Countrysongs, die Christian Peter Hauser - der frühere Intendant der Altmühlsee-Festspiele - zum Auftakt am Mittwoch, 4. August, präsentiert, über Bembers, der zwei Wochen später kommt, bis hin zu "Blechg(l)anz, die zum Abschluss Philharmonie auf Blasmusik treffen lassen.

Aus den Reihen der Ausschussmitglieder gab es viel Verständnis für die Absage. Erika Gruber erinnerte daran, dass die Kirchweih früher ja auch und vor allem in den Wirtshäusern gefeiert wurde. Ähnliches könnte sich die CSU-Stadträtin auch jetzt vorstellen. Allerdings gab Eckerlein zu bedenken, dass die nach wie vor geltenden Abstandsregeln die Zahl der Besucher in Innenräumen sehr dezimieren würde. Und draußen kann es im September abends schnell kalt werden. Andererseits sei dies ein "reizvoller Gedanke", die Stadt würde die Wirte hier auch unterstützen. Es sei den Wirten ja unbenommen, in der Kirchweihwoche besondere Events oder eine Speisekarte mit entsprechenden Schmankerln anzubieten, war aus der Runde zu hören.

Am Ende wies der Bürgermeister noch auf die Vorbildfunktion, die die Altmühlstadt in dieser Sache auch habe. Im Landkreis stünden noch über 80 Kirchweihen in diesem Jahr aus. "Die schauen auf uns", so Fitz. Eines allerdings soll keinesfalls abgesagt werden: Der Kirchweihgottesdienst Sonntag.

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