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Freitag, 18.10.2019

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Gunzenhäuser Osterbrunnen feierlich eröffnet

Viele nachdenkliche Worte über die Bedeutung und den Umgang mit Wasser - 22.04.2019 17:27 Uhr

2100 handbemalte Eier: Der Gunzenhäuser Osterbrunnen ist nicht der größte, aber er ist vom Trachtenverein „D’Altmühltaler“ alljährlich „schön gestaltet“, lobt das Stadtoberhaupt. © Jürgen Eisenbrand


Seit 1988 wird in Gunzenhausen die Tradition des Osterbrunnens gepflegt, damals hatte Betty Huber das erste Exemplar mit 1000 selbst verzierten Eiern garniert. Seitdem sind viele Tausend weitere hinzugekommen – und auch zerbrochen –, sagte Karl Hummel, der Vorstand des Trachtenvereins D’Altmühltaler, die sich alljährlich dieses kleinen Events annehmen — und dafür auch ihren Nachwuchs immer kräftig herausputzen.

Regelrechter Wettbewerb

Das Phänomen Osterbrunnen, das sich in den letzten Jahren auch in Altmühlfranken immer weiter verbreitet, hat seinen Ursprung in der Fränkischen Schweiz des beginnenden 20. Jahrhunderts, erklärte Rathaus-Chef Fitz. Und es sei mittlerweile ein regelrechter Wettbewerb um den "eierreichsten" Brunnen entstanden; so stehe in Oberschwaben einer, an dem 27 000 Eier hingen; es winkt ein Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde. "Das ist nicht unser Anliegen", sagte Fitz, "wir wollen einen Osterbrunnen, der schön gestaltet ist."

Dekoratives aus Metall, Keramik, Holz und Stroh – das bot der Natur- und Erlebnismarkt im Falkengarten am gestrigen Ostermontag.


Die Bedeutung des Wassers für den Menschen zu betonen war ihm aber sehr wohl ein Anliegen: Es sei ein "zentrales Element" für den Menschen und werde, gerade in Zeiten von Dürresommern und Klimawandel "immer wichtiger". Die Einweihung des Gunzenhäuser Osterbrunnen könne deshalb "ein kleiner Beitrag" sein, dass Menschen "bewusster mit dem Element Wasser umgehen". Dies alles auch vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen in Treuchtlingen, wo ein örtlicher Sprudelfabrikant zusätzlich große Mengen Trinkwasser abzapfen möchte.

Pfarrer Claus Bergmann erinnerte an den Ursprung der Osterbrunnen, die vor 100 Jahren nicht nur Touristen anlocken sollten, sondern in der Fränkischen Schweiz, einer karstigen, trockenen Gegend, im Frühling die Rückkehr des Wassers in die lange trockengefallenen Brunnen feiern sollten.

Touristische Attraktion und Symbol für das lebensnotwendige Wasser: Im Markgräflichen Hofgarten weihte Bürgermeister Karl-Heinz Fitz (im Vordergrund) den Gunzenhäuser Osterbrunnen ein.


Er sei jüngst in der Sahara gewesen und habe dort, in einer staubtrockenen Region, Wandmalereien gesehen, die heute dort längst verschwundene Tiere zeigten. "Sie sind tot, weil das Wasser fehlt", betonte Bergmann noch einmal die Bedeutung des lebenspendenden Nass. "Wir sollten uns das bewusst machen", sagte der evangelische Geistliche, der auch dazu animierte, "um Regen für die Bewässerung der Felder zu beten".

Nach diesen nachdenklichen Worten spielten die "Donnerstagsbläser" ein Zusammenschluss von Blasmusikern aus Laubenzedel und Frickenfelden, noch einige freundlich beklatschte Stücke, und dann machten sich die meisten der rund 60 Besucher auf, um im benachbarten Natur- und Erlebnismarkt vielleicht noch das eine oder andere verspätete Ostergeschenk zu ergattern.

Der Osterbrunnen kann bis Sonntag, 5. Mai,  täglich von 8 bis 17 Uhr besichtigt werden.

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