Gunzenhäuser Schäfertänzer als Botschafter in Berlin

31.1.2018, 17:29 Uhr
Wie diesem Paar machte der Auftritt auf der Grünen Woche allen Schäfertränzern riesige Freude. Sie nahmen vom Besuch der Bundeshauptstadt viele schöne Eindrücke mit nach Hause.

Wie diesem Paar machte der Auftritt auf der Grünen Woche allen Schäfertränzern riesige Freude. Sie nahmen vom Besuch der Bundeshauptstadt viele schöne Eindrücke mit nach Hause. © Horst Kuhn

Geboren wurde die Idee bei einem Auftritt der Gunzenhäuser Schäfertänzer am Deutschen Schäfertag im Jahr 2016 in München. Aus der Gruppe kam damals die Anregung, einmal die Grüne Woche in der Bundeshauptstadt Berlin zu besuchen. Diese griff Sprecher und Organisator Erhard Pentza auf und wandte sich vor einem Jahr an Wolfgang Eckerlein, den Leiter der Gunzenhäuser Tourist-Information und Kirchweihbürgermeister, sowie an MdB Artur Auernhammer mit der Bitte um Unterstützung. Beide krempelten sodann die Ärmel hoch, um die nötigen Kontakte zu knüpfen. Dabei wurde auch der bayerische Trachtenverband eingeschaltet.

Daraufhin hörte man längere Zeit nichts mehr, bis im vergangenen September grundsätzlich grünes Licht erteilt wurde. Nach weiteren Verhandlungen kam dann die Zusage, den Tanz als Höhepunkt des letzten Tages der Grünen Woche in der "Land Schau-Halle 4.2." der Agrarsozialen Gesellschaft (ASG) Göttingen unter dem Motto "Heimat, Kultur, Tradition in Bayern" aufzuführen. ASG-Organisationsleiter Michael Busch setzte sich persönlich für den Auftritt der Gunzenhäuser ein. Zudem lud MdB Artur Auernhammer die Gruppe zu einem Besuch des Deutschen Bundestags ein.

Der Reise nach Berlin stand also nichts mehr im Weg. Mit Unterstützung der Stadt Gunzenhausen sowie einiger Bankinstitute sowie örtlicher Metzgereien, Bäckereien und Brauereien aus der Region, die "Marschverpflegung" zur Verfügung stellten, und weiterer Sponsoren machte sich die Gruppe mit dem Ebert-Bus, an dessen Lenkrad Chef Richard Ebert saß, selbst Mitglied bei den Tänzern, auf den Weg in die Hauptstadt.

Nach kurzer Beratung wurde der Entschluss gefasst, den Tanz vor der Bühne aufzuführen und auf dieser die Schäfertanzmusik, bestehend aus der "Gunzenhäuser Blous`n" und der Dittenheimer Blasmusik unter der bewährten Leitung von Thomas Pentza, zu platzieren. Pünktlich um 15.20 Uhr marschierten die zwölf Tanzpaare, allen voran Oberschäfer Friedrich Schreitmüller, in die Halle ein. Die Vorstellung des Traditionstanzes und der Tanzpaare nahm Karl Hummel, der Vorsitzende des Trachtenvereins "D’Altmühltaler", vor. Zum Auftrittsende gab es frenetischen Beifall. Als Zugabe war von der Schäfertanzmusik der vom Publikum geforderte "Böhmische Traum" und der "Bayerische Defiliermarsch" zu hören. Unter den Zuschauern weilte auch Lars Jäger, der Chef und Projektleiter der Internationen Grüne Woche, der die Aufführung und die dazu gespielte Musik als ein kleines Highlight des Abschlusstags bezeichnete.

Vor dem Brandenburger Tor fanden sich die Gunzenhäuser Schäfertänzer zu einem Erinnerungsbild ein und erweckten dabei viel Aufsehen.

Vor dem Brandenburger Tor fanden sich die Gunzenhäuser Schäfertänzer zu einem Erinnerungsbild ein und erweckten dabei viel Aufsehen. © Horst Kuhn

Insgesamt 66 Länder mit über 1700 Ausstellern waren an zehn Tagen auf der Messe präsent, die in diesem Jahr über 400 000 Besucher zählte. Bei den Rundgängen durch die Hallen verteilten die Schäfertanzer 1000 eigens für Berlin produzierte Faltblätter, die zum Besuch der Stadt Gunzenhausen einluden. Viele persönliche Gespräche wurden dabei geführt und dabei auf die Reize des Fränkischen Seenlands und der Altmühlstadt hingewiesen.

Anita Pentza verteilt auf der Grünen Woche Faltblätter, die zu einem Besuch von Gunzenhausen einladen.

Anita Pentza verteilt auf der Grünen Woche Faltblätter, die zu einem Besuch von Gunzenhausen einladen.

Zwei Tage lang waren zwei königliche Hoheiten – die Merkendorfer Krautkönigin Karolin Kleemann und die Spalter Bierkönigin Elisa Meyer – am Stand der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Deutsche Königinnen und Könige, die ihren Sitz im hessischen Witzenhausen hat, anzutreffen. Merkendorfs Bürgermeister Hans Popp, Mitglied der ARGE, ließ es sich dabei nicht nehmen, seine Heimatstadt samt der Merkendorfer Krautfabrik mit Chef Jürgen Reuter vorzustellen. Die Möglichkeit, das Merkendorfer Kraut zu verkosten, und das Freibier der Stadtbrauerei Spalt lockten viele Besucher an.

Bei einer Stadtrundfahrt erhielt die Reisegruppe Einblicke in die Geschichte der ehemals geteilten Stadt. Bei einem Aufenthalt in der "East Side Gallery" an der Mühlenstraße in Berlin-Friedrichshain, wo noch Reste der Mauer zu sehen sind, und beim Gang durch das Brandenburger Tor wurden Erinnerungen an den Mauerfall am 9. November 1989 und die Öffnung der Grenze wach.

Ein weiteres Highlight war der Besuch des Deutschen Bundestags. Trotz seines vollen Terminkalenders ließ es sich MdB Artur Auernhammer nicht nehmen, der Gruppe kurz einen Besuch abzustatten, um auf offene Fragen einzugehen.

Touristiker Wolfgang Eckerlein und Organisator Erhard Pentza bedankten sich für die Führung durch den Bundestag. Ein Dank galt zum abschluss auch den vielen Sponsoren für die Unterstützung der Drei-Tage-Reise, an deren Ende das Fazit gezogen wurde: "Berlin ist eine Reise wert!"

 

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