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Heidenheim: Wie geht’s weiter mit dem Dekanat?

Die Dekantsstelle im Hahnenkamm wird nicht mehr besetzt - 13.04.2021 06:02 Uhr

Imposant ragen die Türme des Heidenheimer Münsters im Zentrum des Ortes empor. Dass hier weiterhin das Wort Gottes verkündet wird, ist selbstverständlich, doch bei den kirchlichen Strukturen im Hahnenkamm deutet sich eine gewaltige Veränderung an.

12.04.2021 © Archivfoto: Timm Schamberger/epd


Dem kleinen westmittelfränkischen Dekanat Heidenheim stehen einschneidende strukturelle und personelle Veränderungen bevor: Die Dekansstelle wird nicht mehr besetzt, vertretungsweise übernimmt Wassertrüdingens Dekan Hermann Rummel die Leitung. Regionalbischöfin Gisela Bornowski: "Wir hatten die Dekansstelle im Januar zwar ausgeschrieben, die Bewerberlage war jedoch nicht ausreichend." Deswegen habe der Dekanatsausschuss auf eine erneute Ausschreibung verzichtet.

Bornowski betont, dass die Kirchengemeinde Heidenheim mit ihren weniger als 900 Gemeindegliedern für die kommenden Jahre als "eine volle Pfarrstelle erhalten wird", und dies obwohl in der bayerischen Landeskirche "die Zahl der Gemeindeglieder durchschnittlich bei 1500 liegt". Für Heidenheim sei diese Pfarrstelle allerdings auch deswegen wichtig, um das dortige Kloster mit erst vor rund zwei Jahren eröffneten Museum, Tagungsstätte, Klosterladen und Gastronomie "in eine gute Zukunft zu führen".

Das Dekanat Heidenheim bleibe rechtlich eigenständig. Das sei auch deshalb wichtig, weil es zusammen mit der Kommune den Zweckverband Kloster Heidenheim bilde. Dieser war 2020 wegen der Corona-Pandemie gefragt und musste dem Klosterprojekt eine Finanzspritze gewähren, damit es überlebensfähig bleibt. Corona sei für alle Tagungshäuser und Gastronomiebetriebe eine enorme Herausforderung – für neu gegründete aber noch einmal mehr. Sie haben zum Teil keinen Anspruch auf staatliche Hilfen, beim Kloster kommt noch hinzu, dass eine Kommune Mitträger ist.

Nicht einmal mehr 6000 Gemeindeglieder

Unabhängig vom Klosterprojekt geht es beim Heidenheimer Dekanat mit der Entscheidung, den Dekanssitz nicht zu besetzen, auch um die mittelfristige Zukunft. Mit nicht einmal mehr 6000 Gemeindegliedern sei es als eigenständige Einheit dauerhaft nicht mehr alleine überlebensfähig, betont Bornowski. Zum Vergleich: Im Dekanat Würzburg im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg leben etwa 56.000 Evangelische. Die Jahre bis zur nächsten Runde der Landesstellenplanung 2024/2025 sollen in Heidenheim nun dazu genutzt werden, sich Gedanken über die Zukunft zu machen.


Das Kloster Heidenheim leidet gewaltig unter der Pandemie


Der Regionalbischöfin zufolge gibt es beispielsweise die Möglichkeit, dass sich die Heidenheimer Gemeinden verschiedene neue angrenzende Dekanate "aussuchen" und sich das Dekanat Heidenheim auflöst. Auch eine Fusion mit einem anderen Dekanat sei vorstellbar. Für die weitere Eigenständigkeit fehlen Heidenheim künftig nicht nur die Pfarrstellen – es sind nach der momentanen Landesstellenplanung 1,5 Stellen weniger, also noch 6,5 – und die aus Demografie-Gründen sinkende Anzahl der Gemeindeglieder. "Kleine Dekanate werden es schwer haben", meint Gisela Bornowski.

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Das Kloster Heidenheim ist eingeweiht

15 Jahre sollte es dauern, doch nun ist der erste Abschnitt des Heidenheimer Klosters fertiggestellt. Mit einem festlichen Gottesdienst und zahlreichen Grußworten wurde der Westflügel nun feierlich eröffnet.


Daniel Staffen-Quandt/epd

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