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Samstag, 25.05.2019

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"Ich bin sehr, sehr dankbar"

Großzügige Spenden nach Bericht: Zwei Gunzenhäuser erfüllen sich ihre Wünsche - 09.05.2019 05:56 Uhr

Für die meisten Menschen mag Bad Reichenhall ein ganz normales, durchschnittlich interessantes Ferienziel in Oberbayern sein. Für Dietbert Marx war ein Urlaub dort jahrelang ein unerfüllbarer Traum. Nach einem Bericht im Altmühl-Boten und dank einer Spende kann er ihn nun wahr machen.


Bis vor ein paar Wochen war alles nur ein Traum. Der Traum von einem Urlaub in Bad Reichenhall. Dietbert Marx wollte sich diesen Traum erfüllen, doch für den 63-Jährigen war der Trip in die Stadt, in der er seine früheste Kindheit verbracht hatte und in der er seither nicht mehr gewesen ist, schlicht und einfach zu teuer.

Denn Marx ist auf Hilfe angewiesen, er lebt von weniger als 800 Euro im Monat und muss regelmäßig Angebote der Caritas Weißenburg-Gunzenhauen in Anspruch nehmen. So ist er zum Beispiel häufig beim Mittagstisch zu Gast, den der Verein "Hand in Hand gegen Altersarmut" jeden Dienstag und Freitag um 11.30 Uhr im Burkhard-von-Seckendorff-Heim in der Reutbergstraße 1 für einen symbolischen Euro anbietet (wir berichteten).

Aus dem Traum vom Urlaub ist jetzt allerdings ein Traumurlaub geworden: Nach einem Bericht im Altmühl-Boten meldeten sich mehrere Menschen, die ihm diese Reise ermöglichen wollten. "Er ist sofort ins Reisebüro gegangen und hat Angebote eingeholt", erzählt Alexandra Trögl von der Caritas. Und auch Ursula P., die in dem Artikel ebenfalls offen über das Thema Altersarmut gesprochen hatte, um anderen Menschen Mut zu machen, die Angebote der Caritas wahrzunehmen und ihre mögliche Scham zu überwinden, freute sich über Geldspenden und ist dankbar dafür.

Dietbert Marx lebt von weniger als 800 Euro im Monat.


"Davon kann ich mir die Tierarztrechnung für den Hund bezahlen, die sind nämlich immer horrend", sagt sie. Dietbert Marx hat seinen Urlaub mittlerweile gebucht: Am 5. Juni geht es mit dem Zug für acht Tage zurück in seine alte Heimat. Er möchte sich die Stadt seiner Kindheit einmal näher anschauen. Denn viele Erinnerungen hat er nicht mehr daran, schließlich hat er dort nur bis zu seinem fünften Lebensjahr gewohnt.

Was genau er dann in Bad Reichenhall macht, will er sich nun in aller Ruhe überlegen. "Ich freue ich mich jetzt schon drauf", sagt er, nicht ohne zu vergessen, sich bei den Spendern zu bedanken: "Ich bin sehr, sehr dankbar dafür", sagt Marx, "so etwas hat noch nie jemand für mich gemacht."  

Micha Schneider E-Mail

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