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Dienstag, 16.07.2019

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Kanutestival am Altmühlsee kämpft mit der Witterung

Der stürmische Wind lud nicht gerade zur Testfahrt in einem Kajak ein - 17.06.2019 06:00 Uhr

Diese Urlauber aus Sindelfinden ließen sich von der steifen Brise, die am Samstag über den Altmühlsee brauste, nicht abhalten und nahmen die Einladung zu einer Probefahrt mit den wackligen Booten gerne an. Insgesamt hielt sich der Andrang beim sechsten Kanutestival und Seefest im Seezentrum Schlungenhof aber in Grenzen. Der stürmische Wind lockte dafür viele Segler und Kitesurfer aufs Wasser. © Marianne Natalis


Noch am Morgen waren die Wellen so hoch, dass Jörg Rostock vom Bundesverband der Kanuhersteller keinen auf den See hinausgelassen hätte. Samstagmittag ist es zwar immer noch windig, doch mittlerweile tänzeln doch einige Boote auf dem unruhigen Wasser. Schließlich hat man nicht alle Tage die Chance, sich im Kajak oder im Kanadier auszuprobieren.

"Wenn man einmal die Richtung hat, dann geht es eigentlich", sagt Sven Tuchscherer mit Blick auf die steife Brise, die am Samstag übers Wasser pfiff. Er und seine Tochter sind extra aus Dietenhofen zum mittlerweile schon 6. Kanutestival an den Altmühlsee gekommen und lassen sich den Spaß vom Wetter nicht verderben. Auch die Familie aus Sindelfingen, die derzeit in Wald die Pfingstferien verbringt, ist von dem kostenlosen Angebot begeistert und stürzt sich in das feuchte Vergnügen – denn bei hohem Wellengang schwappt schon mal ein bisschen Wasser in die kippeligen Boote.

Die Auswahl, die am Bandestrand bereit liegt, ist groß. Freizeit- und Sportkajaks und –kanadier warten hier auf die Besucher, die allerdings nicht in den Mengen an den See strömen, wie noch im vergangenen Jahr. Die stürmischen Böen halten doch viele ab, weiß auch Jörg Rostock, der die Veranstaltung des Zweckverbands Altmühlsee bereits zum vierten Mal für den Bundesverband der Kanuhersteller mit betreut.

Abends spielte auf der Seebühne bei Schlungenhof die Band „Musiclod“, ein paar wenige wagten dazu ein Tänzchen. © Marianne Natalis


Wer sich eines der stromlinienförmigen Boote ausleiht, bekommt eine kurze Einweisung und eine Schwimmweste mit auf den Weg. Allzu weit vom Ufer dürfen sich die Tester nicht bewegen, sie müssen im durch Bojen abgegrenzten Badebereich bleiben. Dass niemand ausschert und doch auf den See hinauspaddelt, darauf achtet die Wasserwacht, die für diese Veranstaltung noch mit einem zweiten Boot in Einsatz ist. Das ist angesichts der vielen Segler und Kitesurfer, die sich weiter draußen von den Windböen über den See treiben lassen, sicher auch nicht verkehrt.

Neben Musik, Kinderprogramm unter anderem mit einem Karussell, und Kanutestival bietet das zweitägige Seefest mit einem kleinen Kunsthandwerkermarkt noch eine weitere Attraktion, die von den Besuchern gerne angenommen wird. Die Auswahl reicht von Schmuck aus altem Silberbesteck über Kinderbekleidung bis hin zu Seifen sowie Dekoration für Haus und Garten.

Kein alltägliches Handwerk

Peter Glasbrenner zeigte die Kunst des Glockengießens. © Marianne Natalis


Alles andere als alltäglich ist dabei der Stand von Peter Glasbrenner. Der gelernte Kirchenglockengießer aus Schwäbisch Hall tingelt seit 15 Jahren über die Lande, um den Menschen sein Handwerk nahe zu bringen. Die Nachfrage nach Kirchenglocken hält sich sehr in Grenzen, doch seinen Beruf nicht mehr auszuüben, das wollte Peter Glasbrenner nicht akzeptieren. Nun gießt er seine Glocken live auf Märkten, stellt Konfirmations- und Taufglocken her und bereitet Brautpaaren auf Wunsch bei ihrer Vermählung mit einer Hochzeitsglocke eine besondere Überraschung. Zu einem solchen Einsatz ist er auch am Abend gebucht, weshalb er seinen Stand bereits am frühen Samstagnachmittag wieder abbauen muss. Abends spielt die Band "Musiclod" auf der Seebühne, allerdings hielt sich auch hier der Andrang in Grenzen.

Komplett verregnet war dann der gestrige Sonntag, sodass die Bilanz des diesjährigen Seefests sicher nicht so gut ausfällt, wie noch im vergangenen Jahr. 

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