Keine Luftfilteranlagen für die Gunzenhäuser Schulen

20.11.2020, 06:01 Uhr
Zu sehen ist hier die Stephani-Schule: Laut Bürgermeister lassen sich dort alle Räume ausreichend lüften.

Zu sehen ist hier die Stephani-Schule: Laut Bürgermeister lassen sich dort alle Räume ausreichend lüften. © Marianne Natalis

Für Paul Pfeifer gilt es, erneute Schulschließungen unbedingt zu vermeiden, um soziale Ungleichheiten nicht weiter zu vertiefen. Der Präsenzunterricht müsse daher auch im Winter sichergestellt werden. Deshalb hatte der SPD-Stadtrat beantragt, dass die Stadt die Schulen mit Luftfilteranlagen ausstattet. Zuvor solle allerdings geprüft werden, wo das notwendig ist.

In keinem der von den Klassen in der Stephani-Schule und der Grundschule Süd benutzten 45 Räume muss ein solches Gerät aufgestellt werden, berichtete nun Bürgermeister Karl-Heinz Fitz in der Sitzung. Denn sämtliche Räume lassen sich nach seinen Worten "ausreichend lüften". Deshalb würde die Stadt auch nicht in den Genuss der vom Freistaat für diese Geräte auf den Weg gebrachten Förderung kommen. Vielmehr müsste sie die für die Anschaffung notwendigen 180.000 bis 200.000 Euro selbst aufbringen.


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"Keine Notwendigkeit" für solche Luftfilteranlagen sehen laut Fitz die Leiter der beiden Einrichtungen. Und auch die Schüler hätten ihm bestätigt, dass das Lüften sehr gut funktioniere. Fitz bekommt immer wieder Besuch von Schulklassen, derzeit empfängt er sie in der Stadthalle.

Kerstin Zels konnte das auch bestätigen. Sie arbeitet am Windsbacher Gymnasium, dort kommen Schüler und Lehrer "gut mit dem Lüften zurecht", berichtete die Grünen-Stadträtin. Das ist auch die Erfahrung von Arno Dernerth vom bayerischen Landesamt für Schule. Die meisten Schulen seien mit der Lösung zufrieden.

"Unnötiger Aktionismus"

Entsprechend sahen letztendlich alle Ausschussmitglieder keine Notwendigkeit, solche Geräte anzuschaffen. Herbert Gutmann (Grüne) setzt lieber auf Lüften und Bewegung als auf elektronische Geräte, sein Namensvetter Karl Gutmann (CSU) sah die Gefahr, dass man sich dann zu sehr auf diese Anlagen verlasse.


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Arno Dernerth tat sich schwer mit der Idee, bis zu 200.000 Euro "aus dem Ärmel zu schütteln" für etwas, das sich in einem halben Jahr womöglich überholt hat und Sigrid Niesta-Weiser sprach von "unnötigem Aktivismus". Angela Schmidt (SPD) erinnerte daran, dass momentan noch keine Minustemperaturen herrschten. Doch schon jetzt hätten viele Eltern Probleme, wie sie ihr Kind anziehen sollten.

Da nun aber feststehe, dass alle Klassenräume gelüftet werden können und der Kauf der Geräte somit vom Freistaat nicht gefördert würde, zog Paul Pfeifer seinen Antrag aber schließlich auf Anfrage von Fitz zurück. Es musste also nicht darüber abgestimmt werden.

Der Sozialdemokrat regte an, ob die Stadt stattdessen CO2-Messgeräte anschaffen könne. Das hatte auch bereits die FDP-Stadträtin Niesta-Weiser getan und damit bei Fitz offene Türen eingerannt.

Das wäre "der Alternativvorschlag" von Seiten der Verwaltung, bestätigte er. Man habe bereits drei Geräte für das Rathaus gekauft und ausprobiert. Auch der Kauf dieser Messgeräte werde bezuschusst und zwar mit 7,27 Euro pro Schüler. Die Verwaltung werde einen Förderantrag stellen und dann sechs Geräte für die Grundschule Süd und 18 für die Stephani-Schule anschaffen, sicherte er zu. Das werde die Stadt etwa 6000 Euro kosten.

Geduld ist nötig

Mit den Rektorinnen sei abgesprochen, fügte Stadtbaumeisterin Simone Teufel an, dass die Geräte dann abwechselnd in unterschiedlichen Klassenräumen genutzt werden könnten, damit man ein Gefühl dafür bekomme, wie oft gelüftet werden muss. Einen Wermutstropfen hatte sie aber auch noch dabei: Man müsse sich darauf einstellen, dass die Lieferung der Geräte bei einer so großen Anzahl auf sich warten lasse.

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