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Donnerstag, 24.09.2020

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Kirchweih vor 25 Jahren: Vom Brauchtum bis zum Kerwaspiel

Der große Festzug stand damals unter dem Motto "Unsere Lebensfreude" - 15.09.2020 17:30 Uhr

Ein Foto aus 2019 und dieses Jahr schwerlich vermisst: Die Gunzenhäuser Kerwa.

© Wolfgang Dressler


In seiner Eröffnungsrede stellt Bürgermeister Willi Hilpert Bewährtes heraus, an erster Stelle die treuen Gäste aus dem Ausland, die besonders erwähnt werden. Unter ihnen ist Jerry Ortner. Festplatzorganisator Erich Gührer und Festwirt Sonny-Boy Papert, die beide seit 23 Jahren das Gunzenhäuser Volksfest mitorganisieren, finden ebenfalls Erwähnung.

Wie gehabt wissen die Zuschauer, dass die Kirchweih spätestens mit dem Auftritt der "jungen Altmühltaler" näher rückt. Die Aktiven, und mit ihnen Betty Huber und Vorsitzender Karl Hummel, leisten auch diesmal einen unverzichtbaren Beitrag zur Eröffnung. Dekan Friedrich Wiedemann unterstreicht, dass die Kirchweih ihren Ausgangspunkt im Geburtstag der Kirche habe, was man bei allem Trubel und Rummel nicht vergessen sollte.

Er sagte schon damals, wo es langgeht: Festplatzorganisator Erich Gührer.

© Foto: Horst Kuhn


Von der Patrizier-Brauerei ist diesmal nur der "Vierzug" angereist. Dies tut aber dem optimistischen Vergnügen keinen Abbruch. Gambrinus Günter Engel lässt sich selbst, den Humpen in der Hand und das Fest allgemein hochleben. Auf den Weg zum Festzelt lässt Helmut Schmidt, genannt der "Häbber", zur Freude des Publikums auch diesmal den Taktstock kreisen.

Einen lebhaften Gedankenaustausch bei Musik, Bier und Brezen gibt es im Falkengarten beim zehnten Empfang für ehemalige Gunzenhäuser. Einmal mehr präsentiert sich Bürgermeister Hilpert als geschicktger Werbeträger seiner Stadt. Das "Trio Altmühltal" (Heinz Horst, Karl Zanzinger und Willy Seubelt) besorgt die unaufdringliche musikalische Untermalung der Kirchweihbegegnung, an der die 150 Gäste teilnehmen.

"Siggi" Kipfmüller am Mikrofon

Beim Brauchtumsnachmittag auf dem Marktplatz am Kirchweihsonntag unter dem Motto "Fränkisch gʼspielt und tanzt" wirken unter anderem die "Gunzenhäuser Blous’n" die "Wormer Musikanten" und die "Walder Dorfmusik" mit. Wie den Kapellen, so ist auch der Jugend- und Erwachsengruppe des Trachtenvereins "D’Altmühltaler" und der Volkstanzgruppe aus Unterwurmbach der herzliche Beifall der Zuschauer sicher. Die Moderation hat diesmal der ehemalige Verkehrsamtsleiter und jetziger Geschäftsführer des Zweckverbands Altmühlsee (ZVA), Siegfried Kipfmüller, übernommen.

Die vielen Mitwirkenden des Kirchweih-Festzugs am Montag haben Spaß an der Freude, ob sie sich zu Fuß, auf zwei Rädern, auf den Motivwagen oder anders motorisiert durch die Innenstadt bewegen. Weit über eine Stunde zieht sich der Lindwurm, diesmal unter dem Motto "Unsere Lebensfreude", durch die Straßen. Wie gewohnt stellen die Musikgruppen eine Bereicherung des Zuges dar. Seit 40 Jahren mit eigenen Pferden dabei: Fritz Schachner, der letzte Bauer aus Gunzenhausen. Diesmal ist ein Musikzug einer US-Division aus Bamberg sozusagen das Sahnehäubchen.

2005: Kleines Wasserbad gefällig? Das Fahrgeschäft „Top Spin“ war auf dem Schießwasen-Festplatz der Renner. Bei gutem Wetter machten die Fontänen den Besuchern natürlich nichts aus.

© Foto: Horst Kuhn


Für die Bewohner des Seckendorff-Heimes veranstaltet der Stiftungsausschuss des Stadtrats einen Kirchweih-Nachmittag. Mit großer Freude wird die Anwesenheit von "Festplatzdirektor" Erich Gührer und Schausteller Wolfram Setz begrüßt. Auch in diesem Jahr lässt es sich der Besitzer des Süßigkeitenstandes auf den Schießwasen nicht nehmen, eine große Portion Magenbrot zu verschenken.

Das Festzelt auf dem Schießwasen ist traditionell zur Mitte der Kirchweih Treffpunkt von Bürgermeistern und Behördenvertreter. Auf Einladung der Stadt sind zahlreiche Rathauschefs, darunter Helmut Vogel aus Wassertrüdingen, mit seiner Mannschaft, Karl Huber aus Merkendorf, der traditionell eng mit Gunzenhausen verbunden ist, und Lorenz Eff aus Ornbau, der vor kurzem seinen 50. Geburtstag feiern konnte, erschienen. Ranghöchster Gast in der Runde ist der künftige Regierungsvizepräsident Alfred Richter.

Als Alternative zum Bierzelt ist die "Schwarzwaldschenke" zu nennen. Dort kann man neben Bier und Korn auch geräucherten Schinken und Hausmacherwurst erwerben. Viele Besucher steuern auch das Weinzelt von Hans Aust an, wo täglich ab 14 Uhr zu Kaffee und Kuchen eingeladen wird.

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Auch wenn es auf der Kirchweih sehr traditionell zugeht, gibt es doch jedes Jahr ein paar neue Attraktionen. Wohl zum ersten Mal auf dem Schießwasen ist Motorradfahrer Pit Lengner aus Nördlingen präsent, der in seiner selbst konstruierten, 5,50 Meter hohen Steilwand mit einem Affenzahn seine Runden dreht.

Meister der Ballons

2005: Die Betreuerinnen in guter Stimmung, ihre Schützlinge noch etwas unentschlossen: Die Kindergärten machten gerne beim Festzug mit.

© Foto: Horst Kuhn


Bei Manfred Kohler, besser bekannt als Clown Manni, dürfte in nächster Zeit die Luft draußen sein. Hunderte von Luftballons bläst der Münchner am Kindernachmittag im Festzelt Papert auf. Siegfried Kipfmüller bringt die kleinen Kunststücke unter die Leute. Doch nicht nur der Luftballons wegen sind die etwa 100 Kinder gekommen. Die vielen Freikarten, die Festplatzchef Gührer organisiert hat, erweisen sich als magisches Lockmittel.

Die Kirchweih in Gunzenhausen hat schon viele Gesichter kommen und gehen gesehen. Eine feste Größe ist Rosa Mayr. Seit 20 Jahren steht die Frau als Bedienung in Paperts Festzelt ihren Mann. Für viele Gunzenhäuser ist die Auracherin der Prototyp einer guten Bedienung.

Vor einer prächtigen Kulisse spielt sich der FC Gunzenhausen im Verfolgerduell gegen Kleinschwarzenlohe in einen wahren Kirchweihrausch, versäumt es aber, einen Kantersieg herauszuschießen. Die beiden Treffer erzielt Gustav Girschele vor und nach der Pause.

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Das Wetter hielt, trotz so mancher dunklen Wolken, die kurz vor dem Kirchweihfestzug über Gunzenhausen zu sehen waren. Und so feierten die Altmühlstädter trockenen Fußes ihren Kirchweihmontag, zu dem traditionell der große Festzug zählt 54 Gruppen präsentierten sich ganz nach dem Motto: "So ein Theater".


Horst Kuhn

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