Tourismus in der Stadt

Kommt der Schlaf-Cube bald an die Therme?

MK
Milena Kühnlein

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15.12.2021, 05:25 Uhr

© Foto: Jürgen Leykamm

TREUCHTLINGEN - Es klingt verlockend: Schlafen unter freiem Himmel, um sich herum nichts als die freie Natur und dabei trotzdem mehr Komfort genießen als in einem Zweimannzelt. Es gibt viele Gründe, warum sich Menschen für eine Übernachtung im Sleeperoo entscheiden.

Seit diesem Jahr stand der Schlaf-Cube auf der Burg Treuchtlingen zur Vermietung bereit. Im jüngsten Tourismusausschuss wurde nun Bilanz gezogen. Die Leiterin der Kur- und Touristinformation Stefanie Grucza ist mit den Buchungen des Sleeperoo sehr zufrieden.


Sleeperoo in Treuchtlingen: So schläft es sich im Cube


"Insgesamt wurden 23 Übernachtungen gebucht," so Grucza. Neun davon hätten dazu ein Frühstück mitbestellt. Damit sei man zufrieden, insbesondere wenn man den späteren Start wegen der Pandemie mitberechne. Auch hätten einige Übernachtungsgäste den Aufenthalt in Treuchtlingen genutzt, um noch in der Stadt essen oder in die Altmühltherme zu gehen. "Wir haben dadurch ein paar Multiplikatoren geschaffen", summiert Grucza. Finanziell habe sich das Ganze auch gelohnt. Nach Abzug der Kosten für kleinere Bauarbeiten hätte man ein Plus erzielt.

Doch wer übernachtet eigentlich in so einem Cube? Bei einem Übernachtungspreis von über 200 Euro liegt die Zielgruppe eher nicht bei Menschen, die mit kleinem Budget reisen und eine schnelle, günstige Schlafmöglichkeit brauchen. Es werden eher Menschen angesprochen, die gezielt eine besondere Unterkunft für eine Nacht erleben wollen. "Es waren ein, zwei Gäste aus dem Umkreis da, aber in der Regel kamen die Leute von weiter weg", so Grucza. Ein Paar sei sogar aus Hamburg angereist, hieß es in der Sitzung.

Kein Müllproblem an der Burg

Üblicherweise wird der Cube von Pärchen oder Freunden gebucht, manche übernachteten dort auch mit Kleinkind. Für mehr als drei Personen ist der Sleeperoo allerdings nicht geeignet. Der Cube wird, das erklärte Grucza ebenfalls im Ausschuss, in der Regel für eine einzige Übernachtung gebucht. Die Gäste hätten ihren Müll wieder konsequent mitgenommen und wären sehr angenehm gewesen. "Die Touristinfo hat nichts von Müll um den Cube gehört", so Grucza.

Trotz all der positiven Nachrichten möchte man den Sleeperoo im nächsten Jahr wohl eher in den Außenbereich der Altmühltherme verfrachten.

"Es ist ein gutes Projekt, aber eben eher an anderer Stelle", so Grucza. Das läge daran, dass die Umsetzung und die Logistik hinter dem Cube an der Burg doch etwas aufwendiger sei, klang im Ausschuss an.

Cube soll als Highlight bleiben

Der Personalaufwand, der mit der Betreuung des Cube einhergeht, sei auf Dauer zu hoch, so Grucza. Schließlich kämen die Buchungen eher spontan und es bedarf dann zuverlässig stets Reinigungskräfte von Montag bis Sonntag. Jedoch sei es wichtig, diese Spontanität der Buchungsmöglichkeiten beim Cube aufrecht zu erhalten.

In der Therme hingegen seien die Personalstrukturen die ganze Woche lang ohnehin gegeben, da das Bad ja meist durchgehend geöffnet ist. Diese Tatsache sein in Form der "Check-In-Zeiten" für Übernachtungsgäste außerdem besser. Noch ist die Übersiedlung an die Therme aber nicht beschlossen.

"Uns wäre wichtig, dass der Cube der Stadt Treuchtlingen als Highlight erhalten bleibt", fasst Grucza zusammen.

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