Freitag, 28.02.2020

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Landrats-Besuch bei Abel Wellpappe in Westheim

Das Unternehem steht für umweltfreundliche und passgenaue Verpackungen - 02.02.2020 07:01 Uhr

Landrat Gerhard Wägemann (rechts) besuchte die Westheimer Firma Abel Wellpappe. Das Unternehmen mit 90 Mitarbeitern ist Spezialist für umweltfreundliche Verpackungen. Von links: Selin Abel, Birgit Abel und Roland Abel. © Felix Oeder/LRA Weißenburg-Gunzenhausen


Bereits seit 1997, dem Gründungsjahr von Abel Wellpappe in Form, verfolgt das Unternehmen das Ziel, durch umweltfreundliches Material die Verpackungsbranche zu sensibilisieren. Mit diesem Vorhaben traf Roland Abel einen Nerv, denn seither sind bereits über 15 Millionen Euro in den Standort in Westheim investiert worden.

Heute steht im dortigen Gewerbegebiet ein hochmoderner Betrieb mit 90 Mitarbeitern, die durch einzigartige Verfahren täglich passgenaue Verpackungen aus Wellpappe herstellen. Der Geschäftsführer Roland Abel, der den Landrat und seine Mitarbeiter aus der Wirtschaftsförderung empfing, hatte demnach durchaus positive Fakten zu berichten. Trotz einem spürbaren Schwächeln der aktuellen Konjunktur seien die Auftragsbücher noch voll, da zahlreiche Großkunden wie BMW oder MAN auf die innovativen Verpackungslösungen setzen.

Dies hat vor allem einen Grund, denn durch das eigens entwickelte Produktionsverfahren kann das Unternehmen millimetergenaue Packelemente herstellen wie kein Zweiter. "Wir haben über die Jahre zahlreiche Techniken getestet, bis wir das optimale Verfahren gefunden haben", erklärte Abel stolz. Demnach gibt es auf der Welt nur vier Maschinen mit dieser Herstellungsvariante, alle stehen sie bei der Firma Abel Wellpappe in Form.

Was diese Maschinen produzieren, wird vor allem zur sicheren Verpackung von Produkten aller Art genutzt. Von einfachem Füllmaterial bis hin zu Palettenfüßen und präzise zugeschnittenen Inlays, alles wird vom Unternehmen aus dem Material Wellpappe hergestellt. Für die Kundenanfragen steht eine eigene Konstruktionsabteilung zur Verfügung, die sich der speziellen Wünsche annimmt und am Computer die passenden Formteile simuliert. Nach einem Prototypenbau werden diese Pläne dann digital an die Maschinen geliefert, die die Teile anschließend zurechtschneiden. "Großserien sind bei uns genauso möglich wie kleinere Aufträge, auch eine unkomplizierte Anpassung des Verpackungsdesigns eines bereits laufenden Auftrags ist problemlos möglich", betonte der Geschäftsführer.

Im Vergleich zu anderen Verpackungsmaterialen ist die verwendete Wellpappe unkompliziert recycelbar. Durch eine eigens entwickelte Riffelwalze, die in der Pappe eine größere Welle erzeugt, werden im Vergleich zu herkömmlichen Wellpappen große Mengen Papier eingespart. Die Ökobilanz wird weiterhin durch die Verwendung von nahezu 100 Prozent Altpapier verbessert, außerdem verläuft die gesamte Produktion auf dem Gelände durch eine 500 kw PV-Anlage und zugekauften Ökostrom auf CO₂-neutraler Basis.

Mit Kartoffelstärke

Doch Roland Abel geht sogar noch einen Schritt weiter und setzt dabei auch auf kreative Mittel. Seit einiger Zeit wird für die Verbindung der einzelnen Wellpappenelemente kein herkömmlicher Dispersionsleim mehr verwendet, sondern ein Gemisch aus Kartoffelstärke und Wasser. Dieses ist umweltfreundlich und erfüllt den Zweck mindestens ebenso gut, zudem wurde eine eigene Maschine zur Herstellung des Klebstoffes angeschafft.

Diese beeindruckenden Fakten sorgen auch außerhalb von Westheim für Aufmerksamkeit, sodass das Unternehmen bereits in den verschiedensten Medien portraitiert wurde. So drehte neben der Frankenschau auch das Magazin Welt der Wunder TV eine Reportage über die Abel Wellpappe in Form, die mehrmals im TV zu sehen war.

Für Landrat Wägemann war dieser Unternehmensbesuch ein erneuter Beweis, dass selbst in den ländlichsten Gegenden innovative Unternehmen eine Heimat finden können. "Wieder einmal zeigt sich, wie viel Ideenreichtum und unternehmerisches Knowhow innerhalb unseres Landkreises zu Hause ist", freute sich Wägemann. Nach dem interessanten Betriebsrundgang verabschiedete sich die Abordnung des Landratsamtes und wünschte der Familie Abel weiterhin viel Erfolg.

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