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LBV zu Center Parcs-Plänen: Geschützte Arten haben Vorrang

Der Naturschutzverband steht den Plänen in Langlau skeptisch gegenüber - 29.10.2020 06:01 Uhr

Besonders streng geschützt: der Waldlaubsänger.

28.10.2020 © Foto: Oliver Wittig


Nach der Begehung des Geländes unter Leitung des Bundesforstes und des Bund Naturschutzes, steht für die Verantwortlichen des Naturschutzverbands fest: Das Verfahren am Brombachsee muss sich an wertvollen Waldflächen und Vorkommen geschützter Tierarten ausrichten.


Center Parcs zwischen Masterplan und Umweltstudie


Beim Gang über das Muna-Gelände konnten sich Vertreter der beiden Umweltschutzverbände ein Bild von den Naturlebensräumen auf dem alten Munitionsgelände bei Langlau machen, wie aus einer entsprechenden Pressemitteilung des LBV hervorgeht.

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Der "Center Parcs Park Allgäu" wurde im Oktober 2018 eröffnet und umfasst 1000 Ferienhäuser verschiedener Ausstattung und Größe. Auf über 180 Hektar erstreckt sich das Feriendorf, das 350 Millionen Euro kostete. Wie das Areal bei Langlau handelt es sich um eine ehemalige Munitionsanstalt. Auch deshalb kann man ihn als Vorbild für eine Center Parcs-Anlage auf dem Muna-Gelände am Brombachsee sehen.


"Wir haben uns von der naturschutzfachlichen Qualität und dem Baumartenreichtum des Mischwaldbestands überzeugt. Da dort auch noch geschützte Arten wie Kammmolch und Waldlaubsänger vorkommen, werden der notwendige Wald- und Artenschutz den Planern ein Höchstmaß an Verantwortung abverlangen", fasst Claudia Beckstein, Vorsitzende der LBV-Kreisgruppe Weißenburg-Gunzenhausen, ihre Eindrücke von der Begehung zusammen.

Äußerungen nur auf Basis von Fakten

Weiter heißt es in dem Schreiben: "Grundsätzlich steht der LBV derartigen Bauprojekten, die allein aufgrund ihrer Größe potenziell problematisch für die Natur sein könnten, sehr skeptisch gegenüber." Als unabhängiger Fachverband äußere sich der LBV seit jeher nur auf der Basis von Fakten. "Wir analysieren erst die Daten, bevor wir uns abschließend äußern", stellt LBV-Geschäftsführer Helmut Beran klar.

Ob Zauneidechse (Bild) oder Kammmolch – auf dem Muna-Gelände in Langlau leben streng geschützte Tierarten. Das muss berücksichtigt werden, fordert der LBV.

28.10.2020 © Foto: Oliver Wittig


Im konkreten Fall des geplanten Center Parc am Brombachsee lägen bislang weder konkrete Pläne der Betreiberfirma über das Bauvorhaben vor, noch seien Untersuchungen zu Auswirkungen des Vorhabens auf Natur und Landschaft veröffentlicht.

Gleichwohl sei bereits jetzt bekannt geworden, dass sich auf dem für die Ferienanlage vorgesehenen Gelände Vorkommen streng geschützter Tierarten wie Kammmolch, Laubfrosch und Zauneidechse und der besonders geschützte Waldlaubsänger befinden. "Ebenso sieht der LBV die Rodung von mehreren Hektar stabilen Mischwalds in Zeiten des Klimawandels sehr kritisch. Immer wieder fordert die Politik die Anpflanzung von zukunftsfähigen Mischwaldbeständen und nun sollen dort genau diese abgeholzt werden", so Beran.

Weitere Bewertung hängt von Plänen ab

"Erst wenn die Daten und Fakten klar sind, kann der LBV als Naturschutzverband eine fachlich fundierte Bewertung zu dem geplanten Vorhaben abgeben. Dazu zählen detaillierte Pläne zur Feriensiedlung mit begleitender Infrastruktur wie Parkplätze und Verkehrsanbindung sowie Auswirkungen auf Flora und Fauna", sagt Beran weiter.

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Der LBV fordert deshalb ein umfassendes Raumordnungsverfahren, in dem geprüft wird, ob das Projekt mit den Zielen der Raumplanung vereinbar ist. Weiterhin fordert der LBV die Betreiber und die zuständigen Behörden auf, hier offen und transparent zu agieren. "Alle erforderlichen Unterlagen müssen offengelegt und alle rechtlichen Vorgaben für ein Projekt dieser Größenordnung eingehalten werden", stellt Beran klar.


Gastwirte wollen den Center Parc


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