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Lieber zur Brennnesseljauche greifen

Der LBV gibt Tipps, wie Hobbygärtner ganz ohne Gift ihre Pflanzen stark machen können. - 08.08.2019 06:21 Uhr

Der Verzicht auf Gift im Garten hilft auch der Zauneidechse, die hier ihren Durst an einer Wasserstelle stillt. © Foto: Christian Stierstorfer/LBV-Archiv


"Im Garten sind Pestizide leider immer noch weit verbreitet. Knapp 6000 Tonnen werden jährlich in privaten Gärten verwendet", sagt die LBV-Artenschützerin Christiane Geidel. Das Problem: Ameisen auf dem Gartenweg, sogenanntes Unkraut in den Pflasterfugen oder Blattläuse am Apfelbaum. Die Lösung: Pestizide?

Lieber nicht, denn: "Mit den Giften werden nicht nur unliebsame Gäste getötet, sondern auch nützliche Insekten", erklärt Geidel. Wildpflanzen wie Brennnessel, Löwenzahn und Taubnessel, sind für viele Insekten wichtig, werden beim Einsatz von Herbiziden wie Glyphosat jedoch mitvernichtet. "Wer einen lebendigen Garten haben will, sollte besser auf die Trickkiste der Natur als auf den Giftschrank zurückgreifen. So werden Insekten und mit ihnen auch Tiere wie Vögel, Igel, Fledermäuse und Eidechsen geschützt", ergänzt die Naturschützerin.

Die Natur bietet eine Fülle wirksamer Mittel – und das dazu noch meist gratis. Jauche aus Brennnesseln kann zum Beispiel als Dünger und ein Brennnessel-Aufguss zum Bekämpfen von Blattläusen eingesetzt werden. Ackerschachtelhalm enthält Kieselsäure. Diese stärkt die Zellwände der Pflanzen und macht so Gemüse stark gegen Blattläuse, Pilze & Co. Geidel: "Dazu setzt man einen Tee aus diesen Pflanzen an und besprüht die betroffenen Kulturen damit."

Erst mal abzuwarten ist auch im Garten oft ein bewährtes Rezept bei kleineren Problemen. Denn wer seinen Pflanzen ausreichend Zeit gibt, sich selbst gegen Schädlinge, Pilze und Krankheiten zu wehren, wird mit gesunden und kräftigen Pflanzen belohnt.

Standort, Boden und Lichtverhältnisse entscheiden mit darüber, ob eine Pflanze gut gewappnet in die Saison startet. Ist der Boden auf die Bedürfnisse der Pflanze angepasst, bekommt sie genug Licht und ist auch an nassen Tagen schnell wieder trocken, haben Pilze kaum eine Chance. Hat die Pflanze ausreichend Abstand zu ihren Nachbarn, können sich Pilze, Blattläuse und andere ungebetene Gäste weniger gut verbreiten.

"Im Gemüsegarten ist die Mischkultur eine jahrtausendlang erprobte Methode, Schädlinge und Krankheiten fernzuhalten und die Pflanzen optimal mit Nährstoffen zu versorgen", sagt Christiane Geidel. "So gedeihen Erdbeeren gut neben Knoblauch, Kartoffeln neben Dicken Bohnen und Möhren stehen gern neben Lauch." Hilfreich ist es zudem, Wirtspflanzen von Pilzen aus dem Garten zu verbannen. Wacholder etwa beherbergt im Sommer den Birnengitterrost, einen Pilz der das Laub von Birnbäumen befällt.

InfoTipps und Tricks des LBV für Hobbygärtner gibt’s unter www.lbv.de/garten

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