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Lockerungen an Grundschulen: Große Vorfreude auf den Präsenzunterricht

Schulleiterin Ingrid Pappler begrüßt den Beschluss der Staatsregierung - 04.05.2021 17:06 Uhr

Ab Montag dürfen wieder alle Jahrgangsstufen in die Grundschule.

19.04.2021 © Marcel Kusch, dpa


"Meine persönliche Meinung ist, dass das nicht der Fall sein wird", sagt Ingrid Pappler, die Rektorin der Grundschule Süd in Gunzenhausen. "Ich begrüße jeden Tag, den die Schüler im Präsenzunterricht sind." Allerdings schränkt sie ein: "Welche Auswirkungen das womöglich auf das Pandemiegeschehen haben wird – dazu bin ich zu wenig Expertin."

Der direkte Kontakt und die Klassengemeinschaft seien "wichtig für die sozial-emotionale Entwicklung der Kinder", sagt die Pädagogin. Und erklärt auf Nachfrage: "Der Freundin was erzählen und mal wieder einen gemeinsamen Spaß machen zu können – das ist enorm wichtig."


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Auch in ihrem Kollegium verspüre sie nur wenig Angst vor möglichen Infektionen – "und bei mir noch weniger, aber das liegt in meiner Natur", lacht sie. Alle Lehrkräfte, die dies wollten seien inzwischen mindestens einmal geimpft, manche auch schon zweimal. Die Quote der Impfwilligen liege bei 90 Prozent.

"Wir geben aufeinander acht"

"Trotzdem werden wir natürlich weiterhin vorsichtig sein", sagt Ingrid Pappler und nennt die üblichen AHAL-Regeln. Die allerdings, der besseren, kindgerechten Verständlichkeit wegen, in der Grundschule Süd anders genannt werden: "Wir geben aufeinander acht."

Freut sich auf Präsenzunterricht an ihrer Grundschule Süd: Rektorin Ingrid Pappler.

04.05.2021 © Foto: privat


Nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für die Lehrkräfte sei die jüngste Entwicklung positiv, sagt Pappler: "Das analoge, direkte Vermitteln hat eine ganz andere Wertigkeit – und eine bessere Effektivität." Und sie erklärt an einem Beispiel, was damit gemeint ist: An ihrer Schule gebe es eine 1. Klasse mit 28 Schülern, da sei die Herausforderung groß, alle Kinder bei der Stange zu halten – auch weil es immer wieder kleine Kämpfe mit der Technik gebe. "Im Unterricht kann man abschweifende Kinder mit einem Blick wieder zurückholen."

Dennoch könne sie für ihre Schule mit gutem Gewissen sagen, dass die Klassen in Sachen Lehrplan auf einem guten Stand seien, "und die Viertklässler sind ganz sicher auch gut vorbereitet auf die weiterführenden Schulen". Auch, weil die GS Süd von Beginn des Distanzunterrichts an gut ausgestattet gewesen sei und der Videounterricht gut geklappt habe. Und das sei "kein Glücks- oder Zufall gewesen, sondern harte Arbeit", betont Pappler, "und das Verdienst der EDV-Abteilung der Stadt Gunzenhausen".

"Technisch ganz vorn dabei"

"Die stattet uns und die Stephani-Grundschule super aus, wir sind technisch ganz vorn dabei", lobt die Rektorin. Man habe so viele Leihgeräte erhalten, dass man alle Schüler mit Laptops oder Tablet-Computer habe ausstatten können, wofür dem IT-Experten der Stadt, Horst Schäfer, ein besonderes Kompliment gebühre: "Als die ersten Förderprogramme dafür geschaffen wurden, war der schon dabei, die Anträge auszufüllen, als andere noch geträumt haben."


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Trotzdem: Der Wechsel zum Präsenz- beziehungsweise Wechselunterricht sei für alle Beteiligten erfreulich, auch und gerade für Kinder, die aus schwierigen Familienverhältnissen kämen. "Für sie ist ein geregelter Ablauf besonders wichtig", sagt Pappler. Viele Kinder – und Eltern – seien ja inzwischen daran gewöhnt, dass der Schultag samt Nachmittagsbetreuung von 8 bis 16 Uhr dauere – "und plötzlich sind die Kinder die ganze Zeit zu Hause; da brechen Strukturen weg", gibt sie zu bedenken. Eltern seien nun mal keine Ersatz-Lehrer und mit der Situation mitunter einfach überfordert.


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Das Konzept für die Rückkehr zum Präsenzunterricht jedenfalls liegt fertig in Ingrid Papplers Schublade – neben dem für den Wechsel- und dem für den Distanzunterricht. "Wir haben für alle Unterrichtsformen einen Plan", sagt sie. Aber am liebsten setzt sie den um, der ab Montag gelten wird.

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