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Dienstag, 15.10.2019

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Manuel Westphal will Landrat werden

Meinheimer Landtagsabgeordneter soll in Weißenburg-Gunzenhausen Nachfolger von Gerhard Wägemann - 16.07.2019 17:15 Uhr

Wer ist hier Koch, wer Kellner? Noch hat Gerhard Wägemann die Mütze auf, bei der Wahl im nächsten Frühjahr möchte Manuel Westphal sein Nachfolger als Chef im Landratsamt werden. © Jürgen Leykamm


  Das hatte sich in den letzten Monaten abgezeichnet und ist alles andere als eine Überraschung.

Wie Westphal dem Altmühl-Boten im Nachgang der jüngsten CSU-Kreisvorstandssitzung mitteilte, gab es in diesem Gremium eine lebendige, wenn auch nicht besonders lange Diskussion über dieses Thema. Westphal erklärte sich seinerseits bereit, die Nachfolge von Wägemann anzustreben, und das Gremium sprach sich in schriftlicher und geheimer Wahl einstimmig für diesen Weg aus. Dass offiziell und geheim abgestimmt wurde, hatte der CSU-Kreisvorsitzende so gewollt: "Darauf habe ich Wert gelegt."

Hut in den Ring

Es handelt sich um eine Empfehlung. Das letzte Wort über den CSU-Bewerber hat wie immer die Kreisdelegiertenversammlung. Sie findet im Herbst statt. Einen Termin konnte Westphal noch nicht benennen, frühestens Ende September werde es soweit sein, es könne aber auch November werden. Theoretisch besteht die Möglichkeit, dass noch andere CSUler ihren Hut in den Ring werfen werden, doch das gilt als äußerst unwahrscheinlich. Von anderen potenziellen Kandidaten sei ihm nichts bekannt, äußerte der CSU-Kreisvorsitzende auf eine entsprechende Frage.

Da Westphal beste Aussichten hat, tatsächlich bei der Kommunalwahl im März 2020 zum neuen Landrat gewählt zu werden, scheint auch der Weg frei für seinen Parteifreund Alfons Brandl, den langjährigen Bürgermeister von Herrieden.

Er wird nach drei absolvierten Wahlperioden (18 Jahre) im nächsten Jahr als Rathauschef aufhören. Als erster Nachrücker auf der CSU-Liste für Mittelfranken würde er dann für Westphal nachrücken und neuer Landtagsabgeordneter für den südlichen Landkreis Ansbach und für Altmühlfranken werden. Die Wahlperiode des Landtags dauert noch bis zum Jahr 2023.

Manuel Westphal hat über all die Jahre Brandls Tätigkeit im Herriedener Rathaus verfolgt und aufmerksam registriert, wie wirtschaftlich erfolgreich die Altmühlstadt geworden ist. Dort seien natürlich – mit der Nähe zur Autobahn – andere Möglichkeiten vorhanden, und die habe Brandl erfolgreich genutzt. Westphal ist zuversichtlich, dass sich ein MdL Alfons Brandl mit vollem Engagement für den gesamten Stimmkreis Ansbach-Süd, Weißenburg-Gunzenhausen einsetzen würde. Er sage das auch mit der Erfahrung aus dem Landtagswahlkampf 2018, als er des Öfteren mit Brandl unterwegs war und gemeinsame Auftritte hatte.

Würde in den Landtag nachrücken: Alfons Brandl. © Michael Kasperowitsch


Dass er selbst vom Landtag in München ins Landratsamt in Weißenburg wechseln möchte, begründet Westphal, ein gelernter Jurist, damit, dass der Chefposten enorme Möglichkeiten bieten würde, Weißenburg-Gunzenhausen weiter nach vorn zu bringen – jedenfalls größere und direktere Möglichkeiten als für ein Mitglied des Landesparlaments. Nicht zuletzt stehe ein Landrat auch vor der Aufgabe, die Verwaltung zu führen. Westphal zusammenfassend über seine Ambitionen: "Das möchte ich machen."

Von den anderen Parteien liegen bisher keine konkreten Aussagen vor, ob sie selbst einen Landratskandidaten aufstellen werden. Möglicherweise sind sie personell schwach aufgestellt und verzichten, vielleicht haben sie auch einfach abgewartet, wie sich die CSU positionieren würde.

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