Naturschutz in Treuchtlingen

Marlit Bauch: Eine Pionierin des Umweltschutzes

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1.12.2021, 11:06 Uhr
Marlit Bauch kümmerte sich 23 Jahre lang darum, die Bedürfnisse und Faszination der Natur im Altmühltal zu vermitteln. Nun übergibt sie an ihre Nachfolgerin.

Marlit Bauch kümmerte sich 23 Jahre lang darum, die Bedürfnisse und Faszination der Natur im Altmühltal zu vermitteln. Nun übergibt sie an ihre Nachfolgerin. © Foto: privat

Sie leitete in all diesen Jahren das Naturparkinformationszentrum und die Umweltstation sowie seit Anfang der 2000er Jahre auch die Museen der Stadt Treuchtlingen. Nun tritt sie in die sogenannte Freistellungsphase am Ende ihrer Tätigkeit im öffentlichen Dienst ein, wird aber nach eigenen Angaben ihren Nachfolgerinnen noch beratend zur Seite stehen.

1999, als Umweltbildung ein Fremdwort war

Marlit Bauch wurde in den 60er Jahren in Greifswald geboren und wuchs in Thüringen auf. In Sachsen-Anhalt studierte sie Biotechnologie und promovierte im Bereich der Mikrobiologie. Es folgten einige Jahre der Laborarbeit, bevor sie dann, wie sie selbst sagt, "ihr Hobby zum Beruf machte".


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Schon immer sei ihr Interesse an der Natur und den Pflanzen enorm gewesen, seit 1999 konnte sie sich diesen hauptberuflich in ihrer Tätigkeit in Treuchtlingen widmen. "Damals war der Begriff Umweltbildung noch gänzlich unbekannt", erinnert sie sich. Ihre ersten Aufgaben bestanden darin, die Einrichtung der heutigen Ausstellungen im Stadtschloss zu überwachen und ein Kinderferienprogramm zu betreuen.

Barfuß-Pfad und Mittelalter

Immer mehr prägte sie das Gemeindegebiet dann mit ihren eigenen, unter heutigen Gesichtspunkten geradezu visionären Ideen. 2000 bis 2003 entstand mit dem Natur-Erlebnis-Pfad am Nagelberg, dem Barfuß-Pfad im Kurpark und dem Auen-Erlebnis-Pfad wichtige, heute noch genutzte Infrastruktur, die Besuchern der Region aber auch allen Einheimischen erste Informationen zu Natur und Lebensräumen vermitteln.

Durch die Einbindung vieler Einheimischer bei der Umsetzung aller Projekte schafften es Marlit Bauch und ihre Mitstreitenden im Naturparkinfozentrum, akzeptiert und geschätzt zu werden sowie in der Region bekannt. Auf Marlit Bauch gehen auch die Ausbildung von Naturparkführern und die ersten themenbezogenen Radwege im Gemeindegebiet zurück (etwa über die Naturschönheiten wie die "Steinerne Rinne" oder mittelalterliche Zeugnisse).


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Immer mehr öffnete sich die Leiterin des Informationszentrums dabei für Themen außerhalb ihres Steckenpferdes, der Biologie, und tauchte tiefer in die regionale Geschichte und Archäologie (Karlsgraben), aber auch in die touristischen Projekte der Stadt ein.

2010 entstand unter ihrer Mithilfe der heutige historische Stadtrundgang und der erste Kinderstadtplan. Zuletzt avancierte dann das Thema Biodiversität zu einem Steckenpferd der engagierten Umweltschützerin: Es wurden Blühflächen angelegt, und 2021 entstand die Idee, ein blühendes Band quer durch Treuchtlingen zu ziehen.

Eine Stimme der Umwelt für tausende Kinder

Mit Marlit Bauch verabschiedet sich eine prominente Vertreterin des Umweltschutzes in der Altmühlstadt – einer Gemeinde, in der das Thema Nachhaltigkeit, wie zuletzt in einer großangelegten Bürgerumfrage deutlich wurde, ohnehin ein zentrales ist. Sie prägte nicht zuletzt das Umweltbewusstsein tausender Schulkinder, indem sie alljährlich Aktionstage an Treuchtlingens Grundschule und der Senefelder-Schule durchführte und immer wieder Schulen, Vereine und Einzelpersonen für ein Engagement in ihren Projekten gewann.

Möglich war die Durchführung all dieser Projekte aufgrund der staatlichen Anerkennung der Umweltstation und weiterer Fördermittel, die über das Informationszentrum beantragt wurden. So musste die Stadt Treuchtlingen meist nur 30 Prozent der Kosten selbst aufbringen.

Heute zeigt sich die 61-Jährige glücklich darüber, dass nie eine ihrer Ideen abgelehnt worden ist. "Es ist eine große Leistung für eine kleine Stadt wie Treuchtlingen, eine Vollzeitstelle im Naturparkinformationszentrum dauerhaft zu unterhalten und alljährlich Mittel für Naturschutzprojekte zur Verfügung zu stellen", betont sie.

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