Spezialfirma übernahm Abbau

Mast am Hesselberg: Die Spitze ist weg

11.11.2021, 17:15 Uhr
Etliche Zuschauer verfolgten in Sichtweite überall auf dem Hesselberg verstreut den Abbau.

Etliche Zuschauer verfolgten in Sichtweite überall auf dem Hesselberg verstreut den Abbau. © Peter Tippl, NN

Am Mittwochmorgen erfuhr Gerolfingens Bürgermeister Karl Fickel, auf dessen Gemeindegebiet die technischen Gebäude und der Funkmast stehen, von der bevorstehenden Abbauaktion und informierte sich vor Ort über die anstehenden Aufgaben. Adrian Gruschka von der Deutschen Funkturm GmbH, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom, und Torsten Kobylke von dem mit dem Abbau der Mastspitze beauftragten Unternehmen aus Berlin erläuterten ihm die Vorgehensweise in einem der Technikgebäude.

Der Sendemast, der im Fachjargon als "Funkübertragungsstelle Wittelshofen 1" geführt wird, wurde in den Jahren 1960 bis 1966 errichtet und hat eine Gesamthöhe von 121,5 Meter. 23 Meter hoch ist die auf der bei knapp 99 Metern letzten Plattform aufgesetzte Spitze, die laut den Technikern mit 48 Schrauben gesichert wurde. Nach Einholung aller Genehmigungen und einem ersten Versuch im vergangenen Jahr zum Abbau der Spitze – dieser wurde wegen schlechter Witterung verschoben – liefen in dieser Woche die Vorbereitungsarbeiten, und am Mittwochnachmittag fand dann der Abbau statt.

Dieses Vorhaben hatte Bürgermeister Fickel im Gemeinderat im August letzten Jahres bekannt gegeben, daraufhin regte sich in der Bevölkerung und bei politischen Mandatsträgern Unmut und sogar Widerstand. Anfang September fand mit den Bürgermeistern der Anrainergemeinden, dem Landtagsabgeordneten Alfons Brandl (Herrieden) und Bezirksrat Hans Popp (Merkendorf) ein Ortstermin auf dem Gipfelplateau statt, bei dem eigentlich Unterstützung für die Anerkennung des Funkmasts in seiner kompletten Form als Industriedenkmal zugesichert wurde.

Unterhaltskosten zu hoch

Allerdings, so wusste Bürgermeister Fickel zu berichten, standen jährliche Unterhaltskosten von 20.000 Euro im Raum, und deren Übernahme war ungesichert. Bei dem Ortstermin herrschte Einigkeit darüber, dass der Funkturm zum typischen Erscheinungsbild des langgestreckten Hesselbergs gehört und von den Gemeinden gerne als Wiedererkennungszeichen für die gesamte Region verwendet wird.

Allen Bestrebungen und Überlegungen wurden in dieser Woche Tatsachen entgegengesetzt. Der Hubschrauber, Marke "Super Puma" von einer Spezialfirma aus Rügen, hakte über ein 50 Meter langes Seil bei drei Flügen ein und transportierte die Teile auf einen Lagerplatz vor der Osterwiese. Die im Erscheinungsbild so filigrane Spitze hatte enorme Dimensionen: rund fünf Tonnen Gewicht bei einem Durchmesser von 1,6 Metern.

Den Hubschrauber flog Pilot Jürgen Köll, der laut den Vertretern der auf Höheneinsatz spezialisierten Firma aus Rügen nach 12.000 Flugstunden über ein enormes fliegerisches Können verfügt Das war wichtig, denn der Hubschrauber musste ruhig über der Spitze stehen, damit die Techniker das 50 Meter lange Seil in 120 Metern Höhe einklinken konnten. Die abgebauten Teile werden laut dem Abbruchteam verschrottet.

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