Mittwoch, 14.04.2021

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Nach vier Monaten darf Kosmetikerin wieder öffnen: "Krönchen richten – weitermachen"

Das Studio von Daniela Kettler-Reichelt in der Weißenburger Straße in Gunzenhausen - 28.02.2021 17:28 Uhr

Darf am Montag ihren Kosmetiksalon wieder öffnen und freut sich sehr auf ihre Kunden: Daniela Kettler-Reichelt.

26.02.2021 © Foto: Marianne Natalis


Ab Montag können sogenannte "körpernahe Dienstleistungen" wieder durchgeführt werden, und dazu zählen eben auch kosmetische Behandlungen und Fußpflege. 22 Jahren ist die staatlich geprüfte Kosmetikerin und staatliche geprüfte medizinische Fußpflegerin bereits im Geschäft, und seit klar ist, dass sie ihres wieder öffnen darf, "steht das Telefon nicht mehr still".

Vier Monate war das Kosmetikstudio von Daniela Kettler-Reichelt, die auch Permanent Makeup/Microblading und Mesoporation als Hautpflegeexpertin anbietet, nun geschlossen, am 2. November musste sie es von jetzt auf gleich wegen der Corona-Maßnahmen zusperren. Insgesamt konnte sie seit März vergangenen Jahres sechs Monate lang ihren Beruf nicht ausüben. Lediglich medizinische Fußpflege war im zweiten Lockdown gestattet.


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Ärgerlich findet sie dabei, dass sie ihr bereits schon lange bestehendes Hygienekonzept noch einmal, wie gefordert, kostenintensiv angepasst hat. Zudem drängen sich in ihrem Geschäft keine Massen, sie behandele einzelne Individuen nach Termin und desinfiziere ihre Geräte selbstverständlich jedes Mal.

Auf Kosmetikprodukten sitzen geblieben

Zwangsweise sitzen geblieben ist sie auch auf den hochwertigen Kosmetikprodukten, die sie im Angebot hat. Apotheken und Drogerien durften dagegen Cremes und andere Pflegeprodukte weiter verkaufen.


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Daniela Kettler-Reichelt will nicht klagen, dazu ist sie nicht der Typ. Aber nachvollziehen kann sie die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht alle. Es sei nicht logisch, warum manche arbeiten dürfen und andere nicht. Auch der Einzelhandel und die Gastronomie verfügten doch über durchdachte Hygienekonzepte.

Wie schon von vielen Seiten bemängelt, sind auch bei Daniela Kettler-Reichelt die staatlichen Hilfen bisher sehr spät angekommen. Die Unterstützung bezieht sich außerdem allein auf die betrieblichen Kosten – ihre persönlichen Ausgaben muss sie anderweitig schultern.

Wieder Mehraufwand

Und kompliziert ist es allemal: Für die sogenannten Überbrückungshilfen III, also für Januar und Februar, haben sich die Vergaberichtlinien wieder geändert, das bringt wieder Mehraufwand bei der Einarbeitung mit sich und Geld ist für diese beiden Monate noch nicht geflossen.

Was sich die Kosmetikerin wirklich wünscht, ist eine Perspektive für alle. Jetzt gelte es, die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen zu überprüfen und den Menschen einen langfristigen Plan – und somit die Angst vor einem weiteren Lockdown – anzubieten. Denn Corona "wird uns noch lange begleiten", ist sich Daniela Kettler-Reichelt sicher. Bis hierher habe sie "alles mitgetragen", aber mittlerweile sei es für sie, aber auch Einzelhändler, Gastronomen oder Künstler, "nicht mehr länger zu schaffen".

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Jetzt aber freut sich Daniela Kettler-Reichelt erst einmal darauf, dass sie ihre Kunden wieder verwöhnen kann. Sie möchte den Menschen das geben, was für viele doch so wichtig ist: ein bisschen Schönheit oder, wie sie es ausdrückt, "den Schmetterling auf der Wiese". Und wenn die Pandemie doch wieder harte Maßnahmen verlangt, dann wird sie sich auch da durchkämpfen. Dann heißt es halt wieder: "Krönchen richten und weitermachen".

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