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Nein zu Center Parcs: Grüne wollen Muna-Gelände unverändert lassen

Der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen unterstützt offiziell die Bürgerinitiative - 02.02.2021 17:28 Uhr

Die Natur erobert die alten Gebäude auf dem Muna-Gelände: So könnte es bleiben, wenn es nach den Grünen geht.

02.02.2021 © privat


Mittlerweile fand jedoch eine zweite Kreisversammlungen statt, um das Thema nochmals zu diskutieren und sich auf eine klare Linie zu einigen. "In dieser Größe und in wesentlichen Punkten" sei der Kreisverband dagegen, erklärt Winfried Kucher aus Weißenburg, der zusammen mit seiner Kollegin Carola Eschrich aus Gunzenhausen die Doppelspitze des Kreisverbands bildet.

Dabei gilt zu beachten, dass Center Parcs-Manager Jan Janssen bereits äußerte, dass die Anlage nur wirtschaftlich sei, wenn auf dem 150 Hektar großen Gelände mindestens 700 Häuser entstehen könnten. Damit würde der Park eine Dimension erreichen, die für die Grünen inakzeptabel ist. Denn eigentlich wünschen sich die Mitglieder, dass das Muna-Gelände bei Langlau so bleibt, wie es ist, wie im Gespräch mit Eschrich und Kucher deutlich wird.


Grüne wettern gegen Center Parcs


Die 58-Jährige findet, man müsse den Mut haben, es sich selbst zu überlassen. Das wäre nur konsequent, findet sie, denn die Muna "liegt zwischen zwei Naturschutzgebieten". Dort "hat sich ein unwahrscheinlicher Lebensraum entwickelt", führt ihr Kollege weiter aus. Er räumt ein, dass dort viele Fichten, Kiefern und Tannen stehen, "aber auch alles andere sei dort zu finden".

Besichtigung des Muna-Geländes überzeugte

Ende Oktober nahm Renate Peiffer in ihrer Funktion als Kreissprecherin der Grünen an der Besichtigung des Geländes teil, der auch weitere Vertreter des Kreistages und des Zweckverbands Brombachsee beiwohnten. Sie zeigte sich danach sehr beeindruckt, sagt Kucher. Aufgrund ihrer Schilderungen und der Informationen, die sie vor Ort vom zuständigen Revierförster erhielt, ist die Fraktion endgültig zu dem Schluss gekommen, dass es sich um ein "ökologisch wertvolles" Areal handelt, weshalb eine Ansiedlung von Center Parcs "grundsätzlich" abzulehnen ist.

Mit in die Entscheidung fließen natürlich auch andere grüne Themen, wie der Flächenverbrauch, die Ressourcenverschwendung ("Mangelware Sand"), das CO2, das allein beim Bau entstehen würde, der Wasserverbrauch, der durch die Anlage steigen würde – und das angesichts der "zunehmenden Trockenheit" und des "sinkenden Grundwasserstands", gibt Eschrich zu bedenken.

Die Doppelspitze des Kreisverbands Bündnis 90/Die Grünen, Carola Eschrich und Winfried Kucher, kam nach Gunzenhausen, um über Center Parcs zu sprechen.

01.02.2021 © Foto: Isabel-Marie Köppel


Zudem setzen sich die Grünen bekanntermaßen für Artenschutz ein. Daher findet der 67-jährige Kucher es gut, dass jetzt Gutachten gemacht werden müssen. Denn bisher wisse man nicht genau, welche Tiere und Pflanzen auf der Muna vorkommen. "So ein Wald braucht mindestens 100 Jahre bis er so ist", plädiert Eschrich noch mal für das Muna-Gelände. "Die Renaturierung seitens Center Parcs ist Augenwischerei. Sie wollen abholzen, damit es hinterher nachhaltig ist?" Für sie klingt das paradox und stellt eindeutig einen Widerspruch dar. "Die Hand der Natur ist der beste Verwalter des Geländes", pflichtet ihr Kucher bei.

Grüne sehen in Altlasten kein Problem

Für die Altlasten, die sich auf der ehemaligen Munitionsanstalt befinden, sieht die Grüne Doppelspitze keinen Handlungsbedarf. Denn, wenn es nach ihnen ginge, würde das Gelände unberührt und abgesperrt bleiben – also niemand betritt es, und somit würden die Altlasten keine Gefahr bergen. Auf ihre Anfrage bei der Bundesregierung erhielten sie die Antwort, dass "bei derzeitiger Nutzung keine Gefährdung der Schutzgüter vorhanden ist." Zudem sei ein bodenschutzrechtlicher Sanierungsbedarf bei der derzeitigen Nutzung behördlich nicht festgestellt worden.

Da die Linie jetzt geklärt ist, bekennen sich die Grünen auch offiziell zu Unterstützern der "Bürgerinitiative (BI) "Seenland in Bürgerhand". Was die Mitglieder an kostenloser und freiwilliger Arbeit und Recherche leisteten, sei – bei aller Kritik – bemerkenswert. Kucher und Eschrich geben zu, dass für sie die Argumente der BI zu Beginn problematisch waren. Selbst wenn manche sich emotional bedingt mal im Ton vergriffen, schmälere das nicht deren Engagement.

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