Montag, 18.11.2019

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Neues Buch ist ein Appell für die Artenvielfalt

Der Autor Frank Schröpfer stellt in seinem Werk "Schätze vor unserer Haustür" vor - 03.11.2019 07:37 Uhr

Im neuen Buch geht es auch um das obere Altmühltal mit dem Wiesmet. © Foto: Frank Schröpfer


Knapp 300 Seiten über Tiere und ihre Lebensräume im Altmühl- und Taubertal sowie auf der Frankenhöhe hat der Autor zusammengestellt. Doch kaum jemand wird bei einem Streifzug durch die heimische Natur alles antreffen, was Schröpfer in seinem Werk zeigt. Umso interessanter ist es zu sehen, was es alles zu entdecken gibt, wie es heißt, wo es lebt.

"Mein Antrieb ist, auf den Artenschwund aufmerksam zu machen. Das Gefühl für unsere Lebensgrundlagen geht in der heutigen Zeit immer mehr verloren", sagt der 47-Jährige. Der Autor bezieht sich auf die regionalen Natura 2000-Gebiete, mit deren Hilfe versucht werden soll, die Abwärtsspirale beim Artenreichtum zu bremsen. Er beschreibt den aktuellen Zustand der Schutzgebiete, aber auch weitere typische Bewohner unserer Heimat. Er möchte mit dieser Dokumentation zeigen, welche Naturwunder in unserer Region gefährdet sind. Und gleichzeitig eine Vorstellung davon vermitteln, welchen Schatz wir mit jeder ausgestorbenen Art verlieren.

Im Bann der Bilder

Der Autor zieht die Betrachter in den Bann mit Bildern, die Stimmung wiedergeben, die Details dokumentieren und Lebensräume abbilden. Angefüttert von den Fotos, findet man sich in der Theorie wieder. Eine klare Gliederung, Grafiken und Symbole machen es einfach, sich in der Systematik zu orientieren.

Die Leser sollen sich nach einem einleitenden Teil schnell zurechtfinden, wenn sie sich über eine seltene heimische Tierart informieren wollen. In den Steckbriefen steht, wie deren aktuelle Gefährdung einzuschätzen ist, wo sie vorkommt, wie sie aussieht und lebt. Eine spezielle Markierung, die an den Seitenrändern angebracht ist, hilft beim Nachschlagen. Das Buch funktioniert als Nachschlagewerk und regt gleichzeitig zum Nachdenken an. Am Ende kennt der Leser alle Tiere und Lebensräume dieser Gebiete, "für die wir eine besondere Verantwortung tragen". Der Naturfreund aus dem Spessart hofft, dass er die Menschen mit seinem Buch motiviert, selbst rauszugehen, um das Leben, das uns umgibt, neu zu entdecken.

Skeptisches Fazit

Den Autor lassen Nachrichten wie das Bienensterben oder die Nitratbelastung der Böden keine Ruhe. Er hat nicht den Eindruck, dass das Gefühl für die Bedeutung der Artenvielfalt als Lebensgrundlage des Menschen wächst. Sein Fazit fällt deshalb leicht skeptisch aus: "Alleine die Ausweisung als Natura 2000-Schutzgebiete reicht nicht. Es müssen weitere Flächen aus der Nutzung genommen werden, denn das Ziel, den Artenschwund bis 2010 zu stoppen, wurde nicht erreicht, und es wird auch bis 2020 nicht erreicht werden, wenn nicht weitere Flächenstilllegungen folgen. Das Problem ist die Nutzung durch den Menschen."

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