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Obermögersheim: Ein Wagner mit Leib und Seele

Mit seinen 88 Jahren geht Erich Bickel noch immer diesem alten Handwerk nach - 24.05.2020 07:02 Uhr

Auch mit 88 Jahren arbeitet der gelernte Wagner Erich Bickel noch täglich in seiner Werkstatt in Obermögersheim. © Hermann Walther


Gefertigt werden von ihm aber auch originelle Küchenhilfen, wie etwa Küchlespilze nach fränkischem Vorbild. Daneben stellt er Schäferkarren sowie kleine und große Holzschubkarren als Zierde für den Garten oder auch den Wohnbereich her.

Das Hauptverarbeitungsmaterial eines Wagners ist Holz, erklärt Erich Bickel im Gespräch. Dabei greift er je nachdem, um welches Bestandteil des späteren Produkts es sich handelt, auf unterschiedliche Holzarten zurück. Für das Holzrad verwendet Bickel meist elastisches Eschenholz, aber auch Buche eignet sich nach seinen Worten gut.

Bickel bietet auch einen wichtigen, gerne angenommenen Service für alle Kutschenbesitzer an: Er repariert die Vehikel und fabriziert passende Rädern.

Der 88-Jährige ist verheiratet und wurde in Obermögersheim geboren. In seiner "Freizeit" ist er ein treues und aktives Mitglied im Gesangverein "Sängerlust" und lässt kaum eine Probe noch einen Auftritt aus. Von 1946 bis 1949 ging er bei seinem Vater in die Lehre und half in der Landwirtschaft mit.

Bis 1963 war der Wagnerberuf eine Vollbeschäftigung gewesen, erzählt Bickel, bis die "Gummizeit" mit neuartigen Wagen für die Landwirtschaft angebrach. 2011 wurde die Wagnerinnung ganz aufgelöst.

Seine Kutschenreparaturen haben ihn bis Postbauer-Heng geführt, weiß Bickel zu berichten. Früher hat er außerdem viele Aufträge von den Kutschenfreunden Spalt/Windsbach erhalten. Auch Holzrechen umfasst sein Sortiment, denn typische Rechenmacher seien heute so gut wie nicht mehr zu finden.

Hermann Walther E-Mail

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