Nach 23 Jahren

Personalmangel und zu viel Arbeit: Sträuße & Co macht dicht

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 14.09.16..FOTO: Michael Matejka ..MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait: Marianne Natalis..ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Marianne Natalis

Altmühl-Bote

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17.10.2021, 16:28 Uhr
Ihren Laden hat Eva März-Otto bereits in einen gemütlichen Workshopraum verwandelt, endgültig schließen wird sie ihn Ende Oktober.

Ihren Laden hat Eva März-Otto bereits in einen gemütlichen Workshopraum verwandelt, endgültig schließen wird sie ihn Ende Oktober. © Foto: Marianne Natalis

Hat Beate Hartmann, die Inhaberin von Linnea am Marktplatz bereits mit Beginn des ersten Lockdowns im vergangenen Frühjahr das Handtuch geworfen, so macht zum Ende des Monats nun auch "Sträuße & Co" dicht. Wobei Eva März-Otto betont, dass ihr Entschluss nichts mit der Pandemie zu tun hat.

1998 eröffnete Eva März-Otto ihr kleines, aber feines Floristengeschäft in der Osianderstraße. Sie etablierte sich schnell und machte sich mit Trockenblumengestecken und -sträußen einen Namen. Das Geschäft brummte und Arbeit gab es mehr als genug.

Unzählige Abende und Nächte

Und das gab letztendlich auch den Ausschlag für ihre Entscheidung, nach 23 Jahren ihr Geschäft wieder zu schließen. Denn mit den Ladenöffnungszeiten ist es in dieser arbeitsintensiven Branche noch lange nicht getan. Unzählige Abende und Nächte hat die heute 49-Jährige mit Vorbereitungen verbracht, sei es für wichtige Daten wie die Advents- und Osterzeit, Valentins- oder Muttertag, sei es für Aufträge für Taufen, Konfirmationen oder Hochzeiten. Arbeitswochenzeiten von bis zu 60 Stunden waren für Eva März-Otto keine Seltenheit, sondern eher Standard.

Unterstützt wurde sie bei der Arbeit stets von ihren Eltern, Hannelore und Friedrich Hertlein. Und natürlich hatte sie auch Mitarbeiter im Laden. Doch gutes Fachpersonal zu finden, wurde mit der Zeit immer schwieriger. Es gebe zu wenig Ausbildungsplätze, und als Quereinsteigerin konnte sie auf diesem Gebiet auch nicht tätig werden. Zudem müsse man auch ehrlich sagen, dass im Floristengeschäft nicht unbedingt die besten Löhne gezahlt werden. Das mache die Branche nicht eben attraktiver.

Mit dem Gedanken, den Laden aufzugeben, spielt Eva März-Otto schon seit bald zwei Jahren. Als dann aber Linnea zumachte, wollte sie nach dem Lockdown zunächst noch einmal durchstarten – fand aber einfach kein Personal.

Weiterhin für Hochzeiten da

Dann versuchte sie es mit kürzeren Ladenöffnungszeiten, was aber beim Arbeitsaufwand kaum Veränderungen brachte. Das alles hat dazu geführt, dass sich Eva März-Otto nun zwar Ende Oktober aus dem laufenden Geschäft verabschiedet – aufs Altenteil zieht sie sich aber deshalb noch lange nicht zurück. Vielmehr wird sie weiter im – wesentlich planbareren – Hochzeitgeschäft tätig sein, bietet vom Brautstrauß bis zur Dekoration das ganze Paket an.

Und auch Workshops kann man nach wie vor bei ihr buchen. Dort lernen die Teilnehmerinnen beispielsweise, Adventskränze zu binden oder aus Trockenblumen schöne Gestecke zu zaubern. Beliebt sind solche Veranstaltungen mittlerweile auch bei Bräuten, die hier in schönem Rahmen und beim ein oder anderen Gläschen Sekt ihren Junggesellinnenabschied feiern.

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